2026-09-29

Andrea Riemer: Inne-Halten … Gehalten-Sein


Ins eigene Innere zu gehen und sich an diesem magischen Ort, der vielen so undefinierbar und unwirklich erscheint, sich auch noch ein Gefühl von Gehaltensein zu verspüren, ist eine der großen Forderungen unserer Zeit.

Das Äußere lenkt ab, nimmt uns ein und führt uns weg von uns selbst.

Viele haben sich verloren und suchen im Äußeren verloren Geglaubtes – und finden nichts.

Sie fallen in die eigene innere Leere, ohne diese als solche zu erkennen.

Ihre Existenz ist in Frage gestellt.

Und dann – dann gibt es Orte, die uns in die eigene Leere, ins Innehalten und in die Hinterfragung der eigenen Existenz regelrecht hineinwerfen.

Sie nehmen uns die Luft zum Atmen. Wir können nur schauend Sein. Ich habe mehrere dieser Orte besuchte, Konzentrationslager, Straflager. Orte, die schlicht nicht einladend sind - und doch kommt man sich an kaum einem anderen Ort näher als an diesen Orten.

Existenz-Orte in Existenz-Zeiten. Sie erzählen ihre eigene Geschichte. Sie verewigen den Teil des Menschseins, den wir so gerne ausblenden, vergessen wollen.

Es geht bei diesen Gedanken ums Innehalten, ums schlichte Schauen – frei von Wertung in Anerkennung dessen, was geschah. Weiter in:

Andrea Riemer:
Leise ZwischenTöne,
Berlin, Freilassing, 2. erw. und überarb. Auflage 2026.
erhältlich seit 25.09.2026 unter https://www.epubli.com/?s=Andrea+Riemer
und auf den üblichen Plattformen und im Buchhandel.