2018-11-07

Andrea Riemer: Auserzählte Beziehungen – Frisch auf in die neue Partnersuche oder was?


Der Beitrag erschien am 5.11.2018 unter
https://spirit-online.de/auserzaehlte-beziehungen-frisch-auf-in-die-neuen-partnersuche-oder-was.html


Selten habe ich in meinen Beratungen derart viele auserzählte Beziehungen erlebt wie in den Jahren 2017 und 2018. 

Es ist kein Wunder, denn was nicht auf Liebe im besten Sinn des Wortes gegründet ist, hat mittlerweile keine Überlebenschance. Dies gilt für alle Lebensbereiche und ist vor allem den extrem ansteigenden Energien mit der anwachsenden Bewusstwerdung geschuldet.

Noch immer sind wenige bereit, auf ihre endende Beziehung hinzublicken und sie auch innerlich abzuschließen und sein zu lassen. Wenn sie tatsächlich auserzählt ist. Es erscheint viel attraktiver, sich mit offenen Enden auf eine neue Partnersuche zu begeben … bis zum nächsten Scheitern … und täglich grüßt das Murmeltier. Alt und Neu wabbern nebeneinander so dahin. Klingelt es bei Ihnen? Dann empfehle ich, sich Zeit für sich zu nehmen, die folgenden Gedanken zu lesen, auf sich wirken zu lassen und ins Handeln zu kommen. Es ist sicher etwas auch für Sie dabei.

Von Paaren, Partnerschaften und Beziehungen

Viele Paare stehen mittlerweile an einer Weggabelung. Alleine weiter oder gemeinsam in einer vollkommen neuen Energie als Paar in einer entwickelten Partnerschaft auf Augenhöhe weiter? So kann man die Lage kurz umreißen, die viel unklarer ist, als den meisten bewusst ist. Sie wissen nicht mal, ob sie ein Paar sind, eine Partnerschaft auf Augenhöhe (sie entsprechen der neuen Zeitqualität) oder eine von Abhängigkeiten gekennzeichnete und auf Bedürftigkeiten, Tausch und Gebrauch beruhende Beziehung leben (ich bezeichne sie als Auslaufmodell).

Allein das zu erkennen, ist auch nicht immer ganz einfach, denn es verlangt radikale Ehrlichkeit zu sich selbst und zum Gegenüber. Beides ist nicht immer angenehm und einfach.

Es gibt bekanntermaßen keine Rezepte für geglückte Partnerschaften auf Augenhöhe. Und wenn, dann klingt es eher nach Kochrezept denn nach menschlichem Miteinander. Besonders Liebespartnerschaften sind ein Fundus für viele BeraterInnen. Es gibt ja sogar schon LiebesCoaches. Und die Partnerberatung boomt. Genauso wie die Partnervermittlung, wo die Online Dating Plattformen bemerkenswerte Umsatzzuwächse verzeichnen. Warum wohl? Wer will denn schon alleine leben? Wer kann denn schon alleine leben, ohne sich gleich einsam zu fühlen? Antworten auf diese Fragen bringen uns dem Thema wieder ein Stück näher.

Gerne will ich ein paar Grundgedanken zum Zugang zu Beziehungen von Mann und Frau darlegen, um dann am Ende einer Beziehung bzw. Partnerschaft zu beginnen. Ich halte quasi Rückschau und ziehe aus Erfahrungen neue Erkenntnisse. Ein adäquates Rezept fürs nächste Mal, so es das gibt? Einen weiteren Blick ist es jedenfalls wert.

Wo fangen wir überhaupt an? … Zwei große Trennungen im menschlichen Sein

Die 1. Trennung ist die Trennung von dem, was man z.B. als Quelle bezeichnet … damit gibt man sehr viel Schöpferpotenzial aus der Hand.

Die 2. Trennung ist die Trennung in Männliches und Weibliches, in Sexualität und Liebe und in die Unvereinbarkeit von beidem.

