2026-10-06

Frank Schwede: Wer löschte die antiken Zivilisationen aus und zerstörte historische Städte wie Sodom und Gomorrha? Eine sumerische Steintafel könnte die Antwort liefern.



In vielen Ländern der Erde finden Archäologen geschmolzene Ruinen antiker Zivilisation. Niemand weiß, was mit ihnen passiert ist. Forschende stehen vor einem Rätsel. Handelt es sich um Energiewaffen, einen Atomkrieg oder ein Naturereignis?

In der unterirdischen Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal in Ninive im heutigen Irak entdeckte der britische Archäologe Austen Henry Layard Ende des 19. Jahrhunderts eine geheimnisvolle mysteriöse Steintafel, die aus der Zeit um 650 v. Chr. stammt. Diese könnte eine Antwort auf die Frage geben.

Was wie Berge aussieht, könnten die Überreste gigantischer Metropolen einer längst vergessenen Zivilisation sein. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Felsenstadt Petra, die in einem Talkessel im Bergland von Edom in Jordanien zwischen 800 und 1350 Metern hoch liegt. Sie war einmal die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als sei dieser Ort aus dem Stein eines Berges gemeißelt. Petra ist nicht die einzige historische Stadt, die diesen Anschein erweckt. Es gibt noch viele andere gute Beispiele dafür, dass in der Antike in großen Teilen der Erde eine enorme Katastrophe mit extrem hohen Temperaturen stattfand.

Um Steine zu schmelzen, ist eine Temperatur von rund sechstausend Grad nötig. Wir wissen aus Pompeji, dass die Lava des Vesuvs die Stadt unter sich begrub, aber was ist mit Petra und den zahlreichen anderen herrlichen alten Städten passiert?

In seinem Buch „Aftershock: The Ancient Cataclysm That Erased Human History“ vertritt der kanadische Bildhauer und Autor Brian Foerster die Theorie, dass vor etwa zwölftausend Jahren eine verheerende Katastrophe auf der Erde stattfand. Foerster schreibt:

„Die Kügelchen, die nur durch Verbrennung von Gestein entstanden sein können, wurden auch an siebzehn anderen Orten auf vier Kontinenten gefunden, mit einem geschätzten Gewicht von 10 Millionen Tonnen, was die Idee stützt, dass alles, was die Erde verändert hat, dies in einem großen Maßstab getan hat.

Es ist unwahrscheinlich, dass ein Waldbrand oder ein Gewitter eine so riesige geologische Visitenkarte hinterlassen würde, die etwa fünfzig Millionen Quadratkilometer bedeckt. Wir wissen, dass etwas der Erde nahe genug kam und heiß genug war, um Gestein zu schmelzen, das sind diese Kohlenstoffkügelchen…“


Die Mehrheit der historischen Stätten wurde von Foerster persönlich aufgesucht, wobei er dabei oftmals auf ungewöhnliche Funde traf. Im Tempel von Dendra, 55 Kilometer nördlich von Luxor in Oberägypten, beispielsweise die geschmolzene Steintreppe. Die Tempelanlage stellt eine der bedeutendsten Tempelstätten Ägyptens dar und war der Göttin Hathor gewidmet. Foerster:

„Die Treppe zum Hathor-Tempel ist für die Archäologie ein absolutes Rätsel. Die aus reinem Granit gebauten Steinstufen scheinen geschmolzen zu sein. Es ist schwer vorstellbar, was solche massiven Steinstufen zum Schmelzen gebracht haben könnte.

Die Temperaturen, die zum Schmelzen von massivem Gestein wie diesem nötig wären, müssen enorm hoch gewesen sein. Es wird gesagt, dass ein Teil von Dendera auf einer noch älteren Stätte errichtet wurde, und obwohl nie ein schlüssiger Beweis gefunden wurde, gab es Spekulationen über einen Atomkrieg im alten Ägypten.“


Es scheint, dass niemand tatsächlich über das Geschehen in der Antike umfassend informiert ist; dennoch gelangen zunehmend Erkenntnisse über die verborgene Vergangenheit ans Licht. Wie ein Puzzle können die möglichen Beweise Stein für Stein zusammengefügt werden, bis sie schließlich ein Gesamtbild bilden können.

Ein möglicherweise entscheidendes Puzzleteil wurde der Nachwelt von einem unbekannten sumerischen Astronomen hinterlassen, der am Morgen des 29. Juni 3123 v. Chr. kurz vor dem Morgengrauen im Zweistromland den Himmel beobachtete.

Sorgfältig hielt er seine Beobachtungen fest: den Lauf der Wolken, den Pfad der Sterne und eine merkwürdige, helle Erscheinung, die plötzlich durch die Morgendämmerung gleitet. Es war genau die Größe eines Zehntels des Mondes. Mark Hempsell und Alan Bond vom „Aerospace Engineering“ der University of Bristol sind der Ansicht, dass es sich um einen Meteoriten handelte, der auf der Erde eine große Zerstörung verursachte – möglicherweise auch den Untergang von Sodom und Gomorrha.

