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2025-11-02

Klaus Praschak: Vom Ich zum Selbst - der Ruf des globalen Erwachens


Wenn man zu einem Menschen sagt: „Werde Du Selbst“, blickt man oft in erstaunte Gesichter.

Denn das kleine Ich glaubt, es sei bereits alles, was es sein kann und es verwechselt sein Spiegelbild mit der Wahrheit. Es sagt: Ich bin mein Name, meine Geschichte, meine Meinung, meine Wunden.

Doch das wahre Selbst ist jenseits all dessen, denn es ist das Bewusstsein, das all das wahrnimmt.

In dieser Zeit des Umbruchs zeigt sich die Spaltung zwischen Ich und Selbst nicht nur im Einzelnen, sondern auch im Kollektiv. Völker, Religionen, Gruppen, denn sie alle tragen dieselbe Dynamik in sich, nämlich das Festhalten am Alten und das gleichzeitige Sehnen nach einem neuen Bewusstsein. Die Menschheit steht an einem Punkt, an dem sie gezwungen ist, sich selbst im Spiegel zu betrachten, dabei geht es nicht darum sich selbst zu verurteilen, sondern um sich zu erkennen. Das alte Denken, genährt von Angst, Konkurrenz und Macht, stößt an seine Grenzen.

Und während es noch laut tobt, leise kämpft und um seine Bedeutung ringt, wächst im Verborgenen etwas Neues und zwar eine stille, liebevolle Kraft, die aus dem Herzen des Menschen selbst entspringt. Es ist das Licht des Selbst, jenes göttliche Bewusstsein, das in allem lebt und erkennt: Was ich dem anderen antue, tue ich mir selbst an. Jesus gebrauchte damals nicht das Wort „Selbst“, doch seine Worte offenbarten genau diese Wahrheit. Wenn er sagte: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“, zeigte er uns die Einheit allen Lebens. Er erkannte, dass kein Getrenntsein existiert, nur das Eine, das sich in vielen Formen ausdrückt. Als er sprach: „Ich und der Vater sind eins“, bezeugte er das Erwachen des göttlichen Bewusstseins im Menschen, das jenseits des kleinen Ichs wohnt. In ihm war das Ich zu Licht geworden, durchsichtig für das Ewige. Und als er uns erinnerte: „Ihr seid das Licht der Welt“, wollte er nicht verehrt, sondern erkannt werden, als Spiegel dessen, was wir in Wahrheit sind, Kinder des Einen Bewusstseins, Funken der göttlichen Liebe, die sich selbst in allem begegnet. Viele fürchten, der Wandel müsse durch Katastrophen geschehen. Doch das, was jetzt geschieht, ist in Wahrheit ein inneres Beben, ein Erwachen, das dort beginnt, wo das Ich endlich aufhört, alles kontrollieren zu wollen. Nicht jeder hört diesen Ruf sofort, und nicht jeder will ihn hören.

Doch jeder wird ihn spüren, denn er kommt nicht von außen, sondern aus der Tiefe des eigenen Seins. Die neue Erde entsteht nicht durch Technik, Politik oder Macht, sondern durch Bewusstsein und durch den Mut, die inneren Schranken zu durchlichten. Durch die Bereitschaft, nicht länger ein Echo äußerer Umstände zu sein, sondern ein Klang des Herzens, der in Harmonie mit dem Ganzen schwingt. Das globale Erwachen ist kein Massenereignis, es ist eine Summe individueller Heimkehr. Ein jeder, der in sich selbst Frieden findet, erhellt das Bewusstseinsfeld der Welt.

Und wenn genug Herzen sich erinnern, dass sie eins sind, dann endet der Kampf zwischen Ich und Du, zwischen Volk und Volk, zwischen Mensch und Gott. So ist diese Zeit ein heiliger Übergang und ein Ruf, der nicht an den Verstand gerichtet ist, sondern an das Herz der Menschheit.

Erinnert euch, wer ihr seid. denn das Selbst in euch ist das Licht, das die Welt verwandelt.

Tatsächlich sind die Wiederkehr Jesu und der Weg vom kleinen Ich zum höheren Selbst zwei Ausdrucksformen derselben inneren Wahrheit. Die Wiederkehr Jesu ist kein Ereignis der Zukunft. Sie geschieht in jenem Augenblick, in dem ein Mensch das kleine Ich, mit all seinen Ängsten, Zweifeln und Verteidigungen loslässt und das Licht seines höheren Selbst erkennt.

Dann tritt das Christusbewusstsein in Erscheinung, jenes stille, liebevolle Wissen, dass wir eins sind mit dem Ursprung allen Lebens. Das kleine Ich sucht Sicherheit in der Welt, das höhere Selbst findet Frieden im Herzen. Das kleine Ich kämpft um Anerkennung, das höhere Selbst liebt, ohne etwas zu fordern. Und jedes Mal, wenn Liebe die Angst überwindet, kehrt Christus in uns zurück und das nicht in Worten, sondern als lebendige Gegenwart. So erfüllt sich das große Versprechen:

„Ich bin bei euch alle Tage“ - nicht als ferner Erlöser, sondern als Licht, das in uns selbst erwacht.

Klaus Praschak

Bild: printerest.de danke

Quelle: Klaus Praschak

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