Wie erfolgte die 1. Trennung? UNBEWUSST! Sie ist ein mentaler Akt und drückt sich folgendermaßen aus:

  • Klein sein
  • Ohnmächtig sein
  • Wertlos sein
  • Kraftlos sein
  • Ausgeliefert sein

Es ist wie in großes, kollektives, unbewusstes Gelübde, wie eine Art von innerem, unbewussten Vertrag. Diesen schleppen wir seit Menschengedenken mit uns mit – natürlich unbewusst. Doch auch unbewusst sitzt diese Trennung mit all ihren Mustern in unseren Zellen, versteckt – und doch sehr prominent vorhanden, wenn man die eigenen Beziehungen aller Art ehrlich ansieht – frei von Wertung und Verurteilung, bloß schauend ihnen begegnen.

Die 2. Trennung ist ebenfalls UNBEWUSST! Sie ist ein physischer Akt und äußert sich darin, dass Mann und Frau sind unterschiedlich programmiert sind. Mann und Frau haben einen unterschiedlichen Zugang, was Beziehung sein kann. Für die Frau steht das Herz im Mittelpunkt einer Beziehung. Für den Mann steht die Sexualität im Mittelpunkt einer Beziehung. Auch hier gilt, dass es ausdrücklich um keine Schuldzuweisung, sondern um eine bloße Befundung des Istzustandes geht. Es geht ausdrücklich nicht um Klischees, sondern um tiefe Programmierungen, die wiederum um Zellgedächtnis sitzen. Beides läuft seit Generationen unbewusst – dies zu wissen und zu beachten, ist sehr wichtig!

Beide Trennungen legen – gemeinsam mit der mehrfach erwähnten Grunddisposition zum Leben selbst die Basis dafür, ob Beziehungen zu Partnerschaften auf Augenhöhe werden oder eben nicht.
Zwei meistens unbekannte Trennungen machen uns das Beziehungsleben von Beginn schwer, weil wir uns dieser Trennungen nicht bewusst sind. Damit stehen wir bereits am Anfang vor dem Ende einer Beziehung … es ist gar nicht anders möglich. Wahrhaftige Partnerschaften sind eine Rarität.

Zur Grunddisposition in unserem Sein – die große Unbekannte?

Selten setzt man sich mit der Frage auseinander – „Mit welcher Grundmelodie, mit welcher Grunddisposition habe ich diese Welt betreten?“. Diese unscheinbare Frage, die zudem kaum gestellt wird, ist entscheidend, wie wir als Mensch, als individuelles Wesen mit Leben umgehen, wie wir Leben begreifen und ihm begegnen. Qua Resonanz gilt dies natürlich auch umgekehrt. D.h bevor man sich mit den nachfolgend dargestellten Großen Drei auseinandersetzt, darf man sich ehrlich und eingehend mit dieser Frage nach der Grunddisposition zum Leben auseinandersetzen. Ja – ich weiß, klingt abstrakt und mühselig. Doch diese Mühseligkeit lohnt. Selbst probiert – zur geneigten Anwendung empfohlen. Glauben Sie also nicht, RatgeberautorInnen und BeraterInnen sind vor diesem Thema gefeit. Weit gefehlt.

Wie ist sie nun, diese Ihre Grunddisposition zum Leben und was hat sie mit Ihren Beziehungen und Partnerschaften zu tun? Ihre Grunddisposition – ist sie offen, sich sicher und geborgen fühlend, sich angenommen und geliebt fühlend – oder unsicher, in der Existenz hinterfragt, ohne Existenzberechtigung, würdelos, unerwünscht, ungeliebt, angstvoll …

Man kann das natürlich ausweiten und ich habe bewusst polarisiert. Doch ist es wesentlich, sich mit der eigenen Grunddisposition auseinander zu setzen. Sie ist auch die Grundlage, wie ich mich als Mensch begreife, welchen Wert ich mir zumesse, wie viel Vertrauen ich in mich und ins Leben habe und in welcher Form und in welchem Inhalt ich mir meiner selbst bewusst sind.
Die Grunddisposition und Ihr Ich und Ihr Selbst sind untrennbar miteinander verbunden. Hier finden Sie jegliche Basis für Beziehungen aller Art.
Man kann sich im Grunde alles sparen, wenn man sich die Frage nach der eigenen Grunddisposition nicht erschöpfend beantwortet hat und die beiden Grundtrennungen nicht kennt. Dort liegt der berühmte Hund begraben. Investieren Sie also Zeit, sich eingehend mit Ihrer persönlichen Grunddisposition zu befassen und mit den beiden Grundtrennung im menschlichen Sein auseinanderzusetzen, zu erkennen und für sich zu modellieren. Sie finden dort auch grundlegende Antworten zu Ihrer Beziehungsfähigkeit.

