
Es kommt ein Punkt auf dem Weg eines spirituell Praktizierenden, an dem sich der Weg nicht mehr so erhaben anfühlt wie einst.
Die Inspirationen, die einst so frei geflossen sind, sind versiegt. Die Motivation lässt nach. Die Aufmerksamkeit für die Arbeit schwindet. Was einst eine lebendige Flamme der Bestimmung war, wird zu etwas Leiserem, fast Stillstehendem. Dies ist der Moment, in dem das spirituelle Selbst zu erlöschen beginnt.
In diesem stillen Raum regt sich dann das verbliebene Ego. Es wendet sich nach innen, voller Selbstverurteilung, und nach außen, auf der Suche nach jemandem oder etwas, dem es die Schuld geben kann. Der Blick beginnt, die Umgebung abzusuchen, insbesondere jene, die erfolgreich erscheinen, jene, die ihren Lebensunterhalt mit ihren eigenen Methoden, Techniken und Erklärungsansätzen für die von ihnen gesammelten Perspektiven und Erfahrungen verdienen. Fehler werden gefunden. „Sie sind korrupt.“ „Sie sollten nicht lehren.“ „Sie sind in die Irre geführt, im Unrecht, schlecht informiert, fehlgeleitet.“ Manchmal wird die Sprache noch düsterer: von Dämonen, Wesenheiten oder Parasiten besessen.
Die Arbeit selbst beginnt sich zu verändern. Schriften und Worte, die einst darauf abzielten, zu erleuchten, drehen sich nun um Versuche, die Schöpfungen anderer herabzusetzen, lächerlich zu machen oder zu zerstören.
Dieses Muster beschränkt sich nicht auf die spirituellen Bereiche. Es taucht in vielen Berufen auf, wann immer Eifersucht, Neid oder die wahrgenommene Bedrohung durch eine alternative Sichtweise an die Oberfläche drängt. Die Stärke des Lichts eines anderen kann sich für das verunsicherte Ego wie eine persönliche Herabsetzung anfühlen.
Dennoch gibt es in dieser Welt Raum für das gesamte Spektrum der Polarität in all ihren unterschiedlichen Formen. Jede Seele findet irgendwo ihren Platz innerhalb des weiten Spektrums menschlicher Erfahrungen – Erfahrungen, die im Laufe jedes Lebens und jeder Zivilisation auf- und absteigen. Es steht uns frei zu wählen, was wir anerkennen, woran wir glauben wollen und was wir in uns Wurzeln schlagen lassen wollen.
Es gibt viele Früchte zur Auswahl, viele Sorten. Nicht alle sind reif. Manche werden niemals Samen tragen. Doch jene, die genährt, geliebt und gepflegt werden, schaffen sich ihre eigene erfolgreiche Existenz in dieser Welt. Und manchmal tragen sie noch mehr Früchte, Früchte, die andere frei pflücken und von denen sie sich nähren können.
Wenn die Inspirationen verstummen und das Ego seine rastlose Suche beginnt, lautet die Einladung nicht, das niederzureißen, was ein anderer aufgebaut hat. Die Einladung lautet, sich wieder dem stillen Ort im Inneren zuzuwenden, den bereits vorhandenen Samen zu pflegen und sich daran zu erinnern, dass der Garten groß genug ist für jeden authentischen Ausdruck des Lichts.
Polarität ist nicht der Feind. Sie ist das Feld, auf dem Wahlmöglichkeiten entstehen. Und die Wahl, die frei in Liebe statt in Angst getroffen wird, ist genau jene Bewegung, die es dem spirituellen Selbst ermöglicht, wieder aufzusteigen.
Liebevolle Segnungen
Paul Dobree-Carey / Polaris AB
Www.polarisab.blog/posts-publications-articles/
Quelle: Paul Dobree-Carey
[übersetzt von max: Herzlichen Dank lieber Paul💖Wir freuen uns über eure Unterstützung, Von Herzen Danken wir Euch💖]
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