2026-05-24

Klaus Praschak: Jesus rief die Menschen auf, ihre Denkweise zu ändern


Jesus rief die Menschen auf, ihre Denkweise zu ändern, da Gottes Gegenwart bereits zugänglich ist. Anstatt an der Vergangenheit zu klammern, ist der Wandel eine Chance, sich auf Gottes Gegenwart auszurichten.
 
Jesus sprach seine Worte in einer Zeit großer äußerer und innerer Krisen. Viele Menschen lebten in Angst, fühlten sich von Machtstrukturen bedrängt und klammerten sich an alte religiöse Vorstellungen, Regeln und Erwartungen. Inmitten dieser Welt trat er mit einer Botschaft auf, die im Kern keine neue Religion verkünden wollte, sondern vor allem einen Wandel des Bewusstseins.

Wenn Jesus die Menschen aufforderte, ihre Denkweise zu ändern, dann meinte er damit weit mehr als bloß moralisches Verhalten. Das griechische Wort, das oft mit „Umkehr“ übersetzt wird, lautet „Metanoia“ und bedeutet eigentlich eine Wandlung des Bewusstseins, ein neues Sehen, ein inneres Erwachen. Jesus wollte den Menschen deutlich machen, dass die göttliche Gegenwart nicht erst in einer fernen Zukunft oder nach dem Tod erfahrbar wird, sondern bereits jetzt zugänglich ist. Deshalb sagte er sinngemäß: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Damit verschob er den Fokus des Menschen von äußerer Kontrolle, starren religiösen Vorstellungen, Angst und Schuld hin zu innerer Bewusstheit, lebendiger Gegenwart, Liebe und unmittelbarer Verbindung mit dem Göttlichen. Gerade in der heutigen Zeit besitzt diese Botschaft eine erstaunliche Aktualität. Denn auch der moderne Mensch lebt vielfach im ständigen Denken, in Sorgen über Vergangenheit und Zukunft, in Identifikation mit Rollen, Leistung, Besitz und äußeren Sicherheiten. Viele Menschen suchen Sinn im Außen und verlieren dabei den Zugang zu jener stillen inneren Ebene, die Jesus immer wieder ansprach.

Dabei zeigt gerade unsere Zeit, dass äußere Strukturen zunehmend instabil werden, denn gesellschaftliche Spannungen, Krisen, Beschleunigung, Informationsüberflutung, innere Erschöpfung und Entfremdung nehmen rasant zu. Der Mensch versucht häufig noch mehr Kontrolle zu gewinnen, während gleichzeitig seine innere Verbindung schwächer wird.

Jesus würde uns heute wahrscheinlich sagen „löst euch aus jener ausschließlichen Identifikation mit Angst, Ego und äußerem Funktionieren, denn solange ihr nur im Verstand, im Vergleich, im Kampf, oder in der Angst lebt, bleibt euch jene tiefere Wirklichkeit verborgen, von der ich sprach.

Die „Gegenwart Gottes“ können wir heute auch verstehen als jene Ebene des Bewusstseins, in der Verbundenheit, Liebe, Mitgefühl, Frieden und lebendige Gegenwärtigkeit erfahrbar werden - als unmittelbare innere Erfahrung. Hier liegt die Chance im Wandel, denn Krisen erschüttern oft jene Strukturen, an denen der Mensch sich festgehalten hat. Und Jesus lehrte uns durch seine Botschaften uns neu auszurichten, nicht etwa Religionen zu gründen, denn es war seine Intension uns an etwas zu erinnern, was wir längst in uns tragen. Dass hinter aller Angst, aller Trennung und aller Unruhe eine tiefere Gegenwart existiert, die nicht erst gesucht werden muss, sondern still darauf wartet, wieder erkannt zu werden.

Frohe Pfingsten -

Klaus Praschak

Quelle: Klaus Praschak

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