Selbstwert – Selbstvertrauen – Selbstbewusstsein: Alternativbetrachtungen für Beziehungen aller Art – Wartet hier Hilfe?

Wenn Sie sich mit Ihrer Grunddisposition vertraut gemacht haben, dann können Sie sich den Großen Drei – Selbstwert – Selbstvertrauen – Selbstbewusstsein – widmen. Sie verdienen auch eine nähere Betrachtung, denn sie sind untrennbar mit geglückten Beziehungen verbunden. Ich habe darüber bereits einen umfangreichen Beitrag geschrieben. In diesem können Sie dazu beispielsweise nachlesen, wie die drei zusammenhängen und was man zu deren Aufbau und Erweiterung tun kann: Hinein ins eigene Licht – Selbstermächtigung praktisch

Hier nochmals die Schlüsselgedanken, die Essenz

Der Selbstwert ist ein Gefühl, ein sehr grundlegendes, einem innewohnendes Empfinden zwischen einem selbst und der Umwelt. Es geht dabei um die Frage, wie hoch ich mich selbst einschätze und auch wertschätze. Zudem geht es darum, ob ich es mir wert bin, glücklich und erfüllt zu leben und wie gut ich meine Gefühle kenne und steuern kann.

Selbstvertrauen bedeutet die Selbstwirksamkeit, die oft mit dem persönlichen Erfolg verbunden ist. Es geht dabei, an sich und seine Fähigkeiten zu glauben, die man als solche erkennen muss. Selbstvertrauen ist eng mit persönlicher Präsenz und Souveränität verbunden. D.h. wie sehr kann ich eigenverantwortlich mit und vom dem leben, was ich am besten kann und am liebsten mit Freude tue.

Selbstbewusstsein hingegen bezieht sich auf die Bewusstheit über sich selbst. Wer bin ich? Wie nehme ich mich wahr? Wie gut kenne ich mich, meine Stärken und Schwächen? Wie gut kann ich da den Ausgleich schaffen. Was will ich im Leben erreichen und wie will ich dabei leben? Was ist mir tatsächlich im Kern meines Lebens wichtig?

Das alles sind Fragen, die man sich als Mensch, der in Beziehung zu seinem Umfeld lebt, beantworten darf. Es handelt sich nicht um abstrakte Konzepte, sondern um Grundfragen, die für ein geglücktes Leben in der Beantwortung unabdingbar sind.

Ich will ein paar Impulse geben, um Ihnen Orientierung anzubieten, was es so mit auserzählten Beziehungen und den Großen Drei auf sich hat.

Auf die Grunddisposition kommt’s an, und auf das Erkennen der großen beiden Trennungen. Dann hat die Liebe in Beziehungen durchaus eine Chance und aus der Beziehung kann auch eine Partnerschaft auf Augenhöhe werden.

Warum tut man sich auch dann schwer, zu gehen, wenn eine Beziehung und eine Partnerschaft auserzählt sind?

Auch wenn der Schmerz in seinen Spielformen noch so groß ist, der Mensch ist – oft aus Angst – unglaublich leidensfähig. Die Schmerztoleranz ist bei vielen bemerkenswert. Man muss aushalten, man kann ja nicht gleich davonlaufen, man hat so viel bekommen, man will ja so gerne – und auch – diese mögliche krachende persönliche Niederlage. Ja – und dann die Angst vor dem Alleinsein. Das sich Matchen wollen, das Kämpfen, das Rechthabenwollen, das mehr Macht Habenwollen, das nicht Nachgebenwollen, der gekränkte Stolz, die Ehre usw. – kurz das liebe Ego brüllt dann immer besonders laut.

All das kennen wir sehr gut – es ist die Komfortzone des Schmerzes, der im Ego gegründet ist. Viele sind brillant im Umgang mit diesem Schmerz. Sie stürzen sich in Arbeit, suchen sich verrückte Hobbies, gleiten in die Eso-Szene und leiden still dahin. Man muss ja aushalten – und analysiert sich selbst und das, was man früher Beziehung nannte, zu Tode.

