2015-08-27

Kommentar: Rüstungskonzerne wegen Flüchtlingsströmen zur Kasse bitten

Kommentar. Sie sind nicht nur verantwortlich sondern schuldig am Schicksal von Millionen heimatvertriebenen Menschen. Jeder dritte Heimatvertriebene kommt aus dem Nahen- und mittleren Osten. Jeder fünfte von ihnen aus Afrika. Sollen doch jene dafür gerade stehen, die für dieses Elend verantwortlich sind.

Foto: Afrikanische Soldaten mit einem HK G3 Gewehr bei einem Training / Tech. Sgt. Jeremy T. Lock, U.S. Air Force
Vor zwei Tagen titelte FOCUS Online: “Hohe Unterbringungskosten: 1,7 Milliarden Euro: Ausgaben für Flüchtlinge explodieren“. Etwa 800.000 Heimatvertriebene haben in den letzten Monaten ihren Weg zu uns gefunden. Dass es diesen Menschen in ihrer Heimat so schlecht geht, liegt nicht zuletzt daran, dass uns hier so gut geht.

Die Komplizenschaft zu den Kriegstreibern in Washington hat auch Deutschland in ein kriegerisches Land verwandelt, welches seine Freiheit überall, nicht nur am Hindukusch, ‘verteidigt’. Deutsche Soldaten kämpfen für unsere Freiheit derzeit im Kosovo (763 Soldaten), in der Türkei (256 Soldaten), in Afghanistan und Usbekistan (900 Soldaten) oder im Sudan (10 Soldaten). Was zum Teufel wollen die in Somalia (144 Soldaten), am Horn von Afrika (241 Soldaten), in Mali (144 Soldaten) oder im Libanon(128 Soldaten)? Sie verteidigen dort nicht etwa unsere bürgerliche Freiheit zuhause, als vielmehr die Freiheit von einer handvoll Rüstungskonzerne, unanständig viel Geld zu verdienen.

So zum Beispiel die Firma Diehl Defence aus Überlingen am Bodensee. Mit Lenkflugkörpern und Munition erwirtschaftete diese im Jahre 2010 etwa 1,06 Milliarden Euro. Vier Jahre später waren es bereits 648,5 Milliarden Euro Umsatz. Damit zählt sie zu den kleineren Todesexporteuren. Geringfügig besser sind die Umsätze von Krauss- Maffei Wegmann aus München. Diese Firma baut gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge und hat damit 2010 ca. 1,3 Milliarden Euro umgesetzt. Im Jahre 2014 waren es dann bereits 934 Milliarden Euro. Das ist eine Steigerung um 718 Prozent. Noch viel besser steht die Firma Rheinmetall da. Rheinmetall stellt vor allem Treibladungen her.

So heißt es denn auch auf deren Website: „Erst in der Kombination von System, Munition und Treibladung erreichen komplexe Waffensysteme ein Wirkprofil, das den militärischen Forderungen vollständig Rechnung trägt.“ Die Rechnung geht auf. Während der Konzern sich 2010 noch mit einem Umsatz von 2,3 Milliarden Euro begnügen musste, waren es letztes Jahr bereits 2,9 Billionen Euro. Der Spitzenreiter hingegen ist Airbus, ehemals EADS. Bei dem in Bremen und Hamburg angesiedelten Konzern erhält der Aufrüstungswillige alles, was fliegt und schießt. Mit einem Umsatzvolumen von 13,5 Milliarden Euro lag der Konzern bereits 2010 an der Spitze deutscher Rüstungsfirmen. 2014 lag er noch weiter vorne mit einem Jahresumsatz von sagenhaften 14,6 Billionen Euro.

Aufrüstung lohnt sich also, für uns. Nicht jedoch für jene, welche die Erzeugnisse deutscher Wehrtechnik auf den Kopf bekommen. Diese Menschen, deren Häuser weggebombt und deren Familien großflächig vernichtet wurden, tun daher das einzig Vernünftige. Sie suchen das Weite und kommen zu jenen, denen es dank unserer Exportpolitik noch relativ gut geht. Also zu uns.

17,5 Billionen Euro habe die genannten vier Konzerne im letzten Jahr umgesetzt. In Zahlen zur Veranschaulichung sind das 17.500.000.000.000 Euro. Damit könnten jene, die für diese Völkerwanderung verantwortlich sind, all die Millionen Heimatvertriebener über Jahrzehnte hinweg aus der Portokasse versorgen und würden es noch nicht einmal wahrnehmen. Genauso wenig wie ihre eigene, moralische Verkommenheit.

Quelle: http://www.neopresse.com/politik/kommentar-ruestungskonzerne-wegen-fluechtlingsstroemen-zur-kasse-bitten/

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