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2016-09-22

Das Organoskop – Die Zeit der Bauchspeicheldrüse: Die Entwicklung unserer Kreativität 23. September bis 7. Oktober

von Elvira Schneider für sein.de



Das Organoskop ist ein Kalender und ähnlich wie ein Astrologie- oder Mondkalender ist er eine praktische Begleitung durch das Jahr. Es kann Orientierung und Lebenshilfe sein und öffnet eine Tür für Zusammenhänge, die hinter dem Offensichtlichen liegen.


Physiologische Ebene der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse – auch Pankreas genannt – ist eine Verdauungsdrüse und liegt zwischen Magen und Wirbelsäule. Sie sieht aus wie eine große Zunge (gut 20 Zentimeter lang) und besteht aus Kopf, Körper und Schwanz. Sie produziert die Enzyme, die für die Nahrungsaufnahme in den Darmzotten unentbehrlich sind (bei einer Pankreas-Entzündung werden diese Enzyme zu früh freigesetzt und zerstören das eigene Drüsengewebe). Außerdem produziert sie die lebenswichtigen Hormone Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel regeln. Gerät diese Balance über einen längeren Zeitraum aus dem Lot, kann sich die Zuckerkrankheit: Diabetes mellitus entwickeln.

Die Farbschwingung der Arme ist Petrolgrün (blaugrün).
Die Tiere sind der Frosch, der Seeotter, das Kamel und der Gecko.
Die Länder sind Irland und Bali.


Die Bauchspeicheldrüse ist das Organ für Kreativität und Heilung! 

Der Mensch ist ein Kanal für kreative Ideen und kann diese Gabe nutzen, um Gesundheit und Wohlbefinden aufrechtzuerhalten. Es gibt einen natürlichen Wissensdrang, herauszufinden, wie Dinge funktionieren. Wir schaffen und bauen, verschönern und wirken, damit wir die schönen Dinge des Lebens genießen können, ohne an ihnen anzuhaften.

Genuss- und Vergnügungsorgan oder „Die Süße des Lebens“

Die Gratwanderung zwischen Genuss und Genuss-Sucht ist ein Balance Akt. Wir kennen es alle: die Süße einer guten Schokolade, eines cremigen Kuchens, Zucker als Zusatz in koffeinhaltigen Getränken, der Schnaps nach einem opulenten Mahl, der genussvolle Sex am Ende einer Party… und der „Blues“ danach.

Der Pankreas verarbeitet all diese Genüsse und versucht die Balance im Körper wiederherzustellen. Der Kopfschmerz nach einer durchzechten Nacht zeigt den leichten bis schweren Vergiftungspegel an. Wenn wir klug sind, trinken wir viel Wasser, gehen an die frische Luft, bewegen den Körper und verbringen den Tag ohne Zucker und Alkohol. Das erleichtert die Entgiftung. Wenn wir darauf keine Lust haben, drehen wir das Rad ein bisschen weiter: nehmen eine Kopfschmerztablette, trinken einen starken Espresso, schlafen eine zusätzliche Runde um dann wieder nach einem Aufputschmittel wie Cola oder Tabletten und einem üppigen Mahl als Grundlage für den nächsten Cocktail die nächste Party zu feiern und nach einem Date Ausschau zu halten. Wir wollen dasselbe Gefühl der Befriedigung wiederhaben. So beginnt das, was wir Sucht nennen.

Wir machen uns vor, dass wenn wir von allem noch ein bisschen mehr haben könnten: noch einen Drink, noch ein Stück Kuchen, noch einmal Sex, dann würde sich die Befriedigung in die Unendlichkeit ausweiten und uns endlich Erfüllung schenken.

Diese Vorstellungen halten uns in einem leidvollen Kreislauf von Täuschung und Selbstzerstörung gefangen. Denn nach jeder durchzechten Nacht entsteht ein Gefühl von Leere. Halten wir dieses Loch nicht aus, stopfen wir es mit dem nächsten Drink, dem nächsten, heißen Date. Das Loch wird immer größer.

Die Spirale dreht sich nach unten. Dort angekommen gibt es nur einen Weg zurück: radikaler Entzug. Ist man am Ende der Spirale angelangt, ist es nicht mehr möglich, kleine Häppchen zu genießen. Sie würden direkt wieder in die Abhängigkeit führen.

Das ist der Weg eines Alkoholikers, eines Zuckersüchtigen und auch eines Arbeitssüchtigen.

Wir haben es hier natürlich nicht nur mit Substanzen wie Zucker, Alkohol oder Drogen zu tun, sondern auch mit einer Lebenshaltung, die sich zu viel von allem einverleibt. Das mittlere Maß ist gewöhnlich und unattraktiv. Viel spannender ist es doch, körperliche Grenzen zu ignorieren und nichts auszulassen! Dem vermeintlichen Glück folgen Unglück und Schmerz.

Der Asket, der das hört, wird sich also sagen, dann verweigere ich mir jeglichen Genuss, es führt ja sowieso nicht zur Glückseligkeit. Der Hedonist wird sich sagen, besser jetzt alles auf einmal, bevor es zu spät ist. Süchtig sind sie beide, in der Mitte ist keiner.

