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2020-11-15

Jenny Schiltz: Sich durch die Fäden der Lebzeiten arbeiten

Ich wollte etwas von dem Verständnis teilen, das heute zustande gekommen ist. Ich arbeitete mit einer Klientin und fand ein Seelenstück, das abgebrochen ist, als sie 12 Jahre alt war. Dieses Stück ist damals abgebrochen, weil sie befürchtete, dass ihr Vater sterben und die Familie mittellos zurücklassen könnte. Ihr Vater war zu dieser Zeit gesundheitlich angeschlagen, aber es war wirklich nur ein Schreck, da er mit 75 Jahren heute immer noch in seinem Körper ist.

Die Angst, die sie als 12-Jährige empfand, hat sie ihr ganzes Leben lang begleitet. Es hat ihr bis heute Angst gemacht. Sie war verletzlich und fühlte sich nicht in der Lage, sich auf einen anderen zu verlassen zu können, was ihre Beziehungen sehr behindert hat.

Dieses fehlende Seelen-Stück hat in ihr eine solche Angst erzeugt, dass es vor der Rückkehr Heilung benötigte. Die geistige Führerin, mit der ich gearbeitet habe, half mir dabei, ihr zu zeigen, dass sie sicher, geschützt und umsorgt war und immer sein wird. Sie zeigte jedes Leben als einen Mantel, in einem endlosen Schrank mit Mänteln, die man anzieht. Sie erklärte, dass das, was mit dem Mantel geschieht, den Träger des Mantels nicht beeinträchtigt. Er kann beschädigt, abgenutzt und alt werden, aber der Träger nicht.

Ich stellte der geistigen Führung die Frage, warum so viele ein Trauma aus ihrem früheren Leben mit sich herumtragen. Sie antwortete, dass es daran liegt, dass sich die Menschen oft an den Mantel und das Spiel hängen. Sie vergessen, dass es einfach etwas ist, das nur für eine kurze Zeit getragen wird. Es ist die Bindung an den Körper, an die Ursache, an die Geschichte, die das größte Leid verursacht. Wenn wir stattdessen das Leben mit den Augen des Beobachters sehen, wird es zu einem momentanen Abenteuer. Von diesem Raum aus können wir leicht einen Mantel ablegen und einen anderen anziehen, ohne Schmutz oder Abnutzung vom vorherigen Mantel mitzunehmen.

Meine Klientinnen im Alter von 12 Jahren akzeptierte diese Erklärung mit einer solchen Leichtigkeit, wie Kinder das oft tun. Sie war aufgeregt, sich ihrem erwachsenen Selbst wieder anzuschließen und ein Leben zu führen, ohne zu befürchten, dass ihr Vater jung sterben würde.

Während ich hier sitze und über den Tag nachdenke, halte ich inne, um zu untersuchen, wo ich an dem Mantel, der Geschichte oder der Ursache festhalte, anstatt das Ganze als ein momentanes Abenteuer zu betrachten. Die Energien, die in einem rasantem Tempo einströmen, legen all unsere Unsicherheiten, Überzeugungen und Bindungen bloß. Es ist die perfekte Zeit, die Dinge ein für alle Mal zu heilen, damit wir alles mit den Augen des neugierigen, fröhlichen Beobachters betrachten können.

Ich schicke Euch allen viel Liebe. Ein riesiges Dankeschön an alle, die diese Arbeit unterstützen und teilen.

Jenny Schiltz

[übersetzt von max]

Quelle: https://jennyschiltz.com/working-through-the-thread-of-lifetimes/

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