und bringe das Rad meiner Gedanken zum Stillstand.
Ich betrete den Raum der inneren Stille
und lasse mich fallen in die Unendlichkeit.
Ich falle tiefer und tiefer, ohne Angst.
Je weiter ich falle,
desto mehr spüre ich die wahre Essenz des Menschseins.
Plötzlich wird aus dem Fallen ein Schweben,
ein Empfangen,
ein wortloses Berührtsein
von unendlicher Güte,
tiefer Liebe,
einer kosmischen Macht
und stillem Gewahrsein.
Zu fühlen und zu wissen:
Hier bin ich zu Hause,
im unendlichen, grenzenlosen Sein.
Als Stille, Frieden und Liebe
ist es wie ein Wunder.
Und während ich schwebe,
löst sich die letzte Frage auf,
wer ich bin und wohin ich gehe.
Es gibt kein Oben und kein Unten,
kein Vorher und kein Danach.
Nur dieses grenzenlose Gegenwärtigsein,
das nichts sucht und nichts erwartet,
weil ihm nichts fehlt.
Ich bin nicht mehr derjenige,
der in die Tiefe fällt.
Ich bin die Tiefe selbst,
die mich trägt.
Ich bin nicht mehr der Suchende,
der nach Gott Ausschau hält.
Ich ruhe in jener Gegenwart,
in der es niemals eine Trennung gab.
Und plötzlich ahne ich,
dass ich niemals wirklich gefallen bin.
Ich habe nur losgelassen,
was mich an die Oberfläche band:
die Bilder von mir selbst,
die Grenzen meiner Gedanken,
die Geschichten,
mit denen ich mich für getrennt hielt.
Was bleibt,
ist kein Wissen, das ich festhalten könnte,
kein Licht, das meine Augen sehen,
keine Liebe, die ich besitzen könnte.
Es ist das stille Erkennen,
dass alles, wonach ich mich je gesehnt habe,
in dieser Tiefe bereits gegenwärtig ist.
Und aus dieser Stille
steigt nichts empor,
das ich mein Eigen nennen könnte.
Doch etwas in mir beginnt,
die Welt mit anderen Augen zu sehen.
Die Menschen erscheinen mir nicht länger
als Fremde auf meinem Weg.
In jedem Leben ahne ich dieselbe Sehnsucht,
in jedem Herzen die Suche nach Geborgenheit,
in jeder Begegnung die Möglichkeit,
einander an jene Liebe zu erinnern,
die wir im Lärm des Lebens so leicht vergessen.
Dies ist das Geheimnis
der grenzenlosen Tiefe:
Sie führt mich nicht fort von der Welt,
sondern tiefer hinein in ihr verborgenes Wesen.
Wenn ich zurückkehre,
sind die Dinge dieselben.
Die Straßen, die Häuser,
die Stimmen und Gesichter.
Und doch ist etwas anders geworden.
Die Stille ist nicht verschwunden.
Sie klingt in mir weiter,
unterhalb der Gedanken,
jenseits der Unruhe,
als leises Wissen um eine Wirklichkeit,
die nicht erst beginnt,
wenn die Welt verstummt.
Meine Aufgabe besteht nicht darin,
in dieser Unendlichkeit zu bleiben,
sondern aus ihr heraus zu leben.
Die Liebe nicht nur zu fühlen,
sondern sie weiterzugeben.
Den Frieden nicht nur in mir zu bewahren,
sondern ihm in meinen Begegnungen Raum zu schenken.
Das Göttliche nicht nur als meine Heimat zu erkennen,
sondern es im Menschsein Gestalt annehmen zu lassen.
Dann wird aus dem Fallen Vertrauen,
aus dem Schweben Hingabe,
aus der Stille ein lebendiger Geist.
Und ich verstehe,
nicht nur für diesen einen Augenblick,
dass die Unendlichkeit nicht fern von mir liegt.
Sie ist der stille Grund meines Seins,
die Liebe, aus der ich hervorgehe,
und jene Heimat,
in die ich niemals zurückkehren musste,
weil ich sie nie wirklich verlassen habe.

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