2018-06-07

Der fliessende Pfad zur Erleuchtung und die „Nicht-Dualität“-Blase


Von Open auf openhandweb.org; übersetzt von Taygeta

Wir leben in einer faszinierenden Zeit mit grossen Veränderungen für die Erde und die Menschheit. Überall treten Menschen hold aus der Dunkelheit der Trennung und des Abgetrenntseins vom Göttlichen heraus. Mit jedem Tag erkennen immer mehr Menschen ihre Verbundenheit und ihr Eins-Sein mit allem Leben. Es ist eine atemberaubende Befreiung! Aber wenn Seelen [aus der Dunkelheit] auftauchen, gibt es immer noch viele Fallen und Fixierungen. Wir dürfen uns nicht auf festen Realitätskonstrukten gründen. Die Seele ist ein fortwährend fragendes, forschendes und sich entwickelndes ‚Geschöpf‘, das im Zentrum unserer Erfahrung steht. Ihr Ausdruck ist eng mit der Erleuchtung verbunden.

Deshalb müssen wir aufpassen, dass wir nicht in die Einförmigkeit der „Nicht-Dualität“-Falle tappen….

In der Nicht-Dualität hörst du auf zu existieren.

Wenn man aus der Identifikation mit den unteren drei Dichten aufsteigt, ist die Expansion in die 4D-Welt absolut erstaunlich, praktisch jenseits von Worten. Anfänglich kannst du dich leicht, erweitert und frei fühlen. Es kann so sehr befreiend sein, dass die Menschen oft das Gefühl haben, bereits den mystischen Zustand der „Erleuchtung“ erreicht zu haben, von dem jetzt viele sprechen.


Entscheidend ist, dass der Kontrast zwischen dem getrennt Sein im nicht erwachten Leben und dem Gefühl der Verbundenheit, die diese Expansion mit sich bringt, so ergreifend sein kann, dass man sich mit allem Eins fühlt. Und es kann dann die Erkenntnis dämmern, dass du und alles um dich herum tatsächlich eins sind. ABER, wenn man es tief betrachtet, kann dieser Zustand [in Vollkommenheit] nur auf der Ebene des Absoluten existieren, wo tatsächlich alles wieder in reine Gegenwart übergeht – in das, was dem Manifestierten vorausgeht.

Bedenke dies sorgfältig: Wenn du – deine Seele – wieder in das absolute Potential der Präsenz übergehst, dann kann es überhaupt keine Erfahrung mehr geben; denn es gibt dann keine Relativität, kein „dies“ und „das“. Wenn es also wirklich den Zustand der „Nicht-Dualität“ gibt, von dem der spirituelle Mainstream spricht, dann hat sich dort jede Erfahrung aufgelöst. Du hörst auf zu existieren.

Wie ist es dann möglich, in einem „erleuchteten Zustand“ der Gegenwart zu sein und dennoch zu existieren?

Um dies zu meistern, muss man eine gewisse Dualität aufrecht erhalten – zwei scheinbar gegensätzliche Wahrheiten gleichzeitig leben können: innerlich ist der Zustand der Präsenz im Zentrum der Erfahrung und durch deine Erfahrung, welches eine Nicht-Erfahrung im Hintergrund hat, die wie die Leinwand ist, auf der das Meisterwerk gemalt ist, und GLEICHZEITIG gibt es eine fliessende Erfahrung der bunten Seele, einen Pinselstrich auf der Leinwand, der ganz einzigartig für dich ist.

