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2015-02-03

An die Völker und Bürger der Länder Europas!

Liebe Europäer!

Wir, die russischen Staatsbürger mit mehr als 100 Nationalitäten, verschiedenen Konfessionen, Rassen, Überzeugungen, politischen, ideologischen, sexuellen und aller anderen Orientierungen, wollen uns an Sie direkt wenden – die Politiker und die Massenmedien umgehend, da wir meinen, dass die Zeit gekommen ist, direkt, ohne Vermittler miteinander zu reden.



Mit großer Besorgnis sehen wir, dass die Situation in der Ukraine Grund zur ernstesten politischen Krise in Europa seit den Zeiten des kalten Krieges wurde. Die Führer der Staaten und der Militärallianzen schließen zum ersten Mal seit Jahrzehnten die Möglichkeit des wirklichen Krieges auf unserem Kontinent nicht aus, was die Vernichtung von Millionen Menschen – von uns und unseren Kindern, Eltern, unserer Nächsten und Geliebten – bedeuten würde. Der absolute Wahnsinn, zu beobachten, dass man unsere Völker zum Krieg führt, und uns wird nur die Rolle der Statisten und der Beobachter zugeteilt.

Wir meinen, dass die Zeit gekommen ist, das Schicksal Europas in die Hand zu nehmen. Die Verantwortungslosigkeit der Politiker, die Phobien der Zeiten des kalten Krieges, die Militärblöcke, die Massenvernichtungswaffen, die Basen und die Militärstrukturen beschwören die Drohung der neuen Konflikte in Europa herauf.
Wir sind überzeugt, dass keines der Völker in Europa Krieg will. Es gibt nicht die geringsten Gründe und Vorbedingungen dafür, dass die Differenzen der Politiker und die geopolitischen Differenzen Grund für die neue Not für unsere Völker werden.

Wenn Ihre Massenmedien Ihnen immer wieder sagen und Sie zu überzeugen versuchen, dass jemand in Russland etwas anderes will und beabsichtigt, irgendwelche Territorien zu ergreifen oder sich andere Völker unterzuordnen, dann ist das eine Lüge, mit deren Hilfe sie die Billigung von Sanktionen und anderen Formen des Drucks auf Russland erreichen wollen. Niemand will in Russland den Konflikt mit Europa, keiner von uns hegt die Feindseligkeit zu den Europäern, keine europäische Nation soll Russland als Bedrohung empfinden.

Unsere Wünsche gehen in Bezug auf die russischen Minderheiten in Europa über die Rahmen der europäischen Konventionen und der grundlegenden Prinzipien über die Menschenrechte nicht hinaus.

Wir rechnen auf die grundlegenden Garantien der Sicherheit – als Nation, die in den letzten zwei Jahrhunderten mehreren Aggressionen seitens Europas ausgesetzt war. Dieser unser Wunsch ist keine Drohung in Bezug auf andere Staaten. Jedoch halten wir es für unser Recht, dass man uns Frieden garantiert.

Wir rufen alle vernünftigen Menschen in Europa auf, die Behörden der Länder zu beeinflussen und die Erzeugung von kriegerischen Stimmungen und die provokatorischen Aufrufe anzuhalten, den Lügen der Politiker und der Massenmedien über “die russische Bedrohung” nicht nachzugeben, die Politiker zum Dialog und der Suche nach beiderseitig akzeptablen Lösungen im Namen eines einheitlichen und sicheren Europas aufzurufen.

Es ist unsere Zeit, die Zeit der Völker Europas gekommen! Wir müssen die grundsätzlich neuen Strukturen und Mechanismen des Friedens und der Sicherheit in Europa schaffen, die die friedliche Lösung aller Streitfragen und die Achtung vor den Rechten der Menschen und der Völker garantieren würden.

Gebt dem Frieden eine Chance!

2015-02-01

Wer stoppt den "Geisterfahrer" Alexis Tsipras?

von Arno Klönne 01.02.2015
Originalartikel: Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/44/44020/1.html

Wie hierzulande über euro-griechische Realitäten hinweggetäuscht wird. Der Konflikt zwischen der Troika als Euro-Aufsichtsbehörde und der neuen griechischen Regierung lasse sich ganz einfach lösen, sagt in den Talkshows der Bundesfinanzminister, in seiner Rolle als sparsamer schwäbischer Hausmann: Griechenland müsse eben seine Schulden bezahlen, sich an die Vereinbarungen halten. "Pacta sunt servanda" ergänzt ihn sein bayerischer Ressortkollege, damit auch Lateinkundige Bescheid wissen. Die auferlegten "Spar"-Reformen hätten Griechenland doch schon auf den wirtschaftlichen Wachstumsweg gebracht, beschwert sich die deutsche Politikelite, aber nun richteten regierende griechische Populisten ein ganz Europa bedrohendes Chaos an.  In der Presse hierzulande wird ganz überwiegend diese Deutung der Problemlage zugespitzt, mit dem "Spiegel" als propagandistischem Sturmgeschütz: Als "Der Geisterfahrer" ist Alexis Tsipras auf das Titelbild der jüngsten Ausgabe gesetzt und als "Europas Albtraum", das Etikett "Der Brandstifter" war ja schon vergeben für den russischen Staatspräsidenten. Die neue griechische Regierung, so heißt es in dem Magazin, rüttele "am Fundament der EU" vor allem durch ihre Kritik an der Griechenlandpolitik Deutschlands, durch ihre Polemik gegen Angela Merkel; sie stelle "alles in Frage, was der Kanzlerin heilig ist". Die Regierungschefin der Bundesrepublik als sakrale Autorität europäischer Politik? Die regierende Politik und (mehrheitlich) die Medien hierzulande vermeiden es beharrlich, wirtschaftliche Realitäten des Griechenlandkonfliktes offen zu legen:
1. Dass die scheinbar so großzügige Finanzhilfe für Hellas dazu diente, private, vornehmlich ausländische Banken und Fonds vor Verlusten zu bewahren; nur ein geringer Teil der Kredite ging an die griechische Staatskasse.

2. Dass im gleichen Zuge die Risiken dieser Finanzgeschäfte dann "sozialisiert", d.h. auf öffentliche Gläubiger verlagert wurden; für Verluste haben demnächst die gemeinen Steuerzahler nicht zuletzt in der Bundesrepublik aufzukommen.

3. Dass die von der Troika angeordneten "Reformen" keineswegs geeignet waren und sind, die griechische Wirtschaft zu sanieren; aus einem Verarmungsprogramm geht keine volkswirtschaftliche Blüte hervor.

4. Dass die zweifellos bestehenden Binnenursachen der griechischen Misere von der Vorgängerregierung dort nicht angegangen wurden - aber eben die wollte gerade die Euro-Elite, vorweg die deutsche Kanzlerin, unbedingt im Amt halten.

Weil all dieses verschwiegen oder verdeckt wird, kann in der Bundesrepublik ein populäres Ressentiment weiter seine von den Realitäten ablenkende Wirkung tun: Alles wäre gut, wenn nur die Griechen von ihrer Verschwendungssucht abkämen...

"Lügenpresse" gilt bekanntlich als ein "Unwort", "Lügenpolitik" sicherlich auch; also nennen wir den Sachverhalt anders: Da wird durch systematische Auslassungen ein täuschendes Bild der euro-griechischen Verhältnisse erzeugt, volksverdummend.

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/44/44020/1.html