
Es haftet an nichts,
hält nichts fest
und trägt keine Last vergangener Zeiten.
Seine Freiheit entspringt der Harmonie,
sein Wesen ist Bewegung,
denn Licht verweilt nicht,
es tanzt mit dem Wandel.
Wie ein goldener Strom
durchfließt es Räume und Herzen,
öffnet Pfade, wo einst Mauern standen,
und schenkt Weite,
wo Enge den Blick begrenzte.
Es nährt sich aus Veränderung,
wächst durch Loslassen
und durch das Vertrauen
in den noch ungeborenen Augenblick.
Sanft wie ein Fluss,
der jede Biegung annimmt,
findet es seinen Weg,
ohne gegen das Leben anzukämpfen.
Von Herz zu Herz
wandert sein pulsierendes Leuchten.
Es öffnet sich jenen,
die bereit sind, es zu empfangen,
und berührt alles,
mit einer Freude,
die keiner Worte bedarf.
In seinem Strahlen gibt es keine Trennung.
Es verbindet, ohne zu fordern,
schenkt, ohne zu erwarten,
und liebt, ohne Bedingungen zu stellen.
Wie eine große Symphonie
lebt es von Vielfalt und Wandel.
Jeder Ton,
jede Schwingung,
jede feine Nuance
webt mit am Klang des Ganzen.
So offenbart sich sein Wesen besonders jenen,
die achtsam und dankbar durchs Leben gehen.
Aus einem Ursprung,
der weder Anfang noch Ende kennt,
begleitet uns dieses Leuchten.
Nichts vermag seinen Glanz aufzuhalten,
denn es trägt die Gewissheit in sich,
dass alles miteinander verwoben ist,
wie funkelnde Sterne am nächtlichen Himmel.
Grenzen, Mauern und Urteile
verlieren in seiner Gegenwart ihre Macht.
Sein Dasein geschieht mühelos.
Es muss nichts beweisen,
nichts erzwingen.
Allein seine Gegenwart genügt,
um Dunkelheit zu wandeln,
Hoffnung zu entzünden
und Bewusstsein zu erweitern.
Es erinnert uns daran,
dass wahre Größe nicht im Beherrschen liegt,
sondern im Erhellen.
Nicht im Festhalten,
sondern im Loslassen.
Nicht im Besitzen,
sondern im Teilen.
Es ist die lautlose Sprache der Liebe,
der Atem der Ewigkeit.
Wo sein Leuchten wirkt,
erinnert sich das Herz
an seine wahre Natur.
Denn das Licht umgibt uns nicht nur,
es lebt in uns.
Und sein Glanz
ist grenzenlos.
Quelle: Otfried Weise
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