
Der Mensch ernährt sich nicht allein von dem, was auf seinem Teller liegt. Er lebt von verschiedenen Arten von Nahrung, von allem, was, ihn berührt, bewegt und verwandelt. Es ist nicht nur die Nahrung des physischen Körpers, die Nahrung der Gefühle und Beziehungen für den emotionalen Körper und die Nahrung der Gedanken, Bilder und Erkenntnisse des Mentalkörpers. Über all diesen Ebenen liegt eine feinstoffliche Dimension: die subtile Nahrung.
So wie der Körper Nahrung aufnimmt und verwandelt, so machen wir mit unserem BEWUSSTSEIN Erfahrungen. Ein Wort kann nähren oder verletzen, ein Gedanke kann stärken oder schaden, eine Begegnung kann das Herz öffnen oder verschließen, auch Stille, Natur, Schönheit, Musik, Liebe, Erkenntnis sind Formen von Nahrung.
Wir neigen dazu, nach der richtigen Ernährungsweise zu suchen. Wir vergleichen Theorien, zählen Vor- und Nachteile, folgen Regeln und suchen nach dem allgemein gültigen Weg. Doch was den einen Menschen stärkt, kann für einen anderen ungeeignet sein. Der Mensch ist kein abstraktes Ernährungssystem, sondern ein einzigartiges Wesen mit einer individuellen Geschichte, einer einmaligen Konstitution, eigenen Aufgaben und einer individuellen Bewusstseinsentwicklung.
Darum gibt es keine Ernährung, die für alle Menschen gleichermaßen richtig ist. Es gibt vielmehr eine typgerechte Ernährung, eine Nahrung, die dem jeweiligen Menschen entspricht: seinem Körper, seinem Wesen, seinem Lebensweg und dem, was er in diesem Leben verwirklichen möchte.
Was nährt den Menschen im Augenblick? Was unterstützt seine Talente? Was gibt ihm Kraft für seine Aufgaben? Was hilft ihm, bewusster, wacher zu werden?
Entscheidend ist dabei nicht nur, was wir aufnehmen, sondern was daraus entsteht.
Der Körper verdaut die Nahrung, die Persönlichkeit verdaut Erfahrungen, das Gemüt verdaut Erkenntnisse. Und manchmal besteht unsere eigentliche Aufgabe darin, etwas Schweres, Unverstandenes oder Schmerzhaftes so lange in uns zu verwandeln, bis daraus WEISHEIT entstehen kann.
Deshalb ist nicht die einzelne Speise, nicht die einzelne Vorschrift und auch nicht die einzelne Theorie das Entscheidende, bedeutsamer ist die Summe unserer Lebensweise: Wie wir essen, denken, fühlen, lieben, arbeiten, ruhen, sprechen und mit uns selbst umgehen.
Gesundheit und inneres Gleichgewicht entstehen weniger aus Perfektion als aus einer lebendigen Ordnung, in der die verschiedenen Ebenen des Menschen miteinander im Einklang stehen.
Eine solche Ernährung lässt sich nicht allein aus Büchern lernen. Sie verlangt nach EXPERIMENTIEREN, SELBSTBEOBACHTUNG UND INNERER WAHRNEHMUNG.
Was macht mich wach? Was macht mich schwer? Was lässt mein Herz weit werden? Was raubt mir Kraft? Welche Nahrung bringt mich mir selbst näher und welche entfernt mich von mir?
Individuelle, zu uns passende Ernährung beginnt dort, wo wir aufhören, blind äußeren Regeln zu folgen, und auf unser eigenes Wesen zu lauschen.
Es ist eine subtile Kunst, die Sprache des Körpers zu verstehen, die Bewegungen des Gemüts wahrzunehmen und die Stimme des Herzens zu hören. Daraus kann eine intuitive Ernährung entstehen, nicht als Theorie, sondern als lebendige Beziehung zu sich selbst.
Denn letztlich geht es nicht darum, möglichst angepasst zu essen.
Es geht darum, immer mehr in HARMONIE mit dem eigenen Wesen zu leben und daraus zu handeln.
Dies ist die reinste Form von Nahrung:
das Leben so zu gestalten, dass es uns nicht nur erhält, sondern transformiert und unser Bewusstsein erweitert.
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