Verlassen zu werden oder andere zu verlassen, triggert oft kindliche Gefühle und Erinnerungen des Alleinseins an. Kinder brauchen Zugehörigkeit. Sie ist überlebensnotwendig für sie. Erwachsene Menschen können jedoch durchaus für einige Zeit alleine sein, ohne gleich zu sterben. Doch laufen viele Kinder in Erwachsenenkörpern herum – daher bleiben sie lieber in der wohlbekannten Schmerzkomfortzone und halten weiter aus, anstatt auf sich hinzublicken und sich zu sortieren.

Mir ist bewusst, dass ich pointiere. Doch dies erscheint mit erforderlich, weil viele nach einer Erklärung suchen, warum Beziehungen zurzeit derart am Prüfstand stehen und warum die Bereitschaft, auch aus Partnerschaften auszusteigen, signifikant ansteigt. Es knackt, knirscht und knarzt im Beziehungs- und Partnerschaftsgebälk. Die Komfortzone wird mehr und mehr richtig unbequem. Für manche ist ein Verbleib durchaus lebensbedrohlich.

Wir tun uns oft so schwer, aus der Nummer auszusteigen, weil das Kind in uns angetriggert wird und wir im Schmerzaushalten wahre WeltmeisterInnen sind. Herzlich im Ego-Land!

Daher nochmals die Frage: Wie kommt man aus dieser Nummer heraus?

Die erste Antwort: Gehe ganz weit in Deinem Sein zurück und sieh Dir Deine Grunddisposition an und erkenne die zahlreichen Trennungen unbewusster Natur, die in vielschichtige Programmierungen mündeten und sich heute in konkreten Erleben zeigen.

Vergebung – sauschwer, doch sehr empfehlenswert

Beziehungen sind oft die Quelle größten Schmerzes im menschlichen Dasein. Wenn man/frau mittendrinnen ist und erkennt, dass sie ‚aus‘ ist, dann tut das oft unendlich weh. Die Bedürftigkeiten, die Spiegelungen, die eigenen Defizite und Mängel werden einem mehr und mehr bewusst, wenn man ein bisschen auf das hinblickt, was auch ist. Aus der Ablehnung wird Ärger. Dann folgen Wut, Groll und immer schön vom Schmerz begleitet.

Ich beobachte in meinen jahrelangen Beratungen, dass Menschen ungeheuer leidensfähig sind, wenn es um Beziehungen geht. Ich schreibe hier nicht von anspruchsvollen Partnerschaften auf Augenhöhe. In diesen Bereich wagen sich nur wenige vor – so als ob es die Königsdisziplin wäre. Dabei – aus jeder Beziehung kann eine Partnerschaft auf Augenhöhe werden. Die aktuellen Energien helfen uns dabei. Wer achtsam und bewusst ist, hat einen echten Wettbewerbsvorteil in diesem Spiel.

Vorher ist es jedoch oft eine Qual. Dann schafft man/frau den Absprung aus der leidvollen Beziehungen, voll Angst, was danach kommen mag und – irgendwie dann meistens doch froh, aus dem Ganzen heraus zu sein. Es folgen eine Leere und ein Nachklingen des Schmerzes. Versagensgefühle, Sehnsucht, Suchen, wieder Schmerz … Doch wie kann man mit auserzählten Beziehungen umgehen?

Das Erkennen von eigenen Verhaltensmuster und Glaubenssätzen, gepaart mit der viel und oft zitierten Vergebung erscheint mir ein sehr guter und brauchbarer Ansatz (vertiefend siehe dazu z.B. die Arbeiten von Colin Tipping; zudem Vergebung – sauschwer … doch unglaublich befreiend).

Vergib Dir selbst (oft vergessen) und vergib dem anderen. Jede/r hat es so gut gemacht, wie sie/er konnte. Alles andere ist Verstandesarbeit, die nicht weiterhilft, weil es um tiefste Gefühle geht. Da hat der Verstand mal Pause.

Vergebung aus der Tiefe des Herzens befreit von Schmerz. Das ist fordernd. Es ist nicht immer einfach. Es gibt ein Vor und Zurück. Doch man kann es meistern, zu vergeben. Dann kann eine innere Heilung eintreten. Solange Wut und Schmerz vorhanden sind, hat etwas Neues gar keine Chance, weil das Ego überblendet. Es kommt zur Wiederholungsschleife.

Seien Sie ehrlich – wie oft ist Ihnen das passiert? Beantworten Sie sich diese Frage selbst.

