2026-05-01

Andrea Riemer: Wenn die Simulation zur Norm wird, schwächt es die menschliche Fähigkeit des Unterscheidungsvermögens


Sie schwächt das Vertrauen zueinander. Sie schwächt Neugierde und Offenheit für das Andere, das Unbekannte. Daher bleiben soziale Beziehungen mehr und mehr in einem geschlossenen Kreis. Sie konfrontieren sich nicht mehr mit der Lebensrealität außerhalb dieses Kreises. Diese Beziehungen werden schal und es kommt zu keinerlei Weiterentwicklung. Wie auch – in einer Blase, die Bestätigung des Vorhandenen aus ist?

Der aktuelle Podcast von A wie Andersdenkerin ... https://youtu.be/LOT2sUXrv5c

Alles andere wird als Bedrohung wahrgenommen, anstatt als Impuls, sich zu hinterfragen, zu reflektieren und zu verändern. Blasen dieser Qualität sind mittlerweile eines der großen Hindernisse für gesellschaftliche Entwicklung und für persönliches Wachstum. Die Abschottung führt letztlich zum Tod dieser Blasen, die ausschließlich im eigenen Saft braten. Dann verbreiten sich Polarisierung, Konflikte, Ängste und Gewalt. Der Betätigungsmechanismus hat sich zu einem Unheil entwickelt, dessen Folgen für alle enorm sind.

Wenn man sich von jedem, der anders als man selbst ist, bedroht fühlt, verliert man die Fähigkeit zur Begegnung und zum Dialog. Dies sind, neben Neugier, Offenheit, Mut und Akzeptanz des anderen, wesentliche Fähigkeiten und Merkmale, ob eine Gesellschaft in der Lage ist, zu überleben.

Was auf dem Spiel steht, ist nicht bloß das Risiko grundlegend in der Einschätzung der Lage und seiner Akteure falsch zu liegen, sondern eine Veränderung in unserem Verhältnis zur Wahrheit. Da dies bereits geschieht, steht die Weltgesellschaft in ihrer Existenz am Spiel.

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