Die Wechselwirkung dieser beiden Kräfte bildet ein Spannungsfeld. Ich möchte es mal so formulieren ; die Erde stellt den Körper, der Kosmos bringt den Impuls und der Mensch ist der Ort der Entscheidung. Wenn kosmische Impulse nicht integriert, nicht verkörpert und nicht durch das Herz vermittelt werden, entsteht das, was wir als Zerrissenheit, Machtkampf, Bewusstseinsfragmentierung und spirituelle Entfremdung erleben. Der Mensch ist Schnittstelle dieser Felder und fungiert als Resonanzorgan, denn unser Nervensystem steht in direkter Verbindung mit dem elektromagnetischen Feld, unser Herz schafft eine stimmige Ordnung und unser Bewusstsein gibt dem allen eine Bedeutung. Je nachdem womit wir in Resonanz gehen, Angst verstärkt Trennung, Liebe integriert Felder und Bewusstsein klärt Einflüsse. Darum sprechen manche Traditionen davon, dass der Mensch Himmel und Erde versöhnt und in diesem Verständnis ist es wichtig, dass wir nicht in äußere Feindbilder kippen und die Dualität nicht als fremden Angriff deuten, sondern sie als inneren Reifungsprozess erkennen. Die eigentliche Frage lautet nämlich nicht, welche fremden Energien wirken, sondern wie bewusst bin ich in meiner Resonanz, denn ein unbewusstes Bewusstsein verstärkte die Spaltung, doch bewusstes Bewusstsein integriert selbst widersprüchliche Felder. Zusammengefasst kann ich sagen: Die Leylinien tragen das Einheitsfeld der Erde, kosmische Einflüsse bringen Differenzierung, und der Mensch entscheidet, ob daraus Trennung oder Bewusstwerdung entsteht.
Das lässt sich sehr fruchtbar auf die gegenwärtige Weltsituation beziehen, denn in reifen mystischen Verständnissen ist Dualität kein Fehler im System, sondern sein Motor. Entwicklung geschieht nicht trotz Spannung, sondern durch sie. Ohne Fremdimpuls bleibt alles statisch. Ohne Erd-Rückbindung verliert sich Bewusstsein im Abstrakten. Dualität ist daher kein Kampf zwischen Gegensätzen, sondern ein Spannungsfeld, das Reifung ermöglicht. Überträgt man dieses Verständnis auf die gegenwärtige Weltsituation, wird deutlich, dass viele der globalen Krisen weniger Ausdruck eines „Bösen“ sind, sondern vielmehr ein Zeichen einer entgleisten Wechselwirkung. Der kosmische Impuls, Ideen, Technologien, Beschleunigung, Vernetzung, Visionen, ist in den letzten Jahrzehnten enorm stark geworden. Gleichzeitig ist die Erd-Rückbindung geschwächt: Körper, Natur, Rhythmus, Maß, Begrenzung werden vernachlässigt oder funktionalisiert. Das Ergebnis ist nicht Entwicklung, sondern Entfremdung. Der Mensch lebt zunehmend im Kopf, im Virtuellen und im Zukünftigen. Er reagiert auf Impulse, statt sie zu integrieren. Die Spannung wird nicht gehalten, sondern polarisiert: Fortschritt gegen Bewahrung, Technik gegen Natur, Freiheit gegen Sicherheit und Geist gegen Körper.
Was eigentlich ein fruchtbares Feld sein sollte, wird zum ideologischen Schlachtfeld. In diesem Licht erscheint die aktuelle Weltsituation nicht als Ausnahmezustand, sondern als Übersteuerung einer Seite der Dualität. Der kosmische Impuls wirkt schneller, lauter und mächtiger, als die menschliche und irdische Integration leisten kann. Systeme reagieren mit Kontrolle, Menschen mit Überforderung, Ideologien mit Vereinfachung und das geschieht nicht, weil sie „böse“ sind, sondern weil die innere Mitte verloren geht. Hier wird mein Bild, die Erde als Körper, der Kosmos als Impulsgeber und der Mensch als Ort der Entscheidung, besonders tragfähig. Die Krise liegt nicht im Impuls selbst und nicht in der Materie, sondern im Menschen als Vermittler, der sich seiner Rolle entzieht. Wo der Mensch nicht mehr entscheidet, sondern sich von Angst, Geschwindigkeit, Systemlogiken oder Heilsversprechen, treiben lässt, kippt die Wechselwirkung in Zwang. Dann wird Dualität als Kampf erlebt, nicht als Spannung. Aus mystischer Sicht ist die eigentliche Aufgabe unserer Zeit daher nicht, eine Seite zu besiegen oder zu überwinden, sondern die Spannung bewusst zu halten.
Quelle: Klaus Praschak
Worum geht es? Es geht um Erdung ohne Trägheit, um Offenheit ohne Entgrenzung, um Geist ohne Körperverlust und um Materie ohne Sinnverlust. Das ist kein politisches Programm, sondern eine innere Haltung mit äußeren Folgen. Das, was wir global erleben, ist weniger der Zusammenbruch einer Welt, aber vielmehr der Druck, der entsteht, wenn der Mensch seine vermittelnde Rolle wieder einnehmen muss. Nicht als Herrscher über Erde oder Kosmos, sondern als bewusster Ort, an dem beide sich begegnen dürfen. So verstanden ist die Weltsituation kein Endkampf, sondern ein Reifungsfeld. Dualität fordert uns nicht heraus, Partei zu ergreifen, sondern gegenwärtig zu werden. Denn nur dort kann Entscheidung geschehen und wichtig ist „nicht gegen“ die Spannung, sondern „in“ ihr.
Klaus Praschak
Bild: printerest. de danke
Klaus Praschak
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