Hilfreich ist auch die Frage: Was würde die Liebe jetzt tun? …

Erst wenn aus der Tiefe des Herzens sich selbst (!) und dem anderen (!) vergeben wurde, dann ist Platz für Neues. Dies klingt einfach, ist es natürlich nicht. Jede/r, der mit dem Ende einer Beziehung, sei es im Beruf, sei ist in der Familie, in Freundschaften oder in der Partnerschaft konfrontiert war, weiß dies.

Vergebung – ein Supertipp, doch sauschwer – gerade weil tiefe Liebe auch den größten Schmerz auslösen kann, wenn sie kippt.

Raus aus der alten Nummer – Mitsichsein und sich bereit für Neues machen?

So wiederhole ich gerne – setzen Sie sich mit den beiden Grundtrennungen, mit Ihrer Grunddisposition und mit Vergebung intensiv auseinander. Klären Sie diese für sich und wandeln Sie diese. Ja – Sie können bildlich die Tonart von Moll auf Dur verändern. Es ist alles eine Frage von Bewusstheit und ein wenig Übung. Dann ist Ihr inneres Haus auf einem festen Grund gebaut. Das Fundament hält somit einiges aus und Sie haben auch eine adäquate Basis für Ihre Beziehungsfähigkeit gelegt.

Jemand mit einem gesunden und entwickelten Selbstwert bleibt in keinen leidvollen Beziehungen. Sie/er tut alles, um ein erfülltes Leben zu gestalten. Wenn sie/er auf Dauer unerfüllt ist, dann geht sie/er aus der Beziehung – vielleicht mit ein wenig Traurigkeit, mit einem kleinen Schmerz, weil das Pflaster der Restillusion herunter gerissen wird – doch der Ausstieg ist letztlich nur ein kleiner Schritt. Mangelt es hingegen beim Selbstwert, dann kommt es zu Dramen, zu On-Off-Beziehungen, zu Erkrankungen, zum gegenseitigen sich Fertigmachen, zu tiefen Verletzungen, die jede neue Beziehung belasten. Das Ego hat Kirchtag. Das kleine Kind springt unbeachtet und unbewusst durch die Gegend und treibt einen vor sich selbst her.

Am Selbstwert zu arbeiten, ist eine lebenslange Geschichte. Doch wenn man einen inneren Kipppunkt überschritten hat und die Basiskondition hat, dann kommt man nicht mehr so rasch in Verlegenheit. Fangen Sie bei sich an. Dort liegt die Erfolgsgarantie.

Ein entwickeltes Selbstvertrauen hilft einem, sich aus ungesunden Beziehungen zu befreien. Man vertraut auf seine Fähigkeit, wieder neue Menschen in sein Leben zu ziehen, kann Mitsichsein sehr gut aushalten – ja, sieht es – bei allem zulässigen Anfangsschmerz – als Quelle der Erneuerung durch Reflektion. Ein gesundes Selbstvertrauen ermöglicht einem so zu sein, wie man ist – eben präsent und souverän. Jede/r ist ihres/seines Glückes Schmied wird dann zu einer von mehreren Lebensmaximen. Wenn man in Beziehungen lebt, nimmt man das Schöne mit und das weniger Schöne zieht an einem vorbei.

Ist das leicht? Nicht unbedingt – es braucht eine gewisse Disziplin, das Glück des Lebens nicht an sich vorbeilaufen zu lassen, weil man so derart tief in anderen Geschichten verstrickt ist.

Bewusstsein und Achtsamkeit helfen dabei sehr. Es geht also immer mit Beziehungen und auch zeitweilig ohne größere und tiefere Beziehungen. Das Selbstvertrauen hilft einem auch durch diese Zeit und man sorgt eigenverantwortlich für Glücksphasen. So wird man nahezu automatisch attraktiv für andere – und dann stehen die BewerberInnen vor der Türe – man muss sie nur hereinlassen.

In Beziehungen gibt es nichts Schöneres als zwei souveräne Menschen, die aus sich heraus ihr Sein leben. Sie stärken und bereichern sich gegenseitig – aus sich heraus. Ohne müssen. Ohne Zwänge. Ohne Druck … Einfach so.

