Unser Bargeld wird zunehmend eingeschränkt – genau deshalb hat Matthias Langwasser für diese Folge Hansjörg Stützle eingeladen, einen Experten, der sich aktiv für den Erhalt von Bargeld einsetzt. Hansjörg beschäftigt sich seit über drei Jahrzehnten intensiv mit den Themen Unternehmen, Geld und Geld-Mindset. Für ihn steht fest: Bargeld bedeutet Autarkie und ein höheres Maß an Kontrolle im Vergleich zu digitalen Zahlungsmethoden. Aus diesem Grund engagiert er sich gegen Bargeld-Obergrenzen, die schrittweise in verschiedenen europäischen Ländern eingeführt werden.
Ein Blick nach Norwegen zeigt, wohin die Entwicklung gehen kann: Dort liegt die Barzahlungsquote nur noch bei etwa 3 %. Hier greift das Verhältnismäßigkeitsprinzip: Es wird zunehmend infrage gestellt, ob sich die Aufrechterhaltung der Bargeldinfrastruktur überhaupt noch lohnt.
Bargeld ist ein Bestandteil unseres aktuellen Fiat-Geldsystems, das selbstverständlich ebenfalls der Inflation unterliegt. Gleichzeitig ist das Geld auf dem Bankkonto letztlich nur eine digitale Zahl. Sollte Bargeld vollständig verschwinden, gäbe es keine Möglichkeit mehr, dieses physisch abzuheben.
Neben Bargeld existieren alternative Zahlungssysteme wie Cryptowährungen und Edelmetalle. Dennoch bleibt Bargeld das einzige gesetzliche Zahlungsmittel.
Auffällig ist zudem, dass der Zugang zu Bargeld erschwert wird: Geldautomaten werden reduziert, Auszahlungen eingeschränkt. Ab 2027 soll in Europa eine Bargeld-Obergrenze von 10.000 € gelten, zusätzlich werden Identifikationspflichten ausgeweitet.
Seit der Corona-Pandemie hat sich das Zahlungsverhalten weiter verändert. Immer mehr Händler setzen auf kontaktlose Bezahlmethoden und verzichten komplett auf Bargeld. Hansjörg sieht darin eine Einschränkung von Grundrechten, da Menschen ohne digitale Möglichkeiten, beispielsweise ein Smartphone, vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden könnten.
Auch die Einführung des digitalen Euros wird thematisiert. Offiziell soll dieser das Bargeld ergänzen – Hansjörg äußert jedoch Zweifel daran. Der E-Euro könnte künftig sogar weitergehende Rechte erhalten, etwa durch eine verpflichtende Akzeptanz im Handel.
Um ein Zeichen zu setzen, hat Hansjörg eine Bargeld-Petition gestartet, die er auch im Europäischen Parlament einbringen möchte. Matthias unterstützt dieses Anliegen und ruft dazu auf, die Petition zu unterschreiben und zu verbreiten.
Sein Appell: Nutzt Bargeld im Alltag so oft wie möglich – denn damit verteidigen wir nicht nur eine Zahlungsform, sondern auch ein Stück Freiheit.
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