Echte Glückseligkeit entfaltet sich in einem inneren Raum, durch innere Disziplin und einen Weg der Mitte. Durch regelmäßige Meditation, Yoga oder andere, innere Praktiken werden Hormone ausgeschüttet, die ein inneres Wohlgefühl, eine Ausgeglichenheit, einen inneren Frieden hervorrufen. Heilung und Kreativität sind natürliche Bestandteile einer inneren Ausrichtung.

Das einfache Glück ist die Freude an dem, was ist, wer wir sind und was wir bewirken können. Es braucht keine Substanzen, die zu mehr Glück verhelfen. Und doch ist es schön, etwas Gutes zu genießen, eben mit dem Bewusstsein, dass dieses Glück vergänglich ist.

Kreativität – ein erfüllender Prozess

Es ist der Pankreas in uns, der es liebt, herauszufinden, wie etwas funktioniert. Kreativität ist ein erfüllender Prozess. Während kreativer Prozesse sind wir mit uns verbunden und erschaffen etwas, das unsere eigene Note hat und uns glücklich macht.

Der Begründer von Tibetan Pulsing, Shantam Dheeraj, schreibt in seinem Buch: „Woher kommt die Welt?“ über sich selbst: „An einem Punkt war ich der schlimmste Fall von Alkoholiker, der mir je begegnet ist. Ich war dabei, daran zu sterben. Ich hatte eine Krankheit, Pankreatitis, die normalerweise tödlich verläuft. Ich begann nach innen zu schauen, die Probleme zu beobachten. Ich merkte, dass ich immer, wenn gewisse Zeichen auftraten, z.B. ein Geschmack wie Plastik im Rachen und ein fast unmerklicher Schmerz im linken Oberbauch, sofort mit dem Trinken aufhören und etwas essen musste. Ich musste aufhören, bis ich einen deutlich anderen Geschmack im Mund hatte, der mich wissen ließ, dass ich wieder anfangen konnte zu trinken. So begann ich, immer beim Trinken auf die Symptome zu achten. Das war für mich der Beginn von Meditation. Der Konflikt mit dem Trinken wurde für mich der Schlüssel zum Tor, heraus aus der Alkoholiker Hölle, weil ich dabei einfach lernen musste zu beobachten. Beobachten – selbst aus dem schlimmsten Grund heraus, selbst die schlimmste Abhängigkeit – Beobachten macht`s möglich. Beobachten, wenn es passiert, dann unmittelbar bevor es passiert und schließlich den Moment erkennen, wenn du gerade erst den Impuls verspürst, etwas tun zu müssen.“

Er heilte sich auf diese Weise selbst und entwickelte ein enormes Potential an Kreativität. Er hatte Visionen und erhielt durch innere Führung die Grundlagen einer völlig neuartigen Heilmethode: Tibetan Pulsing Healing. Er widmete sein ganzes Leben der Vervollkommnung und Verfeinerung dieser Methode und begeisterte viele Menschen. Er war überzeugt davon, dass diese Arbeit, wenn sie dauerhaft angewandt wird, den Menschen zur vollständigen inneren Erfüllung und Realisation seiner selbst führen kann. Seine Leidenschaft und sein Charisma waren außergewöhnlich.

Fanatismus und Märtyrertum

Schauen wir uns dieses Thema am Beispiel von Arbeitssucht an: sie unterscheidet sich im Kern nicht von Genusssucht. Ein Loch im Inneren muss gefüllt werden. Eine Leere, ein Schmerz, der entsteht, wenn ich natürliche Bedürfnisse ignoriere, so wie: Pausen einrichten, auf den Körper achten, essen, bewegen, genügend schlafen… Ich entschuldige diese Selbstvergessenheit damit, dass es gerade nicht passt, dass zu viel zu tun ist. Wenn ich schließlich nicht mehr kann und der Körper schlappmacht, bin ich ärgerlich und habe überhaupt keine Lust auf diese Schwäche. Ein Indianer kennt keinen Schmerz! Weiter geht’s!

Ich erzähle mir selbst, dass es für einen guten Zweck ist, z. B. die Familie ernähren und absichern, die Welt retten, Missstände beseitigen und schon ist der Märtyrer geboren, der sich aufopfert und dafür Anerkennung einfordert.

Die Frage taucht auf: Woher kommt diese Sucht nach Anerkennung, die größer ist, als der einfache Wunsch danach? Unter der Oberfläche eines Workaholics findet man den Schmerz eines Vaterverlustes. Entweder war der Vater körperlich nicht anwesend oder er hat selbst kein Herz für sich gehabt und nur „malocht“. Auf jeden Fall blieb die liebevolle Zuwendung zum Kind auf der Strecke. Die Übermittlung und Lehre des Vaters auf das Kind war auf Leistung und Wert ausgerichtet, nicht auf die Entwicklung und das Vertrauen, dass das Kind durch seinen eigenen Wissensdurst lernt und dafür Freiräume und liebevolle Begleitung braucht.

