2018-05-23

Er tötet den Dollar: Rothschild & Co. in Alarmstimmung wegen Trump


Nicht viele wissen, dass es unter Finanzprofis eine ähnlich bekannte Geschichte über die legendäre Äußerung des russischen Außenministers Sergej Lawrow gegenüber seinem britischen Amtskollegen David Miliband gibt: „Who are you to f*** lecture me?“

Als das US-Finanzministerium im Jahr 2012 der britischen Bank Standard Chartered eine milliardenschwere Strafe wegen Deals mit dem Iran unter Umgehung der US-Sanktionen aufbrummen wollte, schrieb ein wütender Londoner Banker an die US-Amerikaner: „You f***ing Americans. Who are you to tell us, the rest of the world, that we're not going to deal with Iranians!“ Vor sechs Jahren schien dieser Satz ein Zeichen der Ohnmacht der Welt gegenüber dem US-Finanzsystem und den Sanktionen zu sein, welche die US-Regierung als wirkungsvolles außenpolitisches Instrument nutzen kann.

Doch jetzt geschieht das, was geschehen musste – die gesamte restliche Welt wechselt von Wut und Empörung zum aktiven Widerstand. Experten der westlichen Finanzmedien schlagen Alarm und geraten in Panik. Sie rufen die US-Regierung auf, ihre Sanktionspolitik zu stoppen und den Prozess der „Entdollarisierung” der Weltwirtschaft und des Handels nicht zu beschleunigen.

Die Zeitung „Financial Times“veröffentlichte einen Artikel unter dem Titel „Vorsicht USA: Die Dollar-Dominanz hält nicht ewig“. „Die logische Motivation für die Nutzung des Dollars für fast alle Ölverträge u. a. wird immer schwächer“, so die Zeitung.

In der Ära Trump würden die USA als ein weniger zuverlässiger Partner bei Handels- und Militär-Vereinbarungen wahrgenommen, schreibt die Zeitung. Das schade dem internationalen Vertrauen gegenüber den USA und verbreite die Angst, dass Trump den Dollar als Waffe zur Kontrolle über andere Länder nutzen könnte. Deswegen kreieren China und Russland sowie andere Länder eigene Zahlungssysteme zur Umgehung der USA, so die „Financial Times“.

Die Wochenzeitung „The Economist“, die mehreren sehr mächtigen Finanzclans gehört, darunter den Rothschilds, warnt ebenfalls vor den negativen Folgen der US-Sanktionen und der Vernachlässigung der diplomatischen Vereinbarungen seitens Trump.

„Der Dollar wird kaum ewig dominieren. In dem Maße, in dem die USA ihren Anteil an der globalen Produktion verlieren, wird der Übergang von einer Reservewährung zu einer Kombination von Reservewährungen wahrscheinlich. Inwieweit dieser Übergang organisiert erfolgen wird, hängt unter anderem davon ab, wie die USA von ihren Verbündeten und Gegnern wahrgenommen werden. (…) Der Dollar dominiert zum Teil aus dem Grund, weil die Ausländer dem US-System vertrauen, und zum Teil deshalb, weil die Interessen unserer Freunde mit den Interessen der USA übereinstimmen. Wenn die Allianzen zu einem Transaktionsschema übergehen, werden die Anstrengungen anderer Länder zur Senkung der Dollar-Abhängigkeit intensiver, was unabdingbar die Militär- und Aufklärungsbeziehungen zu den USA beeinflussen wird.“

„The Economist“ betonte, dass der Dollar ein Element des amerikanisch-zentrischen Weltsystems ist, das die US-Verbündeten (und sogar Gegner) eng miteinander verflechtet. Wenn diese Verbindung verschwindet, wird die Frage des Untergangs der Nato und anderer internationaler Strukturen, die den US-Einfluss auf die Weltpolitik gewährleisten, nur eine Frage der Zeit sein.

Britische Journalisten haben wohl keine Zweifel daran, dass der Dollar seine Dominanz in der Zukunft verlieren wird; die Frage besteht jetzt darin, wie konkret der Übergang zu einer multipolaren Währungswelt erfolgt.

Der Übergang geht deutlich schneller voran, als es auf den ersten Blick erscheint. So will die Londoner Metallbörse LME Metall-Futures den Handel in Yuan starten. Nun kann der Yuan nicht nur Öl-Yuan, sondern auch eine Währung für den Handel mit Aluminium, Zink, Kupfer und anderen Metallen sein.

Die US-Wirtschaftsagentur Bloomberg weist ebenfalls auf die negativen Folgen der Sanktionspolitik Trumps gegenüber dem Iran und Russland hin. In dem Artikel „Die Sanktionspower der USA erreicht ihr Limit“ schreibt Autor Ben Holland, dass „die Antwort auf den Beschluss zu den antiiranischen Sanktionen zeigt, dass sie es nicht schaffen, die Weltwirtschaft endlos einem Diktat zu unterziehen“. Die Fähigkeit der USA, Sanktionen einzusetzen, hänge nun von der Bereitschaft der EU und Chinas ab, sich ihnen unterzuordnen.

Darüber hinaus kamen deutsche Wirtschaftsexperten plötzlich zu dem Schluss, dass „nicht Russland, sondern Deutschland einen unverhältnismäßig großen Schaden wegen der Sanktionen gegen Russland – 44 Milliarden Dollar bzw. 40 Prozent vom Gesamtschaden – erlitten hat“, während auf die USA nur 0,6 Prozent der Gesamtverluste entfielen, so Holland. In diesem Zusammenhang ist die Prognose nicht allzu schwer, wie diese Nachricht das weitere Verhalten Deutschlands zur US-Außenpolitik beeinflussen wird.


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