2026-10-30

Otfried Weise: WO DER VERSTAND SEINE MÜDEN FLÜGEL SCHLIESST



„Wenn der Verstand schweigt, öffnet sich die Herzblume und es gibt nichts mehr zu erklären. Jedes Wort ist zu viel, ich darf lauschen, mich hingeben, offen sein für die Liebe und den ewigen Fluss des Seins.“

Es gibt einen Ort in uns, an dem alle Fragen ihre Bedeutung verlieren, wo das Herz nicht länger nach Antworten sucht.

Dort darf der Verstand seine müden Flügel schließen,
darf aufhören, das Leben verstehen, die Liebe erklären und das Unbegreifliche benennen zu wollen.

Nicht alles, was wahr ist, braucht Worte, nicht alles, was uns berührt, muss ausgesprochen werden.

Die größte Erkenntnis ist dann, nichts mehr wissen zu müssen.

Einfach da zu sein, wie ein Blatt, das mit der Strömung eins ist,
ohne zu fragen, wohin das Wasser es trägt.

In dieser Stille geschieht Hingabe, nicht als Aufgabe des eigenen Selbst, sondern als tiefes Vertrauen in das Leben.

Ich muss die Liebe nicht festhalten, um sie zu erfahren, ich muss den Augenblick nicht erklären, um ihn in seiner ganzen Tiefe zu empfangen.

Einfach sein, spüren und mich tragen lassen.

Genau dort beginnt die Liebe, wo mein Bedürfnis endet, alles verstehen zu müssen.

Die Stille ist hier keine Leere, sondern eine Form tiefster Verbundenheit.

Quelle: Otfried Weise

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