Lass uns im Klaren darüber sein, dass wenn ein Teil von dir einen bestimmten Zustand hat – wenn dieser Teil auf eine bestimmte phänomenale Erfahrung fixiert ist – dann besteht in diesem Moment das Risiko, eine Identität aufzubauen, die dich dann vom Fliessen mit der Seele trennt, und dies wiederum löst die Möglichkeit der wahren Präsenz auf. Du kannst eine Blase des Friedens erreichen, aber nicht die wahre Sache (das ein Nichts ist!). Ich sehe viele Menschen auf dem Weg, die denken, dass sie sich im ’nicht-dualistischen‘ erleuchteten Zustand befinden, aber tatsächlich in einer erweiterten 4D-Blase stecken. In vielen Fällen hat die Psyche einen ‚Auslöseschalter‘ installiert, der sagt…. „Lass jedes Gefühl von Trennung, Enge oder Anhaftung fallen“. Und das wird dann zu einer subtilen inneren Identität.

Die letzte grosse Anhaftung ist die der Nicht-Anhaftung!

Schüler: Meister, ich habe den Zustand der Einheit erreicht, alles ist perfekt.

Zen-Meister: Erzähle mir mehr….

Schüler: Ich bin eins mit dem Göttlichen; es gibt keine Dualität.

Zen-Meister: Noch etwas?

Schüler: Ich bin……

Zen-Meister: Was noch?

Schüler: Ich ……..

Zen-Meister: Was noch?

Schüler: Keine Antwort…. aufgelöst im Zustand der Einheit

Zen-Meister: Schlägt den Schüler hart ins Gesicht

Schüler: OOOUUUUTTTSSSCCCHHHHHH!!!!!!!!!!!!

Zen-Meister: Nun, wer hat denn das jetzt gespürt?

Lese dazu auch den Artikel von Openhand „Unwinding Inner Identities

Das Ein-Hand-Klatsch-Rätsel

Seien wir uns darüber im Klaren, dass man nicht absichtlich nach reiner Präsenz streben und sie wirklich finden kann. Denn in dem Moment, in dem du das tust, hast du bereits subtil den inneren Zustand der Trennung hergestellt. Du hast zum Universum gesagt…. „Ich möchte jetzt loslassen und Eins werden“. Aber wer ist das „Ich“, das dies möchte? Du hast bereits in deinem Unterbewusstsein die innere Trennung des „Ich“ von der Absolutheit des Einen festgestellt.

Es ist das Rätsel vom Klatschen mit (nur) einer Hand!

Was ich also sage, ist, dass der wirklich erleuchtete Zustand darin besteht, dass dein Bewusstsein die Fähigkeit beherrscht, eine Dualität von scheinbar kontrastierenden Wahrheiten GLEICHZEITIG zu halten: die Trennung in dir hat sich der einzigartigen fliessenden Erfahrung übergeben, welche die Seele ist; UND DIESE verbindet dich innig mit dem Gefühl der inneren Gegenwart in dir, die an sich eine Nicht-Erfahrung ist. Das ist das Gefühl der Präsenz.

Gibt es etwas, das du tun kannst, um diesen Zustand zu erreichen? Bedenke, dass wenn du diesen Zustand anstrebst, du eben gerade verhinderst, dass du ihn erreichst.

Auf der Welle der Seele reiten

Ich glaube das auf jeden Fall. Wenn du aus dem Getrenntsein heraus daran arbeitet, dich in der Fülle dessen aufzulösen, was du wirklich bist – was die Ausdrucksform deiner Seele ist – dann wirst du auf der Welle der Seele reiten, und diese wird dich an die Ufer des Einen in dir bringen; du wirst es nach und nach entdecken, bis eines Tages alle Lichter angehen und an bleiben. Entscheidend ist, dass man nicht darauf abzielen oder sich anstrengen muss, um dorthin zu gelangen. Und du musst auch nicht die glorreiche Geschichte, die du – deine Seele – bist, auflösen.

Das bedeutet, dass du den Apfel haben kannst und ihn auch essen darfst!
Ich würde in der Tat sagen, das ist es, wozu das Universum dich einlädt:
Dass du den Apfel aller Erfahrungen in vollen Zügen geniessen darfst, und doch nicht an ihn gebunden zu sein brauchst.

Wie könnten wir dann diesen ewig fliessenden Zustand wahrhaft erleuchteter Erfahrung erreichen?