Wenn man ein gesundes Selbstbewusstsein hat, dann weiß man, was man will und was man nicht will. Dies bringt einen automatisch in eine große Klarheit. Menschen die klar sind, ziehen sich nur klare Menschen ins Leben. Man weiß, wo man aneinander ist und was man aneinander hat. Dafür braucht es Zeiten des Mitsichseins, um zu reflektieren und um sich innerlich zu justieren. Dann lässt sich kommunizieren, was man – eventuell gemeinsam – im Leben erreichen und wie man dabei leben will. So dringt man mehr und mehr zum Kern der Beziehung vor – frei von äußeren Scheinnormen. Und – es kann eine Partnerschaft auf Augenhöhe entstehen und sich auch entfalten.

Voraussetzung … Sie wissen schon … die Grunddisposition… und so.

Wie gelangt man in ein gesundes, entwickeltes Verhältnis der Großen Drei? Laufende Selbstbeobachtung – ohne sich in primär verstandesmäßigen Analysen zu zerfressen; ein Gespür für sich und seine Bedürfnisse entwickeln (Vorsicht – die ändern sich im Laufe des Lebens); experimentieren im Kleinen; Offenheit für Anderes, Unbekanntes; die Dynamik von Mitsichsein und mit Menschen sein erkennen und bewusst leben; sich nicht mit der Beziehung zu stark identifizieren, d.h. Beziehungen sind nicht die heiligen Kühe im Leben. Es geht um ein Wechselspiel in Harmonie. Es geht immer und ausschließlich um SIE!

Ist das einfach? Kommt drauf an, wie kompliziert Sie es wollen. Das Leben kann auch kompliziert. Es richtet sich nach Ihnen, Ihren Wünschen, Ihren Gedanken, Ihren Gefühlen.

Vielleicht mal da ansetzen, die Grundtrennungen, die Grunddisposition und die Großen Drei ehrlich im eigenen Leben ansehen, die Fragen dazu beantworten, sich dafür Zeit nehmen. Es geht ja schließlich um Ihr Leben und Ihre Beziehungen. Es geht um IHRE Partnerschaft auf Augenhöhe – zuerst mit sich selbst und dann mit anderen.

Zusatzempfehlungen … Sehr erprobt … Keine Frage

Weiters empfehle ich, Beziehungen nicht zum Zentrum Ihres Daseins zu erklären. Vielmehr – erkennen Sie, dass SIE das Zentrum Ihres Daseins sind. Hören Sie auf, Beziehungen als etwas Dauerhaftes anzusehen und darüber Sicherheit und Geborgenheit zu suchen. Damit kaufen Sie die Enttäuschung von Beginn an mit ein. Sicherheit und Geborgenheit finden Sie ausschließlich in sich selbst. Wenn da nicht das Mindestmaß vorhanden ist, werden Sie zum Partner-Junkie. Das ist der beste Weg, um weiterhin allein zu bleiben und/oder in sogen. unglückliche Beziehungen zu stolpern.

Das einzig Dauerhafte sind Sie, Sie und Ihre Seele.

Alleine diese Erkenntnis ist unglaublich heilsam, nimmt viel Druck von Ihnen und Ihrem Gegenüber. Und ein Ausstieg ist auch leichter möglich, wenn man die Geschichte gegenseitig auserzählt hat. Sie wissen ja – sich selbst haben Sie immer mit an Bord. Sie sind Ihre eigene Dauerkarte und Ihr Sicherheitspolster.

Nur Mut … es ist ein Abenteuer – und vergeben Sie sich alles Bisherigen – das entlastet unglaublich und macht frei. Frei für das, was Ihnen zusteht – ein erfülltes Leben mit erfüllten Beziehungen und mit Partnerschaften auf Augenhöhe. Fangen Sie bei sich an … und seien Sie aufmerksam für das, was das Leben Ihnen schenkt.

Das ist doch was!

Als Impuls, sich mit dem Thema weiter zu befassen …

„Beziehungen sind oft die Quelle größten Schmerzes im menschlichen Dasein. Umso wichtiger ist Vergebung. Sie befreit von Schmerz. Erst dann ist Platz für Neues.“

aus: Botschaften vom Leben.

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Zum Thema Bewusstseinsrevolution finden Sie eine Serie ab Juni 2018.
Die Beiträge finden Sie >>> HIER

05.11.2018
Andrea Riemer
www.andrea-riemer.de/


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