Erfahren - Erkennen -Verkörpern – Leben...ist das was ich unter dem gelebten Geist verstehe. Nicht nur erkennen, was Geist ist, sondern Geist werden lassen, was wir erkannt haben. Der gelebte Geist verschiebt die Frage von der Quantität des Tuns auf die Qualität des Seins. Was du erkannt hast, verwirkliche in deinem Leben. Was du erfahren hast, verkörpere und was in dir als Liebe lebendig geworden ist, lass durch dein Handeln sichtbar werden.
Eine Erkenntnis allein verändert unser Leben noch nicht. Wir können etwas zutiefst verstehen und dennoch in alten Mustern weiterleben. Erst wenn das Erkannte beginnt, unsere Entscheidungen, unseren Umgang mit uns selbst und unsere Begegnungen mit anderen zu verändern, wird aus Erkenntnis gelebte Wirklichkeit.
Eine mystische Erfahrung kann uns für einen Augenblick eine Wirklichkeit zeigen, die weit über unser gewohntes Bewusstsein hinausgeht. Doch auch die tiefste Erfahrung ist zunächst eine Erfahrung. Ihre eigentliche Bedeutung zeigt sich erst darin, was von ihr bleibt, wenn der außergewöhnliche Zustand längst vorüber ist. Wenn der Frieden auch dann noch in uns wirken kann, wenn das Leben schwierig wird. Wenn die erfahrene Liebe unser Verhalten verändert. Wenn wir aus der Erfahrung nicht größer, sondern menschlicher werden.
Liebe muss sich nicht ankündigen und braucht keine großen Worte. Sie kann in einem geduldigen Zuhören liegen, in einem freundlichen Wort, in der Bereitschaft, einen anderen Menschen so sein zu lassen, wie er ist. Sie kann aber ebenso bedeuten, eine Grenze zu setzen, wenn etwas nicht gut für uns ist. Auch das kann Liebe sein - zu uns selbst und zum anderen.
Geistige Entwicklung bedeutet deshalb nicht, immer mehr über das Göttliche zu wissen, sondern immer weniger zwischen dem, was wir erkannt haben, und dem, wie wir leben, stehen zu lassen. Denn irgendwann wird die Frage nicht mehr sein: Was habe ich erfahren? Was weiß ich?
Welche Erkenntnis habe ich gewonnen? Sondern was ist daraus in meinem Leben geworden?
Hier sehe ich den eigentliche Übergang von spiritueller Erfahrung zu gelebtem Geist.
Erkenntnis wird zu Haltung, Erfahrung wird zu Verkörperung und Liebe wird zu Handlung.
An dieser Stelle beginnt das, was wir Menschwerdung nennen können, wenn das, was wir in der Tiefe unseres Seins berührt haben, nicht mehr nur ein inneres Wissen bleibt, sondern durch unser Menschsein hindurch Gestalt annimmt. Die Erfahrung zeigt uns, was möglich ist; die Verkörperung zeigt uns, was davon wirklich zu uns geworden ist.
In spirituellen Kreisen wird Transformation häufig mit einem großen, außergewöhnlichen Ereignis verbunden, so als müsse eines Tages etwas Spektakuläres geschehen, das unser Bewusstsein schlagartig verändert. Dadurch entsteht leicht eine Haltung des Wartens und darin liegt eine subtile Gefahr. Solange wir auf den großen Durchbruch, den Aufstieg oder das entscheidende äußere Zeichen warten, verschieben wir das Leben immer wieder in die Zukunft. Die Transformation, nach der wir uns sehnen, wird zu etwas, das eines Tages beginnen soll. Doch genau diese Vorstellung kann uns unbemerkt in eine Warteposition versetzen. Wir richten unseren Blick auf das, was eines Tages geschehen soll, und übersehen dabei, dass Transformation längst begonnen hat und zwar im stillen Alltag, in unseren Entscheidungen, in unserer Art zu lieben, zu vergeben und wahrzunehmen.
Weil immer wieder neue „Schaufenster der Hoffnung“ geöffnet werden, wird das Warten selbst zur Gewohnheit. Man hofft auf den nächsten großen Impuls, statt das zu verwirklichen, was sich bereits heute durch uns entfalten möchte. Wahre Transformation ist deshalb weniger ein spektakuläres Ereignis als ein stiller Reifungsprozess, der sich Augenblick für Augenblick in unserem Menschsein vollzieht. Diese Schaufenster haben Menschen inspiriert, aber sie haben auch dazu geführt, dass das Warten für manche zur Gewohnheit geworden ist. Doch das Leben fragt uns nicht: Worauf du wartest, sondern das Leben fragt, was kannst du heute von dem verwirklichen, was du bereits erkannt hast?
