2019-03-08

Wird am 29. März der Goldstandard eingeführt?


In den vergangenen Jahren sind die Goldkäufe der Zentralbanken regelrecht explodiert. Vergangenes Jahr kauften sie über 640 Tonnen Goldbarren – fast doppelt so viel wie 2017. Die europäischen und asiatischen Zentralbanken waren beim Goldkauf die aggressivsten. Deutschland hat 2017 über die Hälfte seiner Goldreserven aus den USA und Großbritannien wieder nach Frankfurt geholt. Haben die Banken Angst vor einer Währungs- oder Eurokrise? Oder wissen sie etwas, was wir nicht wissen?

Goldreserven bieten nicht nur Schutz vor Finanzcrashs oder Inflation. Sie bieten auch die Möglichkeit, wieder den Goldstandard einzuführen, den US-Präsident Nixon 1971 abgeschafft hatte.

Will die BIZ Gold als Währungssicherheit?

Die italienische Finanzzeitung „Il Sole 24 Ore“ soll jetzt an geheime Informationen gekommen sein, die besagen, dass der massive Goldkauf der letzten Jahre System hat. Mit dem 29. März, dem Tag es Brexits, werden die Zentralbanken weltweit wieder eine Art Goldstandard einführen, heißt es. Die „Bank für Internationalen Zahlungsausgleich“ (BIZ), die „Bank der Zentralbanken“, soll für den 29. März die Wiederbelebung des Goldstandards in der Bankenwelt planen.

Die Zeitung „Il Sole 24 Ore“ will herausgefunden haben, dass die BIZ einen Buchhaltungsalgorithmus namens „Basel 3“ eingerichtet hat, der ab dem 29. März das Gold in den Portfolios der Geschäfts- und Investmentbanken zu einen „Cash Equivalent“ umwandeln soll, einem barwertigen aber risikofreien Vermögenswert. Unterstützt wird dieses Vorhaben von der FED, der EZB, der Deutschen Bundesbank, der Bank of England und der Bank of France. Nach den neuen „Basel 3“ Regeln soll Gold in den Bankbilanzen den gleichen Status wie Staatsanleihen erhalten.

Seit der Bankenkrise verfolgt die BIZ das Ziel: Banken müssen über ausreichendes Kapital zur Deckung der Risiken verfügen. Im Mittelpunkt stehen Staatsanleihen, die von Banken gehalten werden können, ohne ihr Kapital zu beeinträchtigen. Das betrifft vor allem Länder wie Italien, Spanien, Portugal und Griechenland, die seit der Finanzkrise besonders verschuldet sind und im Fokus der BIZ stehen.

„Verwerfungen“ durch Brexit befürchtet

Wenn die Risikobewertung einiger Banken zu hoch wird, könnten diese gezwungen sein, Wertpapiere durch andere finanzielle Vermögenswerte, einschließlich Gold, zu ersetzen oder das Kapital zu erhöhen. Die Kreditvolumen einiger großer italienischer Banken haben sich z. T. verdreifacht. Durch den Brexit befürchtet man offenbar die Entstehung von Verwerfungen an den Märkten, die die finanziellen Risiken schwer kalkulierbar machen.

Sollten Länder ihren Zentralbanken am 29. März physisches Gold zur Verfügung stellen müssen, um Staatsanleihen zu ersetzen, wären diese mit ihren aufgestockten Goldvorräten nun besser vorbereitet. Im gesamten Bankenarsenal sollen sich 33.000 Tonnen Gold befinden. Europas Länder wie Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Österreich, Belgien, aber auch Polen, Rumänien und Ungarn haben sich die Kontrolle über ihre Goldreserven zurückgeholt und die Bestände aufgestockt. China, Russland und Indien haben in den letzten zwei Jahren mehr Gold, als jedes andere Land gekauft. Moskau hat sogar riesige Mengen amerikanischer Staatsanleihen abgestoßen und diese durch Goldreserven ersetzt.

Während die Zentralbanken hinter den Kulissen „echte“ Goldbarren anhäuften, warfen sie ein koordiniertes Angebot von Goldzertifikaten auf die Londoner und New Yorker Edelmetallbörsen. Das Überangebot senkte den Preis massiv und zwang Goldanleger aus der privaten Wirtschaft, ihre Bestände zu verringern, um die großen Verluste aus „Futures“ (Spekulationen auf steigende Preise) zu begrenzen. Die niedrigen Kurse nutzten die Zentralbanken aus, um physisches Gold zu niedrigen Preisen zu kaufen.

Wer jetzt also bereits physisches Gold besitzt, hat alles richtig gemacht. Denn wenn der Goldstandard am 29. März tatsächlich in Kraft treten sollte, wird es im Interesse der Zentralbanken liegen, die Goldpreise wieder massiv steigen zu lassen. Die Hinhaltetaktik der Politik rund um den Brexit-Termin ist jedenfalls verdächtig. Wir werden sehen, was nach dem 29. März passieren wird…

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