Eine Klientin kommt mit Schmerzen in der Bauchspeicheldrüse und Verdauungsproblemen. In ihrer Familie gab es schon zwei Menschen, die an Pankreas Krebs erkrankten und sehr schnell verstarben. Sie hat Angst dasselbe Schicksal zu erleiden. Ich lasse sie die Lebenssituation ihrer Verwandtschaft beschreiben. Sie sagt: „Sie arbeiten über alle Maßen in ihrer Firma, machen regelmäßig viele Überstunden und lassen auch nach Feierabend nichts aus.“

SHIVA – Zerstörer und Erneurer

Die Bauchspeicheldrüse hat sowohl zerstörerische als auch erneuernde Kräfte, in der hinduistischen Mythologie ist sie dem Gott SHIVA zugeordnet. Auf vulkanischen Inseln, wie zum Beispiel den Kanaren, kann man die Kraft der Zerstörung hautnah spüren. Der Betrachter kann immer noch die Bilder der Verwüstung sehen: große Gesteinsbrocken, die herumliegen, als wären sie gestern erst mit Gewalt aus der Erde gebrochen, aufgewühlte Vulkankrater, Erdgräben, wo feurige Lava sich einst seinen Weg bahnte.

Gerade an diesen Orten ist eine starke Kraft von Transformation und Heilung zu spüren

Individuelle Heilungsprozesse werden durch das Feuer der Erde unterstützt. Es gibt wenig äußere Ablenkung, immer wieder schwarze, verwüstete Erde und inmitten davon zarte, grüne Pflanzen in vollständiger Trockenheit, benetzt nur vom Tau des Nebels. Tod und Neugeburt.

Eine Seminarteilnehmerin sagte während eines Seminars auf der Insel Lanzarote zu mir: „Ich habe immer geglaubt, dass mein größter Traum wäre, auf einer solchen Insel zu leben. Jetzt muss ich mir eingestehen, dass ich es mit mir hier allein nicht aushalten würde.“

Heilungspotentiale

Heilung geschieht, indem wir Veränderung zulassen und bereit sind, uns zu entwickeln, auch wenn es schmerzt. Alles darf sein: verdrängte Gefühle, unerfüllte Wünsche, Schattenanteile, Selbstvergessenheit, Selbstzerstörung, etwas für sich haben wollen, dem Eigenwillen folgen. Wenn wir das in uns erscheinen lassen und fühlend dabei sind, kann Transformation geschehen. Heilung ist vielschichtig – je tiefer wir einen Heilungsprozess zulassen, um so vollständiger ist sie.

Jeder Mensch durchlebt seinen individuellen Heilungsprozess. Annehmen was in mir ist, bedeutet, zulassen, wie der Heilungsweg sich in mir vollziehen möchte. Und das bedeutet nicht, dass dieser Weg angenehm sein muss. Aber auch nicht das Gegenteil!

Der Grieche G. Vithoulkas, einer der bekanntesten Homöopathen unserer Zeit, beschreibt es folgendermaßen: „Ich glaube an eine Höheres Bewusstsein, das wir Gott nennen, dass letztlich alles umfasst. Krankheit ist eine Fessel, die uns an unserer Entfaltung hindert…. Es gibt jedoch in jedem Menschen Abwehrmechanismen, die nicht erlauben, dass er geheilt wird, wenn er nicht reif dazu ist. Erst wenn wir innerlich bereit sind, von unserer Krankheit befreit zu werden, finden wir den richtigen Homöopathen und das richtige Mittel. Heilung bedeutet immer auch mehr Selbsterkenntnis.“

Übung: Gib dir regelmäßig Raum für kreative Stunden. Mach alle Geräte aus: Telefon, Fernseher…. sodass du nicht gestört werden kannst. Nutze die Zeit um etwas zu Malen, zu Singen, zu Schreiben oder deine Möbel umzustellen. Vielleicht hast du Lust auf einen Malkurs oder etwas, was dir Freude macht. Es geht nicht um das, was dabei herauskommt, sondern um den offenen, kreativen Raum, den du dir schenkst.Vielleicht ist es auch ein Spaziergang am offenen Meer, in einem Wald oder an einem Ort, der dir diese Freude und Gelassenheit vermittelt.

Über die Autorin:
Elvira Schneider ist Heilpraktikerin für Homöopathie, Trauma- und Körperarbeit. Sie arbeitet seit 25 Jahren mit der Körper- und Energiearbeit Tibetan Pulsing Healing in Einzelsitzungen, Seminaren und Ausbildungen. Sie hat direkt bei Dheeraj J. Murley, dem Begründer von Tibetan Pulsing, gelernt.

Sie lebt und arbeitet auf Gut Saunstorf – Ort der Stille und ist seit 15 Jahren Schülerin von OM C. Parkin im inneren Kreis der Mysterienschule und hat sowohl Kenntnisse der inneren Arbeit als auch die Enneagramm Ausbildung absolviert.

www.heilpraxis-schneider.de

Aktuelle Seminare und Ausbildungen von Elvira Schneider: Ausbildung „Tibetan Pulsing Intensive“ von Januar 2017 bis August 2019 (in Blöcken) auf Gut Saunstorf – Ort der Stille.
www.gut-saunstorf.de


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