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2017-11-26

Der Stern speit: Riesige Feuerzunge bricht aus der Sonne aus


Auf unserer Sonne spielt sich Unglaubliches ab: Von ihr löst sich gerade eine 500.000 Kilometer lange Protuberanz.

Wie dunkles Gewebe sieht sie aus, die wohl größte Protuberanz, die die Sternforscher in den letzten Jahren beobachten konnten: „Fast in der Mitte des Sonnendiskus ist eine der schönsten und größten Protuberanzen der letzten Jahre zu sehen“, heißt es in einer Mitteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Wenn eine Protuberanz sich von der Sonne löst, dann sei das die letzte Phase ihres sehr viel längeren Lebens, sagen die russischen Sternforscher. „Dieser Endphase geht eine lange, mehrwöchige Etappe voraus, wenn sich in der Sonnenkrone kaltes Festgewebe ansammelt, bis es dann so eine gewaltige Masse erreicht, dass es aus dem Gleichgewicht gerät und in den Weltraum ausbricht“, heißt es in der Mitteilung.

Was die Wissenschaftler mit dem dunklen, festen Gewebe meinen, ist größtenteils kalter Wasserstoff. Kalt ist natürlich relativ: Die Temperatur des Wasserstoffs liegt knapp unter 10.000 Grad – ein Hundertstel jener Temperaturen, die in der Sonnenkrone herrschen, erklären die Forscher.

„Aus diesem Grund sieht die Protuberanz beim Blick von oben wie ein dunkles Objekt mit der Form eines Fasergewebes aus. Dessen Leuchtkraft ist deutlich niedriger als die der umliegenden heißen Gase“, so die Sternforscher.

Das sei übrigens eines der größten Geheimnisse der Sonne: „Wie kann so ein kaltes Objekt wochenlang in der Sonnenkrone existieren, ohne sich aufzuheizen? An der Lösung dieses Rätsels tüfteln viele Sternphysiker bis heute.“

Protuberanzen sind jene wenigen Sonnenobjekte, die von der Erde aus beobachtet werden können. Allerdings ist dafür ein astronomischer Filter nötig – im Unterschied zu den üblichen Sonnenflecken, die mit einem einfachen Fernglas sichtbar sind (vorausgesetzt natürlich, man dunkelt die Linsen entsprechend ab).

Sollte die Materie der Protuberanz sich in den nächsten Tagen von der Sonne lösen, wird sie bald den Orbit unseres Planeten erreichen. „Dann erwartet uns eines der schönsten Naturschauspiele: die Loslösung einer Protuberanz von der Sonne. Dieser folgt allerdings eine Verschlechterung des geomagnetischen Umfelds“, so die Wissenschaftler.

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