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2026-09-25

Andrea Riemer: Leise ZwischenTöne zum Einstieg …


Es ist dasselbe Buch. Und doch ein anderes. Für die zweite Auflage von Leise Zwischentöne, eine Sammlung von Lesungsprogrammen der vergangenen 15 Jahre, habe ich mich noch einmal ganz neu auf die Programme eingelassen, sie aktualisiert und ergänzt und das gesamte Buch überarbeitet. Manche Stellen sind geblieben, andere haben sich verändert – und wieder andere fühlen sich an, als wären sie erst jetzt richtig an ihrem Platz. Als kleinen Einblick in die überarbeitete Fassung.

‚Leise ZwischenTöne‘ … in einer Zeit des Lärms, der Gewalt, der Konflikte, der Auseinandersetzungen im Kleinen wie im Großen, der scheinbar unüberwindbaren Spaltungen und der dauernden Ablenkungen. Was können in diesem Setting ‚Leise ZwischenTöne‘ ausrichten? Gehen das Leise in dem unglaublichen Lärm in vielerlei Schattierungen unter? Wird es überhaupt wahrgenommen.

Gerade wenn es laut und unsicher ist, braucht es ‚Leise ZwischenTöne‘. Sie bieten Nuancierung. Sie bieten scheinbar Unbedeutendem Raum, das doch vielbedeutungsvoller ist, weil es grundsätzlich in unserem Sein als Menschheit und als Mensch ist. Denn: Vieles, was uns Jahrzehnte und teilweise auch länger begleitete, bricht mehr und mehr. ZwischenTöne, besonders wenn sie leise sind, gehen verloren. Die Inszenierung. Die Performance. Das Staging … nur das, was laut, was überzogen, übertrieben und verzerrt ist, wird wahrgenommen. Das, was vielen von uns lange Halt und Orientierung gab, geht, gelegentlich leise und still, dann wieder mit großem Getöse.

Doch wo finden wir Halt in dieser scheinbaren Leere unseres Daseins? In diesem liminalen Raum zwischen Alt und Neu?

Wohl nur im eigenen Inneren, in der eigenen Stille, die für auch eben auch die leisen ZwischenTöne wahrnehmbar macht. Das ist für viele Menschen befremdlich und fremd. Es ist unbekanntes Land, so ganz anders als das, womit wir lange im Außen vertraut waren. Es macht Angst, mit sich zu sein. Es macht Angst, für sich Verantwortung zu übernehmen. Es macht Angst, keine Orientierung zu haben. Es macht Angst, den eigenen Weg zuerkennen und zu gehen - womöglich zumindest zeitweise allein.

Weiter in:

Andrea Riemer:
Leise ZwischenTöne,
Berlin, Freilassing, 2. erw. und überarb. Auflage 2026.

Ab 25.09.2026 erhältlich unter https://www.epubli.com/?s=Andrea+Riemer
und auf den üblichen Plattformen und im Buchhandel.