Jedoch nicht jeder wächst durch Leid. Manche zerbrechen auch daran oder verharren in Angst, Bitterkeit oder Abwehr. Wachstum entsteht nicht durch Leid an sich, sondern durch mangelnde innere Verarbeitung davon.
Im Buddhismus: ist Leid (Dukkha) der Motor zur Erleuchtung – wer die Natur des Leidens erkennt, beginnt, sich davon zu befreien.
Im Christentum: kann Leiden Reinigung, Demut und Mitgefühl fördern.
Nietzsche spricht: „Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.“
Eckhart Tolle: Tiefe Krisen sind oft der Moment, in dem das Ego bricht und ein „neues Bewusstsein“ entsteht.
In diesen Sichtweisen gilt Schmerz als Katalysator, aber nicht als Voraussetzung.
Das Gehirn reagiert auf Schmerz (emotional oder körperlich) mit erhöhter Aufmerksamkeit und dauerhaften Eindrücken – es „lernt“.
WAS ICH JEDOCH ALS VIEL BEDEUTSAMER SEHE: Freude, Wissbegierde und Liebe aktivieren ebenfalls Lern- und Bewusstseinsprozesse, oft sogar NACHHALTIGER.
Das bedeutet: Bewusstsein kann vor allem auch durch positive Erfahrungen, Staunen, Schönheit und Verbundenheit wachsen.
Leid ist zwar ein starker, aber bei weitem nicht der einzige Lehrer. Es erweitert das Bewusstsein auch nur dann, wenn der Mensch bereit ist, es anzuschauen, zu verstehen und zu transformieren.
Freude, Liebe und Staunen können denselben Effekt haben – nur ist der Weg über Leid oft direkter, weil er das Ego erschüttert.
Wir werden dies wie folgt näher ausführen.
BEWUSSTSEINSERWEITERUNG OHNE SCHMERZ UND LEID
Es gibt Wege, die das Herz durch Wunden öffnen.
Und es gibt Wege, auf denen es sich öffnet, weil das Leben es berührt. Dies ist der zweite Weg – der leise, der sanfte, der vom Staunen lebt, nicht vom Schmerz.
Das Erwachen mit dem Atem
Am Anfang steht kein Kampf. Nur ein Atemzug. Ein Ein – ein Aus.
So einfach, so unscheinbar, dass es fast übersehen wird. Doch wer innehält, spürt das große Geheimnis darin: Da ist etwas, DAS MICH ATMET. Und in diesem Erkennen wird das Denken still.
Keine Geschichte, kein Mangel, kein Ziel. Nur Sein – wie der Ozean: unbewegt in seiner Tiefe, tanzend an seiner Oberfläche. Das Bewusstsein weitet sich dabei nicht, weil du suchst, sondern weil du aufhörst, dich festzuhalten.
Das Lernen von der Stille
Stille ist kein Mangel an Klang, sondern der Raum, in dem alles klingt. Wenn du still wirst – an einem See, im Wald, vielleicht sogar im Lärm der Stadt – hörst du, dass alles in dir und durch dich klingt. Du beginnst zu ahnen: Ich bin nicht getrennt von dem, was ich sehe. Ich bin der Raum, in dem alles geschieht. Diese Erkenntnis kommt nicht als Gedanke, sondern als Schwingung. Das Herz öffnet sich, wie eine Tür, die schon immer offen war.
Die Freude an der Schönheit
Es braucht keinen Grund, um glücklich zu sein. Ein Sonnenstrahl auf deiner Haut, das Muster einer Wolke, ein Lächeln, das du zufällig siehst – sie alle flüstern dieselbe Botschaft: Das Leben will nicht verstanden werden. Es will gesehen werden. Wenn du Schönheit wirklich zutiefst wahrnimmst, wirst du still. Und in dieser Stille
öffnet sich das Herz von selbst.
Die Hingabe an den Augenblick
Manchmal verlierst du dich im Tun – nicht in Eile, sondern in Hingabe. Im Tanzen, im Schreiben, im Lauschen einer Melodie. Dann geschieht etwas Wunderbares: Du bist nicht mehr der, der handelt. Das Leben handelt durch dich. Das Denken tritt zurück, das Tun wird zum Geschehen, und du erkennst: Ich bin nie getrennt vom Strom. Ich bin immer der Fluss selbst.
Die Liebe als inneres Feuer
Liebe ist das weite Feld, auf dem alles Platz hat. Nicht die Liebe, die will, sondern die, die erlaubt. Wenn du beginnst, allem mit Milde zu begegnen – dem Menschen, der dich verletzt, dem Tier, das dich anschaut, dem Teil in dir, den du nie mochtest – dann weitet sich dein Herz wie ein Himmel nach dem Regen. Diese Liebe fragt nicht: Was bekomme ich? Sie fragt: Wie kann ich sehen? Und im Sehen erwacht das Bewusstsein.