Einer der führenden britischen Archäologen des 19. Jahrhunderts, Austen Henry Layard, entdeckte die Aufzeichnungen des unbekannten Astronomen, die auf einer runden Steingusstafel niedergeschrieben wurden. Diese wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts, in der unterirdischen Bibliothek des assyrischen Königs Assurbanipal in Ninive im heutigen Irak entdeckt.

Es ist das früheste bekannte astronomische Instrument, das aus der Zeit um 650. v. Chr. stammt. Die Steintafel stellt ein Astrolabium dar. Das Artefakt setzt sich aus einer segmentierten, scheibenförmigen Sternkarte zusammen. An ihrer Kante sind markierte Winkelmaßeinheiten angebracht.

Erst 150 Jahre nach ihrer Entdeckung entschlüsselt

Es wurde lange Zeit angenommen, dass die Steintafel, die heute im britischen Museum unter der Nummer K8538 aufbewahrt wird, ursprünglich aus Assyrien stammt. Erst nachdem Astronomen der Universität Bristol 150 Jahre nach der Entdeckung des Artefakts den Sternenhimmel über Mesopotamien zur Zeit des Jahres 3300 v. Chr. am Computer simulierten und mit den Informationen auf dem Artefakt verglichen hatten, konnte festgestellt werden, dass das Artefakt einen sumerischen Ursprung hat.

Die Sterne hatten im 4. Jahrhundert v. Chr. für die Gelehrten in Sumer eine besondere Bedeutung. Nach astronomischen Berechnungen schufen sie die ersten Kalender schon vor 4000 Jahren. Zu dieser Zeit spielten Astronomen eine bedeutende Rolle in Religion und Politik, da sie auch Priester, Gelehrte, Schreiber, Ärzte und Wissenschaftler waren. Sie beobachteten den Himmel direkt neben der Tempelanlage aus, die aus stufenförmigen Bauten bestand, die als Zikkuraten bezeichnet werden. Schon im Jahr 660 v. Chr. kannten sie alle wichtigen Muster am Himmel.

Auf einer kleinen Steintafel mit einem Durchmesser von nur vierzehn Zentimetern beschreibt ein Gelehrter in acht Schritten das Ereignis am Himmel, angefangen bei der Entdeckung des Kometen bis zum Aufprall.

Erst über dem Mittelmeer entglitt dem Astronomen der Himmelskörper aus seinem Blickfeld. Hempsell und Bond sind der Auffassung, dass es sich bei dem Objekt um einen größeren Meteorit handelt, der mit erheblicher Wucht in die österreichischen Alpen eingeschlagen ist. Die Steintafel enthält obendrein eine genaue Darstellung der Sternenbilder sowie ihre Namen und ihre genaue Position auf der Flugbahn des Kometen. Infolgedessen passierte der Himmelskörper die Plejaden sowie Aldebaran und steuerte schließlich auf die Erde zu.

Es ist von Bedeutung zu berücksichtigen, dass die Daten, die in der Reihenfolge vom ersten bis zum fünften Bild präsentiert werden, die Beobachtung vom ersten Tag der Sichtung bis zum Ende des 20.Tages vor dem Einschlag am nächsten Tag umfassen. Der Komet wurde in fünf von acht Bildern festgehalten, während er über dem Horizont sichtbar war. Trotz der Tatsache, dass der unbekannte Beobachter den Aufprall nicht aus unmittelbarer Nähe beobachtete, zeichnete er den Lichtblitz am Himmel und den starken Anstieg von Aschewolken auf, der durch die Kollision mit der Erde entstanden ist.

Das sechste und siebte Bild dokumentiert die unmittelbaren Auswirkungen sowie Nachwirkungen und erfassen sämtliche Ereignisse, die der Astronom in der Nacht nach dem Einschlag des Meteoriten beobachtet hat. Im Dunkeln erscheinen die rot glühenden Aschestaubsäulen, die sich weit hinten am Horizont erheben und kurz darauf die Wasseroberfläche erreichen. Am 21. Beobachtungstag war das achte Bild zu sehen, die letzte Aufnahme.

Der Astronom hörte erst zu beobachten auf, als er wusste, wo der Komet auf die Erde treffen würde. Wenn man bedenkt, dass die Beobachtung vor mehr als fünftausend Jahren gemacht wurde – ohne ein spezielles Computerprogramm – sind die auf der Tafel festgehaltenen Daten aus heutiger Sicht beeindruckend

Da sie möglicherweise dazu beitragen können, weitere zahlreiche bis heute ungeklärte Ereignisse aus der früheren Bronzezeit aufzuklären, betrachtet Mark Hempsell die Aufzeichnungen wie ein Sechser im Lotto. Hempsell und Bond vertreten die Auffassung, dass der Aufprall des Kometen eine gewaltige Pilzwolke hervorgebracht hat, die nicht senkrecht aufstieg, sondern einen Bogen beschrieb und in der Region der Levante, des Sinai sowie des nördlichen Ägyptens erneut in die Erdatmosphäre eintrat. Die Wolke könnte für den Tod sowie die Zerstörung ganzer Zivilisationen und Siedlungen verantwortlich sein.

