Interessant ist dabei, dass man gar nichts Extremes sagen muss. Allein die Erwähnung von UFOs, alternativer Geschichte, Naturheilkunde, Pharmakonzernen, freier Energie, Medienmanipulation oder spirituellem Erwachen kann bei manchen Menschen Reaktionen hervorrufen, als fühlten sie sich persönlich bedroht. Schon das Hören dieser Begriffe kann sichtbaren Stress auslösen: zusammengebissene Kiefer, plötzliches Schweigen oder ein rascher Themenwechsel.
Für viele Menschen sind diese Themen unangenehm – nicht weil sie unsinnig wären, sondern weil sie ihr gewohntes Realitätsverständnis infrage stellen. Ihre Welt basiert auf Autoritäten: Das Fernsehen weiß Bescheid, die Schule vermittelt Wissen, Ärzte heilen, die Religion verkündet die Wahrheit, die Wissenschaft weiß es am besten, und das Leben ist logisch und vorhersehbar. Jede Information, die daran rüttelt – selbst wenn sie nur als Frage formuliert ist –, kann wie ein Angriff wirken.
Menschen, die tief in diesem System verwurzelt sind, haben oft nicht gelernt, kritisch zu denken. Ihnen wurde beigebracht, das zu wiederholen, was „anerkannt“ und „gebilligt“ wird. Das bedeutet nicht, dass sie nicht intelligent wären; es bedeutet lediglich, dass ihr Denken anders funktioniert.
Besonders schmerzhaft wird es, wenn dieser Widerstand von Menschen kommt, die wir lieben: Eltern, Partnern, Geschwistern oder Freunden. Ein geliebter Mensch kann plötzlich Angst vor einfachen Gesprächen über andere Möglichkeiten bekommen. Sie haben keinen Vorteil davon, das System zu verteidigen, und doch reagieren sie, als wäre ihre Sicherheit bedroht. Warum?
Der Grund ist psychologischer Natur. Der menschliche Geist schützt sich selbst. Er meidet Informationen, die das eigene Weltbild zerstören könnten. Es ist einfacher, neue Ideen zu ignorieren, als zu akzeptieren, dass man womöglich jahrelang falsch lag. Dies zu akzeptieren, könnte bedeuten, Überzeugungen, den Lebensstil und vergangene Entscheidungen zu ändern. Für viele Menschen ist diese emotionale Last zu groß.
Also sagen sie: „Darüber möchte ich nicht reden“, „Warum dieses Thema?“ oder „Das ist Unsinn.“ Nicht, weil sie sich tatsächlich mit dem Thema auseinandergesetzt hätten, sondern weil sie noch nicht bereit sind, sich ihm zu stellen.
Es gibt zudem das Phänomen der kognitiven Dissonanz. Dies tritt auf, wenn neue Informationen im Widerspruch zu dem stehen, was jemand bereits glaubt. Das fühlt sich unangenehm an, weshalb der Verstand ausweicht: durch Lachen, Wut oder die Ablehnung des Themas. Zudem besteht die Angst, von anderen abgelehnt zu werden. Wer einer traditionellen Familie oder sozialen Gruppe angehört, riskiert durch einen Wandel der Überzeugungen womöglich den Verlust der Akzeptanz. Daher entscheidet man sich für das, was sich sicher und vertraut anfühlt.
Für viele Menschen ist das Verbleiben im bestehenden System eine Überlebensstrategie. Wer nie dazu ermutigt wurde, Fragen zu stellen, und für eigenständiges Denken bestraft wurde, bei dem können alternative Ideen Angst und alten emotionalen Schmerz hervorrufen. Fragen, die für dich aufregend klingen, können auf andere bedrohlich wirken.
Deshalb ist es wichtig, anderen das Erwachen nicht aufzuzwingen. Wenn jemand nicht zuhören möchte, bedeutet das nicht, dass er dumm, schlecht oder fremdgesteuert ist. Es bedeutet vielmehr, dass er noch nicht bereit ist und seinen Geist so gut schützt, wie er kann. Was für dich interessant ist, mag für andere gefährlich erscheinen.
Manchmal ist es am klügsten, den Menschen Raum zu geben – ohne sie zu verurteilen und ohne Druck auszuüben. Du kannst zwar einen Samen säen, aber du kannst sein Wachstum nicht erzwingen.
Was für dich offensichtlich ist, mag andere schockieren. Und was für sie normal ist, fühlt sich für dich vielleicht schon falsch an. Erwachen sollte nicht zu einem weiteren Kampf werden. Wahres Erwachen schreit nicht; es wartet.
Erwachte Menschen gehen anders mit diesen Themen um. Sie haben sich unbequemen Wahrheiten gestellt, anstatt vor ihnen davonzulaufen. Anstatt Fragen aus dem Weg zu gehen, haben sie sie gestellt. Anstatt Dinge zu leugnen, haben sie Zusammenhänge erkannt. Sie akzeptieren, dass die Welt komplex und nicht immer logisch ist. Sie haben alte Überzeugungen losgelassen und ihr eigenes Verständnis entwickelt.
Sie behaupten nicht, alles zu wissen, aber sie haben den Mut, Nichtwissen zuzulassen und weiter auf der Suche zu bleiben.
Quelle: Adrianna Garay
[übersetzt von mascha: Herzlichen Dank liebe Adrianna, für diese wahren Worte💖Wir freuen uns über eure Unterstützung, Von Herzen Danken wir Euch💖]

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Bei Kommentaren bitten wir auf Formulierungen mit Absolutheitsanspruch zu verzichten sowie auf abwertende und verletzende Äußerungen zu Inhalten, Autoren und zu anderen Kommentatoren.
Daher bitte nur von Liebe erschaffene Kommentare. Danke von Herzen, mit Respekt für jede EIGENE Meinung.