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2026-10-01

Otfried Weise: JETZT


Ich liebe den allumfassenden, gegenwärtigen Blick,
weil er mich aus allen Entfernungen zurückruft, zurück zu mir, zurück in die stille Mitte meines Seins.

Im JETZT gibt es keine Ablenkung mehr, kein Gestern, das mich zurückhält, kein Morgen, das mich ruft, denn wohin sollte ich gehen, wenn alles, was je sein kann, bereits hier ist?

JETZT ist mein Leben.

Nicht irgendwann, nicht dort, wo meine Sehnsucht mich hinträumt,
nicht in den Erinnerungen, die längst vergangen sind,
nicht in den Möglichkeiten einer Zukunft, die noch keinen Atemzug getan hat.

Hier, in diesem einen Augenblick,
der nichts braucht, um vollkommen zu sein.

Das JETZT ist kein flüchtiger Punkt zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Es ist der stille Raum, in dem Vergangenheit und Zukunft ihre Grenzen verlieren. Ein zeitloses Tor, durch das sich das Sein selbst betrachtet.

Quelle: Otfried Weise

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