In nur kurzer Zeit wurde der Boden in den betroffenen Landstrichen extrem heiß, sodass Bäume, Tiere, Menschen und Gebäude in einem noch nie da gewesenen Feuer regelrecht gekocht wurden. Viele Jahre später sprachen die Menschen immer noch über diese Katastrophe. Es war für Gelehrte dieser Epoche schwierig, das Unerklärliche zu erklären. Könnte diese Katastrophe möglicherweise auch für die Zerstörung von Sodom und Gomorrha verantwortlich sein?

Temperaturen wie im Hochofen

Da ein herkömmlicher Bergrutsch nicht in der Lage ist, eine bimssteinartige Gesteinsverglasung zu bilden, die Geologen in Köfels fanden und seither Köfelsit nennen, gehen Hempsell und Bond davon aus, dass der Bergrutsch von Köfels kein gewöhnlicher war, sondern von diesem Himmelskörper ausgelöst wurde.

Es war eine Energie von 4,5 Megatonnen TNT erforderlich, um das Gneisgestein am Hang des Gamskogels auf eine Temperatur von 1700 Grad Celsius zu erhitzen. Das entspricht einer Temperatur, die in einem Hochofen vorherrscht. Die 1945 über Hiroshima abgeworfen die Atombombe „Little Boy“, brachte vergleichsweise nur 13 Kilotonnen mit sich.

Die Tatsache, dass Geologen keinen Einschlagkrater identifizieren konnten, steht gemäß Hampsell und Bond im Zusammenhang mit der Flugbahn des Himmelskörpers. Der Meteorit trat aus südlicher Richtung in Erscheinung und entfernte nahezu vollständig den Gipfel des Gamskogels. Dabei explodierter das Objekt und wurde zu einem riesigen Feuerball, der sich mit einem Durchmesser von fünf Kilometern talwärts bewegte und das Gestein schmolz.

Bisher vermuteten Grenzwissenschaftler, dass es in der Antike zu einem Atomkrieg gab. So absurd die Vermutung auch erscheinen mag, sie stellt dennoch die einzige logische Erklärung für die seltsamen Ruinen dar, die den Anschein erwecken, als stammten sie aus einem Hochofen.

Auch in Südpakistan fanden Forschende Ruinen, die extrem hoher Hitze ausgesetzt waren. Darüber hinaus wurden im Jahr 1927, fünf Jahre nach der Entdeckung der Ruinen, menschliche Skelette entdeckt. Die meisten Menschen lagen mit ihren Gesichtern zur Erde, und ihre Hände waren noch vor ihrem Gesicht geschützt. In Bangladesch entdeckten Archäologen verglaste Rückstände, die zu einer geschmolzenen Mauer gehörten. Das Gestein wurde durch Erhitzen in flüssiges Magma verwandelt, ähnlich wie das Gneisgestein vom Gamskogel.

Darüber hinaus wurden geschmolzene Töpfe und verflüssigte Wände entdeckt. David Davenport, ein Forscher, beschreibt dies in seinem Buch „Atomic Destruction in 2000 B.C“. Davenport vermutet, dass eine große Kernexplosion hier stattfand.

Das ist tatsächlich die einzige Erklärung für die enorme Hitze, die an diesem und vielen anderen Orten freigesetzt wurde, wenn auch nicht gerade logisch. Man kann an sich nicht ausschließen, dass es in der Vergangenheit eine fortschrittliche Zivilisation gab, die Kernwaffen herstellen konnte. Dennoch erscheint eine Naturkatastrophe, wie der Einschlag eines Kometen, viel logischer.

Der Asteroid von Köfels war Teil einer Gruppe von Asteroiden, die Aten-Gruppe genannt wird, benannt nach dem ägyptischen Gott Aten. Aus Berechnungen geht hervor, dass der Orbit des Himmelskörpers eng mit dem Orbit der Erde verbunden war, weswegen sein Einfallswinkel so scharf war. Auch Mark Hempsell ist der Auffassung, dass die Entdeckung der Steintafel nicht nur das Rätsel des Bergrutschs in Köfels gelöst hat, sondern zudem dazu beitragen kann, weitere Geheimnisse zu entschlüsseln, wie etwa das Schicksal der Zivilisationen in der Antike, die plötzlich und ohne jede Spur verschwanden.

Hempsell und Bond haben ihre Forschungsergebnisse in einem Buch zusammengefasst, welches sie im Jahr 2008 unter dem Titel „A Sumerian Observation of the Köfels Impact Event“ veröffentlicht haben. In diesem Kontext führt auch der Astrophysiker Victor Clube von der Universität Oxfort aus, das durchaus denkbar sei, dass ein gewaltiger Komet für den Niedergang mehrerer antiker Kulturen verantwortlich gewesen sein könnte.

Seiner Theorie zufolge korrelierte die letzte Sichtung des Kometen „Little Bull“ mit dem Verschwinden von vierzig Städten in Ägypten und Mesopotamien um das Jahr 2200 v. Chr. Das lässt darauf schließen, dass Kometeneinschläge in der Antike nicht ungewöhnlich waren.

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Frank Schwede 
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