Was, wenn einige der Dinge, die wir Erinnerungen nennen, gar nicht aus der Vergangenheit stammen? Was, wenn sie aus der Zukunft kommen?
Die meisten von uns betrachten das Gedächtnis als etwas, das nur in eine Richtung funktioniert. Wir erinnern uns an unsere Kindheit, an vergangene Beziehungen, an Orte, die wir besucht haben, und an Erlebnisse, die wir gehabt haben. Doch das Leben hat die Eigenart, uns Momente zu bescheren, die sich nicht so recht in dieses Verständnis einfügen wollen. Hast du jemals einen Ort betreten, an dem du noch nie zuvor gewesen bist, und dabei das Gefühl gehabt hast, ihn irgendwie schon zu kennen? Hast du jemanden zum ersten Mal getroffen und dabei eine unmittelbare Vertrautheit gespürt, die jeder Logik entbehrte? Hattest du einen Traum, ein Gefühl oder einen Moment des Déjà-vus, der sich weniger wie eine Entdeckung anfühlte, sondern vielmehr wie ein Wiedererkennen?
Ich habe im Laufe meines Lebens immer wieder solche Momente erlebt, und sie haben mich stets zu der Frage angeregt, ob das Bewusstsein weitaus rätselhafter ist, als man uns gelehrt hat. Wir neigen dazu, uns die Zeit als eine gerade Linie vorzustellen – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Doch es gibt Momente, in denen es sich anfühlt, als würde uns etwas schon entgegenstreben, noch bevor es überhaupt eingetroffen ist – als wüsste ein Teil von uns bereits mehr, als unser bewusster Verstand zu erklären vermag.
Das bringt mich zu Atlantis und Lemuria.
Etwas an diesen Geschichten hat mich schon immer fasziniert. Nicht etwa, weil ich wüsste, dass sie der Realität entsprechen – und auch nicht, weil ich es nötig hätte, dass sie es tun. Es ist vielmehr das Gefühl, das sie in mir auslösen. Ich habe beobachtet, wie Menschen emotional berührt wurden, wenn sie diese Namen hörten. Und auch ich selbst habe es bisweilen gespürt: dieses seltsame Gefühl der Vertrautheit, der Sehnsucht und des Wiedererkennens – bezogen auf etwas, das ich kaum in Worte fassen kann.
Warum geschieht das? Warum fühlen sich so viele Menschen Orten verbunden, die sie noch nie mit eigenen Augen gesehen haben? Warum verspüren sie Heimweh nach etwas, an das sie sich gar nicht erinnern können? Warum leben diese Geschichten nach all der Zeit noch immer in den Herzen der Menschen fort?
Vielleicht haben wir uns bisher einfach die falsche Frage gestellt. Anstatt uns zu fragen, ob Atlantis und Lemuria in einer fernen Vergangenheit existierten: Was, wenn sie in Wirklichkeit für etwas stehen, das noch vor uns liegt?
Die Erzählungen über diese Zivilisationen beschreiben oft eine Menschheit, die in tieferer Harmonie lebte – eine Welt, in der Weisheit und Wissen Hand in Hand gingen und in der die Menschen zutiefst mit der Natur, miteinander und mit etwas Größerem als sich selbst verbunden waren. Wenn ich mir die heutige Welt ansehe, komme ich nicht umhin festzustellen, dass genau jene Eigenschaften es sind, nach denen so viele Menschen gerade jetzt suchen.
Die Menschen suchen nach Verbundenheit in einer entfremdeten Welt. Sie suchen nach Sinn inmitten des Lärms. Sie suchen nach Bestimmung, Zugehörigkeit, Frieden und einer Lebensweise, die sich stärker im Einklang mit ihrem wahren Wesen anfühlt. Diese Sehnsucht scheint beinahe universell zu sein.
Was, wenn diese Sehnsucht keine Nostalgie nach einer vergessenen Vergangenheit ist?
Was, wenn sie das Erkennen einer zukünftigen Möglichkeit darstellt?
Was, wenn die Menschheit einen inneren Bauplan dessen in sich trägt, wozu sie fähig ist? Eine Zukunft, in der die Technologie dem Leben dient, anstatt es zu verschlingen. Eine Zukunft, in der Weisheit ebenso viel zählt wie Information. Eine Zukunft, in der Gemeinschaften auf Kooperation aufgebaut sind anstatt auf ständigem Konflikt. Eine Zukunft, in der wir uns wieder unserer Verbundenheit mit der Erde, miteinander und mit dem Schöpfer bewusst werden.
Vielleicht spüren deshalb so viele Menschen, dass sich etwas im Wandel befindet. Vielleicht fühlen sich deshalb so viele rastlos, selbst wenn an der Oberfläche alles ganz normal erscheint. Vielleicht nehmen wir gar kein Ende wahr. Vielleicht nehmen wir einen Anfang wahr.
Vielleicht war Atlantis nicht nur ein Ort. Vielleicht war Lemuria nie bloß ein Ort. Vielleicht sind sie Symbole des menschlichen Potenzials – Erinnerungen daran, was möglich wird, wenn die Menschheit sich wieder darauf besinnt, wer sie in Wahrheit ist.
Und vielleicht ist die tiefste Sehnsucht, die wir in uns tragen, gar keine Sehnsucht nach der Vergangenheit. Vielleicht ist es ein Wiedererkennen. Das Wiedererkennen einer Zukunft, die als Möglichkeit bereits in unserem Inneren existiert. Einer Zukunft, die sich seltsam vertraut anfühlt, weil wir sie – irgendwo tief in uns – bereits kennen.
Vielleicht erinnern wir uns nicht an das, was war. Vielleicht erinnern wir uns an das, was sein kann.
Und wenn dem so ist, dann ist die Zukunft nichts, worauf wir nur warten.
Sie ist etwas, das wir aktiv mitgestalten.
ZF 🔥
Quelle: Zachary Fisher
[übersetzt von max: Herzlichen Dank lieber Zachary💖Wir freuen uns über eure Unterstützung, von Herzen Danken wir Euch💖]

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