Es geht darum, alles was sich auf deinem Weg zeigt, anzunehmen, nichts zu verneinen oder von dir zu stossen. Stattdessen sollst du das volle Licht des Bewusstseins auf jene Dinge lenken [die dir begegnen]. Entscheidend ist, dass du nach den Stellen der Anspannung innerhalb dieser Erlebnisse suchst – wo du Anhaftung zeigst oder wo du dicht machst oder wo du dich in Unnahbarkeit abtrennst. Dies sind die Stellen, an denen man sich erkennen kann und an denen man arbeiten kann.


Lass das Drama los, ja, aber nicht deine einzigartige Geschichte. Es ist die Formung deiner Seele.

Wie können wir am besten an den Stellen der Anspannung arbeiten?
Bei Openhandwenden wir den so genannten „Breakthrough Approach“ an (den „Durchbruchsansatz“):

Ehre die Wahrheit des Augenblicks, genau so wie er ist.
Gib dich in die Anspannung hinein
Werde eins mit der Anspannung, indem du sie vollständig akzeptierst.
Lass das natürliche Gefühl der Seele, die erscheinen will, sich entwickeln

Es ist unkompliziert, aber nicht immer einfach. Einige der inneren Schichten auf der Reise zurück zum Einen sind komplex, basierend auf dem Karma aus vergangenen Leben, was subtil trügerisch und einschränkend sein kann – wie zum Beispiel die Nicht-Dualitätsfalle. Der wesentliche Schlüssel ist tiefe Selbstaufrichtigkeit und das in Besitz Nehmen der Manifestationen, die du erschaffst und zu dir ziehst. Wenn sich im ‚Spiegel‘ eine Disharmonie zeigt, warum hast du sie dann geschaffen?

Alles um dich herum, alles fühlende Leben und die Menschen, sind Spiegel deiner Seele, die sowohl die Verzerrung als auch das neue Wesen widerspiegeln, das aus der Seele heraus entstehen will. Aber wenn du das, was auftaucht, in Ehren hältst und weiter forscht, wird die Seele durchbrechen können, und du gelangst an die willkommenen Ufer des Einen in deinem Inneren. Du wirst nach und nach zur wahren Präsenz zurückkehren, und dann wirst du ständig in ihr leben. Dabei wird dir jeder Moment immer neue relativistische Erfahrungen bringen.

Diese innere Reise widerspiegelt sich auf wundersame Weise in unserer äusseren Welt. Jeder Moment liefert eine reichliche Fülle an Erfahrungen, die sowohl verzerrt als auch stimmig sein können. Und alle sind so gestaltet, dass sie dich immer wieder zum Wohnsitz des Einen zurückbringen UND eine reflektierende Erfahrung ergeben, ALLES ZUR GLEICHEN ZEIT. Du manifestierst ständig eine neue Materialität und du kostest sie gleichzeitig.

Also hüte dich vor der Nicht-Dualitätsfalle auf dem fliessenden Pfad der Erleuchtung. Weil sie das volle ungehinderte Hervortreten der Seele begrenzt und stattdessen nur eine erweiterte 4D-Blase liefert, die sich zunächst sehr harmonisch und friedlich anfühlt, letztlich aber sehr limitierend sein wird. Schaue dafür tiefer in das wahrhaft erweiterte Universum – ein wahres Kaleidoskop von Farbe, Veränderung und Transformation. Dies ist nicht nur immer friedlich, sondern manchmal gibt es auch ein Krachen und Zertrümmern, wenn ganze Welten kommen und gehen. Jede hat ihre einzigartige Geschichte, genau wie du auch. Und wenn du wirklich die Geschichte deiner Seele entdeckst und sie freisetzest, dann wirst du, sogar in diesem unglaublichen Schmelztiegel der Verwandlung, unsterblich werden. Wie der Regenbogen, der durch den Regen entsteht, atmet die Seele Farbe durch all dies.

In liebevoller Unterstützung
Open

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