Klaus Praschak
Bild: printerest.de danke
Eine Erkenntnis allein verändert unser Leben noch nicht. Wir können etwas zutiefst verstehen und dennoch in alten Mustern weiterleben. Erst wenn das Erkannte beginnt, unsere Entscheidungen, unseren Umgang mit uns selbst und unsere Begegnungen mit anderen zu verändern, wird aus Erkenntnis gelebte Wirklichkeit.
Eine mystische Erfahrung kann uns für einen Augenblick eine Wirklichkeit zeigen, die weit über unser gewohntes Bewusstsein hinausgeht. Doch auch die tiefste Erfahrung ist zunächst eine Erfahrung. Ihre eigentliche Bedeutung zeigt sich erst darin, was von ihr bleibt, wenn der außergewöhnliche Zustand längst vorüber ist. Wenn der Frieden auch dann noch in uns wirken kann, wenn das Leben schwierig wird. Wenn die erfahrene Liebe unser Verhalten verändert. Wenn wir aus der Erfahrung nicht größer, sondern menschlicher werden.
Liebe muss sich nicht ankündigen und braucht keine großen Worte. Sie kann in einem geduldigen Zuhören liegen, in einem freundlichen Wort, in der Bereitschaft, einen anderen Menschen so sein zu lassen, wie er ist. Sie kann aber ebenso bedeuten, eine Grenze zu setzen, wenn etwas nicht gut für uns ist. Auch das kann Liebe sein - zu uns selbst und zum anderen.
Geistige Entwicklung bedeutet deshalb nicht, immer mehr über das Göttliche zu wissen, sondern immer weniger zwischen dem, was wir erkannt haben, und dem, wie wir leben, stehen zu lassen. Denn irgendwann wird die Frage nicht mehr sein: Was habe ich erfahren? Was weiß ich?
Welche Erkenntnis habe ich gewonnen? Sondern was ist daraus in meinem Leben geworden?
Hier sehe ich den eigentliche Übergang von spiritueller Erfahrung zu gelebtem Geist.
Erkenntnis wird zu Haltung, Erfahrung wird zu Verkörperung und Liebe wird zu Handlung.
An dieser Stelle beginnt das, was wir Menschwerdung nennen können, wenn das, was wir in der Tiefe unseres Seins berührt haben, nicht mehr nur ein inneres Wissen bleibt, sondern durch unser Menschsein hindurch Gestalt annimmt. Die Erfahrung zeigt uns, was möglich ist; die Verkörperung zeigt uns, was davon wirklich zu uns geworden ist.
In spirituellen Kreisen wird Transformation häufig mit einem großen, außergewöhnlichen Ereignis verbunden, so als müsse eines Tages etwas Spektakuläres geschehen, das unser Bewusstsein schlagartig verändert. Dadurch entsteht leicht eine Haltung des Wartens und darin liegt eine subtile Gefahr. Solange wir auf den großen Durchbruch, den Aufstieg oder das entscheidende äußere Zeichen warten, verschieben wir das Leben immer wieder in die Zukunft. Die Transformation, nach der wir uns sehnen, wird zu etwas, das eines Tages beginnen soll. Doch genau diese Vorstellung kann uns unbemerkt in eine Warteposition versetzen. Wir richten unseren Blick auf das, was eines Tages geschehen soll, und übersehen dabei, dass Transformation längst begonnen hat und zwar im stillen Alltag, in unseren Entscheidungen, in unserer Art zu lieben, zu vergeben und wahrzunehmen.
Weil immer wieder neue „Schaufenster der Hoffnung“ geöffnet werden, wird das Warten selbst zur Gewohnheit. Man hofft auf den nächsten großen Impuls, statt das zu verwirklichen, was sich bereits heute durch uns entfalten möchte. Wahre Transformation ist deshalb weniger ein spektakuläres Ereignis als ein stiller Reifungsprozess, der sich Augenblick für Augenblick in unserem Menschsein vollzieht. Diese Schaufenster haben Menschen inspiriert, aber sie haben auch dazu geführt, dass das Warten für manche zur Gewohnheit geworden ist. Doch das Leben fragt uns nicht: Worauf du wartest, sondern das Leben fragt, was kannst du heute von dem verwirklichen, was du bereits erkannt hast?
Klaus Praschak
Bild: printerest.de danke
Quelle: Klaus Praschak

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