2026-08-21

Otfried Weise: ALLES IST GUT, SO WIE ES IST


ALLES IST GUT, SO WIE ES IST

nicht, weil alles leicht ist,
nicht, weil nichts schmerzt,
sondern weil das Leben nichts von uns verlangt,
was nicht bereits Teil des großen Weges wäre.

Das Leben verlangt nichts von uns, was wir als Seele nicht umsetzen könnten, deshalb ist es sinnvoll, es als Lernaufgabe zu akzeptieren, weil die Persönlichkeit ohne diese Erfahrungen nicht dort stehen würde, wo sie jetzt ist.

Viele Menschen sind unzufrieden mit sich und ihrem Leben, sie hadern mit ihrem Schicksal und suchen nach Schuldigen und schieben Eigenverantwortung, wie ein glühendes Eisen vor sich her.
Wir müssen jedoch nichts und niemanden verändern.

Wir müssen das Geschehene nicht verbessern,
keine Vergangenheit neu schreiben,
alles folgt dem individuellen Seelenplan,
den wir mit unserem Verstand, mit seinem begrenzten Blick
nicht erkennen können.

Doch tief in uns ist ein Wissen,
das alles in einem größeren Zusammenhang steht.
Es ist nicht unsere Aufgabe
alles zu verstehen,
sondern uns der inneren Stimme anzuvertrauen.

Eine Wunde darf langsam von selbst heilen.

Es genügt zunächst,
sie anzusehen, ohne sie wegzuschieben,
sie darf da sein,
wie eine Narbe, die ihre Geschichte erzählt.

Vergebung kann nicht erzwungen werden.
Oft ist es genug zu sagen:
„Ja. Das ist geschehen.
Ich muss es nicht gutheißen.
Ich muss es nicht erklären.
Ich darf anerkennen, dass es Teil meiner Erfahrungen ist.“

HINGABE bedeutet, aufzuhören,
in den Widerstand zu gehen.
Wenn ein Mensch uns verlässt,
dürfen wir traurig sein.
Wir müssen den Abschied nicht verstehen,
vielleicht war diese Begegnung nur für einen bestimmten Abschnitt
unseres Weges bestimmt.
Wenn eine Vision erfüllt ist,
müssen wir nicht sofort einer neuen hinterherjagen.
Wir dürfen darauf vertrauen,
dass sich andere Wege zeigen.
Wenn etwas nicht sofort gelingt,
müssen wir uns nicht verurteilen.

Wir dürfen erkennen:
Auch Umwege sind hilfreich auf dem Weg der Erkenntnis.
Und wenn wir einem Menschen begegnen,
der uns verletzt,
müssen wir nicht so tun,
als wäre nichts geschehen.
Wir dürfen Grenzen setzen,
Abstand nehmen,
nein sagen
und dennoch aufhören,
innerlich gegen das Geschehene anzukämpfen.
Denn alles geschieht
durch den Willen und die Absicht unserer unsterblichen Seele.

Nur für die Persönlichkeit gibt es richtig und falsch,
gelungen und gescheitert,
Gut und Böse.

Die Frage „Warum das passiert ist“ bringt uns nicht weiter,
sondern die Erkenntnis: Ohne diese Erfahrungen würden wir nicht dort stehen, wo wir heute sind. Das Leben ist immer auf unserer Seite, es ist förderlich, für unser Wachstum.

Die Seele ist von der Dunkelheit unberührt.
Sie ist die Freude,
ohne sie festhalten zu wollen
SIE IST DIE LIEBE SELBST
So dürfen wir viele Erfahrungen durchleben:
die Freude des Neubeginns,
den Schmerz des Abschieds,
die Einsamkeit, die Nähe,
die Angst, die Liebe,
das Scheitern, das Gelingen,
die Wut, den Mut,
das Loslassen und das Wiederfinden.

JEDOCH MÜSSEN WIR NICHT STÄNDIG AN UNS ARBEITEN
um endlich jemand zu sein, um Erwartungen zu erfüllen,
wie wir nach ihren Vorstellung nach sein sollten.
Wir dürfen einfach SEIN, im Rollenspiel
mit unserer Ungeduld,
mit unseren Widersprüchen,
mit unseren „scheinbaren Fehlern“, die nur Erfahrungen sind,
mit unseren Sehnsüchten,
mit all dem, was wir an uns lieben,
und all dem, was wir noch nicht verstehen und ablehnen.

Die Persönlichkeit geht mit der Geburt durch den Schleier des Vergessens und macht mit ihren fünf Sinnen einfach Erfahrungen, um sich dann wieder zu erinnern, wer sie wahrlich ist.
Und vielleicht liegt darin die tiefste Form der Freiheit:

NICHTS MUSS ANDERS SEIN, UM IM HIER UND JETZT BEWUSST SEIN ZU KÖNNEN

Ich darf erkennen:
ICH BIN EINE UNSTERBLICHE SEELE,
die durch die Augen eines Menschen schaut.

Quelle: Otfried Weise

1 Kommentar:

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