Er ist kein gläubiger Mensch, und gerade deshalb überraschte mich seine Aussage, als er sagte: „Hier hat der Teufel seine Finger im Spiel.“
Im mystischen Sinne finde ich diesen Gedanken gar nicht so abwegig - wenn wir den Teufel nicht als eine äußere Gestalt verstehen, sondern als Sinnbild jener Kräfte, die den Menschen immer tiefer in Trennung, Hoffnungslosigkeit und Gleichgültigkeit führen.
Denn was geschieht, wenn ein Mensch irgendwann aufhört, an Veränderung zu glauben? Wenn Resignation zu einer inneren Haltung wird? Wenn aus dem einstigen „Ich kann etwas verändern“ ein „Was geht mich das an?“ wird. Und wenn wir beginnen, das Leid anderer mit dem Satz abzutun: „Ihr habt das alles selbst gewählt.“
Mich erschreckt manchmal die Gleichgültigkeit, die sich in unserer Gesellschaft ausbreitet. Hauptsache, das eigene kleine Ich bleibt unberührt. Hauptsache, es geht mir gut. Was neben mir geschieht, wird zur Angelegenheit des anderen.
Doch Gott hat uns nicht als voneinander getrennte Wesen geschaffen. Er hat uns die Gemeinschaft geschenkt. Wir sind auf Beziehung angelegt, auf Begegnung, auf Berührung, auf das wirkliche Gegenüber. Und doch erleben wir, wie vieles davon durch digitale Welten ersetzt wird. Gemeinschaft wird zu sozialen Netzwerken, Begegnung zu Kommunikation über Bildschirme und Nähe zu einer Illusion von Verbundenheit.
Auch die Intimität bleibt davon nicht unberührt. Die tiefe Begegnung zwischen zwei Menschen, das gegenseitige Sich-Erkennen und Sich-Anvertrauen, wird zunehmend durch eine jederzeit verfügbare Sexualität ersetzt, die den Körper erreicht, aber nicht notwendigerweise das Herz.
Ich möchte das nicht verurteilen. Aber ich frage mich, was mit dem Menschen geschieht, wenn er seine tiefsten Bedürfnisse immer häufiger durch Ersatzbefriedigungen stillt, anstatt sie in echter Beziehung zu leben.
Hier liegt eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Wir sprechen viel von innerer Freiheit. Wir sprechen von Bewusstsein, Heilung, Selbstverwirklichung und spirituellem Erwachen. Doch was geschieht mit dieser inneren Freiheit, wenn sie nicht über die Grenzen unseres eigenen Ichs hinausreicht? Reicht es wirklich aus sich innerlich frei zu fühlen. Die Freiheit möchte Beziehung werden. Die Erkenntnis möchte Begegnung werden und die Liebe möchte von Herz zu Herz fließen.
Was nützt es, wenn ich in mir Frieden gefunden habe, aber dem Menschen neben mir gleichgültig gegenüberstehe? Was nützt mir meine spirituelle Erkenntnis, wenn sie mich nicht barmherziger, mitfühlender und menschlicher werden lässt?
Ich glaube hier besteht eine der größten Täuschungen unserer Zeit, dass wir glauben, wir könnten uns selbst erlösen, ohne wieder wirklich miteinander in Beziehung zu treten. Ich maße mir nicht an zu wissen, wohin diese Entwicklung führen wird. Es mag sein, dass die Menschheit irgendwann einen Punkt erreicht, an dem sie erkennt, was sie durch ihre zunehmende Trennung verloren hat. Wie es scheint braucht es dafür sogar eine Krise, die uns zwingt, wieder nach dem zu suchen, was wir längst vergessen haben und ohne wahre Not nicht wieder hinbekommen. Aber eines glaube ich immer stärker: Solange wir nur um unsere eigene innere Freiheit ringen und diese Freiheit nicht nach außen tragen, von Herz zu Herz, werden wir weiterhin unermessliches Leid erleben. Denn Liebe ist keine private Errungenschaft, sie will fließen, will berühren, trösten, vergeben, helfen und verbinden. In der eigentlichen Prüfung unseres Erwachens geht es nicht darum, wie frei wir uns selbst fühlen, sondern ob durch unsere Freiheit auch ein anderer Mensch wieder Hoffnung schöpfen kann. Christus wird nicht lebendig durch unsere Worte über ihn, sondern in dem, was durch uns von Herz zu Herz geschieht.
Klaus Praschak
Bild: printerest.de danke
Klaus Praschak
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Quelle: Klaus Praschak

Ich stimme absolut zu. Mein grösster Wunsch ist, dass Mann und Frau wieder ins göttliche Gleichgewicht finden. Nie war die Chance so gross wie jetzt 🙏💚☯️🎉❤️🤍
AntwortenLöschenDas ist auch mein Wunsch und so wird es sein. Zu erst im Inneren und dann auch zu zweit. Ich nehme wahr, dass es bald soweit sein wird.
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