
Das Unterbewusstsein hat schon viele Menschen fasziniert, doch was dem Verstand verborgen ist, kann nicht mit dem Verstand erfasst - sondern nur erlebt werden. Das „Unbewusste“ ist nicht bloß verborgener Inhalt. Es ist die Tür, wo sich die Illusion der Isolation auflöst. Es ist eine Schwelle und was du dort begegnest, sind nicht nur Symbole, nicht nur Archetypen und nicht nur ererbte Muster. Es ist der erste Kontakt mit einer tieferen Wirklichkeit, doch diese Wirklichkeit zeigt sich nicht sofort klar und eindeutig. Sie spricht in Bildern, in Gefühlen, in Andeutungen, in einer Weise, die der Verstand oft missversteht oder vorschnell einordnet. Deshalb ist es wichtig zu erkennen, dass nicht alles, was dort auftaucht, bereits die Wahrheit ist, aber es weist auf etwas hin, das über den gewohnten Rahmen hinausgeht. Je stiller du wirst, je weniger du sofort bewertest oder interpretierst, desto mehr beginnt sich diese Ebene zu klären. Du lernst zu unterscheiden zwischen dem, was aus alten Prägungen kommt und dem, was wirklich aus einer tieferen Quelle aufsteigt und hier verändert sich etwas Grundlegendes, denn du beginnst zu spüren, dass du nicht getrennt bist und das unter all den Schichten von Gedanken, Erinnerungen und Mustern etwas wirkt, das dich trägt, ohne dass du es kontrollieren musst. Diese Erfahrung lässt sich nicht erzwingen, aber sie vertieft sich, je mehr du bereit bist, dich einzulassen, ohne dich darin zu verlieren und mt der Zeit wirst du erkennen, dass, was du Unterbewusstsein genannt hast, war nie nur ein Speicher vergangener Inhalte, sondern immer auch ein Zugang zu dem, was dich mit allem verbindet.
Über viele Jahre wurde so viel über Loslassen und Liebe gesprochen, dass es für manche zur bloßen Wiederholung wurde, doch gerade aus der Perspektive des Unterbewusstseins zeigt sich, warum diese Themen nie oberflächlich waren. Das, was losgelassen werden soll, liegt nun selten im bewussten Denken. Es ist eingebettet in tieferen Schichten, in Prägungen, emotionalen Bindungen und unbewussten Identifikationen. Solange diese Ebenen unberührt bleiben, bleibt auch das Loslassen nur ein Gedanke. Erst wenn das Unterbewusste erreicht wird, wird daraus ein tatsächlicher Prozess. Ähnlich verhält es sich mit der Liebe, denn was oft als Gefühl verstanden wird, ist auf tieferer Ebene eher ein Zustand von Verbundenheit, der unter den Schichten von Angst, Kontrolle und Trennung bereits vorhanden ist. Die vielen Worte darüber konnten deshalb leicht ermüden, weil sie häufig nur den Verstand erreicht haben und nicht jedoch die tieferen Dimensionen, in denen sich echte Veränderung vollzieht. Die tiefen Schichten offenbaren sich uns durch Erfahrungen, die den gewohnten Rahmen sprengen und plötzlich wird erfahrbar, was zuvor nur gehört wurde. Das Loslassen ist kein Tun, sondern ein Auflösen innerer Festhaltungen und Liebe ist nichts, das erzeugt werden muss, sondern etwas, das sichtbar wird, wenn diese Festhaltungen nachlassen und so zeigt sich uns rückblickend, dass die Worte nie das Ziel waren, sondern sie waren Hinweise, auf einen Prozess, der sich erst dann wirklich erschließt, wenn das Bewusstsein beginnt, in die Tiefe des eigenen Unterbewusstseins einzutreten.
Klaus Praschak
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Klaus Praschak
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