2026-05-13

Hirnforscher enthüllt: Warum wir von Psychopathen regiert werden (Dr. Gerald Hüther)

War Krieg nicht einmal ein gesellschaftliches Tabu?

Und wie gelangen scheinbar unbekannte Menschen plötzlich in Machtpositionen?

Darüber spricht Matthias Langwasser mit dem Hirnforscher Gerald Hüther.

Gerald erklärt, dass unser Gehirn ständig versucht, inkohärente Zustände aufzulösen. Finden wir eine Lösung, entsteht wieder Kohärenz – dabei wird Energie frei und das Belohnungszentrum aktiviert. Dieses Prinzip überträgt er auch auf politische Systeme und die inneren Hierarchien von Parteien.

Denn oft gehe es dort weniger um die Bewegung selbst als um Ego, Profilierung und persönlichen Aufstieg. Gerade Menschen mit starkem Machtstreben drängen in Führungspositionen und genau dadurch verlieren viele Parteien zunehmend an Vertrauen.

Mit ironischem Unterton sagt Gerald: „Ein gutes Gewissen kann man sich nicht leisten, wenn man an die Macht kommen will.“

Besonders kritisch werde es, wenn innerhalb eines Systems bereits Chaos und Unsicherheit herrschen. Dann steigen oft genau die Menschen auf, die Machtspiele besonders gut beherrschen.

Dabei kommen wir laut Gerald ursprünglich mit einem authentischen Selbst auf die Welt: voller Entdeckerdrang und Gestaltungsdrang. Doch im Laufe des Lebens passen wir uns immer stärker an die Gesellschaft an.

So entsteht das sogenannte Ich-Konstrukt im Kortex. Dieses hilft uns zwar dabei, erfolgreich zu sein, sorgt aber oft auch dafür, dass wir uns selbst verleugnen.

Manche Menschen erleben durch Krisen oder Burnouts sogenannte Aufwachmomente und erkennen plötzlich, wie weit sie sich von ihrem authentischen Selbst entfernt haben.

Doch wie geht man mit Ich-Konstrukt-gesteuerten Menschen um? Für Gerald ist klar: Macht kann nur dort entstehen, wo Menschen bereit sind, sich ohnmächtig zu fühlen. Systeme beginnen zu wanken, wenn Menschen aus alten Dynamiken aussteigen und nicht länger mitspielen.

Auch beim Thema Erziehung zieht er Parallelen: Kinder brauchen Vorbilder, die Haltung zeigen – keine reinen Ja-Sager.

Gleichzeitig erinnert Gerald daran, wie stark unser Bedürfnis nach Gemeinschaft ist. Genau deshalb fällt es vielen schwer, sich gegen Gruppenmeinungen zu stellen und negative Reaktionen auszuhalten.

Seine wichtigste Botschaft lautet deshalb: Wir dürfen lernen, uns wieder mit unserem authentischen Selbst zu verbinden und unsere Grundbedürfnisse nicht ständig im Außen zu suchen.

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