Das Staunen über das Dasein
Manchmal genügt ein Blick in den Nachthimmel. Unzählige Sterne. Und du – ein Hauch, der staunt, der liebt, der fühlt. Da ist keine Antwort, und doch weißt du: Alles ist gleichartig durchdrungen. Alles lebt im selben Atem. Das Staunen ist die stille Schwester der Bewusstseins-Erweiterung. Sie fragt nicht, um zu wissen, sondern um sich zu erinnern.
Bewusstseinserweiterung durch Gnade
Und dann geschieht manchmal etwas, das du nicht planen, nicht üben, nicht erzwingen kannst. Es ist, als würde das Leben selbst für einen Augenblick den Vorhang lüften und dich sich selbst erkennen lassen. Kein Grund, kein Ziel, keine Methode. Ein plötzliches Durchlichtet werden im Innersten, ein stilles Wissen, das alles erfasst.
Vielleicht geschieht es im Morgengrauen, wenn die Sonne die Welt zum ersten Mal berührt. Oder mitten im Alltag, während du eine Tasse Tee hältst und der Dampf aufsteigt wie ein Gebet. Oder in einem Blick, einem Atemzug, einem Windstoß, der durch dich hindurchfährt und alles mitnimmt, was du für dich gehalten hast.
Das ist GNADE – DIE DU DIR NICHT VERDIENEN KANNST. Sie kommt frei zu dir, wenn du nichts mehr suchst. Wenn du dich nicht mehr erhebst, um das Göttliche zu greifen, sondern einfach still wirst – und das Göttliche dich finden lässt. In der Gnade geschieht Bewusstseinserweiterung OHNE ERKENNBARE URSACHE, wie eine Blüte, die mitten in der Nacht erblüht, ohne dass jemand zusieht.
Du spürst plötzlich: „Ich bin getragen. Ich bin nicht der, der trägt.“
Und in dieser Erkenntnis fällt alle Anstrengung ab. Das Leben wird nicht mehr als Aufgabe empfunden, sondern als Atem des Unendlichen, der durch dich spielt, lacht, liebt und vergeht, ohne dass etwas je verloren ginge.
Gnade ist kein Geschenk nur für die Würdigen, sondern das stille Atmen des Universums in jedem Herzen. Sie kommt, wenn du dich verlierst, aber diesmal nicht in Schmerz, sondern in Staunen. Manchmal reicht ein einziger Moment dieser stillen Berührung, und alles, was du je gelernt, gedacht oder gesucht hast, steht plötzlich im Licht einer größeren Weisheit. Du weißt nicht, was du weißt – aber du weißt:
Es ist gut für dich. Es ist das immer. Es wird immer gut sein.
So endet der Weg nicht in einem Ziel, sondern in einem Frieden, der nie begonnen hat.
Bewusstseinserweiterung durch unerklärliche Gnade ist kein Aufstieg, sondern ein Heimkommen. Ein Zurückgleiten in das, was dich von Anfang an atmete – still, formlos, ewig liebevoll. Kein Gebet, keine Übung, kein Wunsch – nur ein plötzlicher Moment, in dem alles durchleuchtet wird. Ein Lächeln, ein Atemzug – und das Herz erkennt: Ich bin nie getrennt. Ich bin immer getragen.
Das ist Gnade. Nicht verdient, nicht erklärbar. Ein leises Heimkommen ins Selbst. Sie geschieht, sie wird wirksam, wenn du aufhörst, dich zu bemühen. Wenn du das Göttliche nicht mehr suchst, sondern still genug wirst, um dich von ihm finden zu lassen.
Denk daran:
Die meisten Blumen brauchen keinen Sturm, um zu erblühen.
Sie öffnen sich einfach, weil die Sonne sie berührt. Bewusstsein wächst, wenn du dich dem Leben öffnest, nicht weil du lebst, sondern weil du Ja sagst zum Sein selbst. Und manchmal – ganz unverhofft – kommt ein Licht, das scheinbar nichts verändert und doch alles heilt.
Das ist unerklärliche Gnade:
DAS LÄCHELN DES UNENDLICHEN DURCH DEINE AUGEN.
Mein lieber Freund OSHO spricht: DAS LEBEN IST KEIN PROBLEM, DAS DU LÖSEN SOLLST, SONDERN EIN WUNDER, DAS GELEBT WERDEN WILL.
Bild: Chanakya Lama
[max: ohhh... lieber Otfried... du strahlst... gerade...so kraftvoll...Danke💖]

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