2026-01-25

Lori Lines: Wir können nur durch unsere eigene Brille sehen


Es ist schon ein wenig verrückt, wie sicher wir uns alle sind, was wir zu wissen glauben. Also... echt sicher. Als hätten wir das Universum persönlich getroffen, uns Notizen gemacht und wären mit einem Zertifikat zurückgekommen. Aber wenn man mal richtig in Ruhe darüber nachdenkt: Woher wissen wir eigentlich, was wir wissen? Das meiste davon haben wir gar nicht selbst erlebt. Es kommt von der Familie, der Kultur, früheren Erfahrungen und der Phase, in der wir gerade sind. Dann nennen wir es Wahrheit und verteidigen es, als hätten wir es selbst erschaffen. 

Das sieht man besonders gut in Kommentarbereichen. Jemand teilt eine Erfahrung oder eine Perspektive, und fast sofort taucht jemand auf, der mit voller Überzeugung sagt: „Das stimmt nicht.“ Was meistens fehlt, ist nicht Intelligenz, sondern Perspektive. Wir können nur durch unsere eigene Brille sehen. Unsere Erfahrungen prägen, was wir wahrnehmen, was wir glauben und was wir völlig übersehen. Aber anstatt das zu erkennen, denken die meisten Menschen, ihre Brille sei die einzige Brille. Fall abgeschlossen.

Überzeugung wird oft mit Weisheit verwechselt. Aber manchmal ist es nur Angst in einem Blazer. Angst, falsch zu liegen. Angst vor Unsicherheit. Angst zu erkennen, dass deine Erfahrung vielleicht nicht universell ist. Anstatt zuzuhören, korrigieren die Menschen. Anstatt neugierig zu werden, verkünden sie. Es ist einfacher, sich sicher zu sein, als sich mit „Oh ... Das habe ich noch nie erlebt.“

Menschen, die wirklich mit beiden Beinen im Leben stehen, verhalten sich oft anders. Sie sprechen aus Erfahrung, ohne diese zu einem Gesetz zu erheben. Sie sagen Dinge wie: „So habe ich das erlebt“, was im Internet offenbar als sehr bedrohlich empfunden wird. Sie verstehen, dass die Wahrheit unterschiedlich aussieht, je nachdem, wo man steht, was man erlebt hat und was man noch nicht erlebt hat.

Wenn jemand mit starrer Gewissheit auftaucht, hat das meistens wenig mit dem zu tun, was gepostet wurde. Es geht darum, die eigene Weltanschauung zu stabilisieren. Recht zu haben wird zu einem Mittel, um sich sicher zu fühlen. Aber die Sache ist die: Die Realität passt sich nicht unserem Komfort an. Und die Wahrheit muss nicht mit Gewalt geschützt werden.

Wir sehen die Realität nicht so, wie sie ist. Wir sehen sie so, wie wir sind. Durch unsere Verletzungen, unsere Erfolge, unsere Prägungen und unsere Heilung. Das macht niemanden falsch, aber es bedeutet, dass wir alle begrenzt sind. Gewissheit schlägt die Tür zu. Neugier hält sie offen. Und Wachstum findet nur statt, wenn wir uns daran erinnern, dass unsere Sichtweise nur eine von vielen ist.

Ich liebe euch alle,

-Lori

Quelle: Lori Lines, QHHT 3 Practitioner, Higher-Self Coach, Mentor

[übersetzt von mascha: Herzlichen Dank Lori💖Wir freuen uns über eure Unterstützung, Von Herzen Danken wir Euch💖]
 

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