2026-09-05

Klaus Praschak: Das gelebte Wir – Miteinander in der Transzendenz


Das neue Miteinander erwächst aus der Erkenntnis, dass wir alle Teil eines größeren Bewusstseins sind. Es ist mehr als soziale Harmonie, es ist ein transzendenter Zustand, in dem das Göttliche durch das Menschliche wirkt. Transzendenz bedeutet, über das Persönliche hinauszugehen, ohne es zu verleugnen. Es ist das stille Erwachen in uns, wenn wir erkennen, dass der andere kein Gegenüber, sondern ein Spiegel des Einen ist. In diesem Erkennen löst sich die Trennung, die das Ich vom Du getrennt hielt. Wir handeln dann nicht mehr für uns, sondern durch uns, als Kanäle des göttlichen Wirkens.

Im alltäglichen Leben zeigt sich Transzendenz im Bewusstsein des Miteinanderseins. Wenn wir einem Menschen zuhören, ohne zu urteilen, sind wir bereits jenseits des Ego. Wenn wir jemandem helfen, ohne Erwartung, fließt durch uns reine Liebe.

Wenn wir sprechen, um Frieden zu bringen, und schweigen, wenn Worte zu viel wären, dann wirkt das Göttliche in uns.

So wird das neue Miteinander zu einem Feld gelebter Transzendenz, es wird zu einem Ort, an dem das Menschliche nicht überwunden, sondern durchlichtet wird.

Wir bleiben Menschen, doch wir handeln aus einem erweiterten Bewusstsein heraus, das weiß, dass jede Begegnung heilig ist, jede Verbindung ein Faden im göttlichen Gewebe.

In diesem Zustand gibt es kein Oben und Unten, kein Besser oder Schlechter, sondern nur den einen, großen Atem des Lebens, der durch viele Körper, viele Stimmen, viele Herzen fließt. Das neue Wir ist somit kein soziales Konstrukt, sondern ein spirituelles Erwachen im gemeinsamen Bewusstsein. Es ist die gelebte Einheit in der Vielfalt, es ist die Erfahrung, dass Liebe das verbindende Prinzip aller Dinge ist. Und so geschieht Transzendenz nicht nur im stillen Gebet oder in der Kontemplation , sondern mitten im Leben, wenn wir uns erlauben, im Anderen das Göttliche zu erkennen und selbst zu einem Ausdruck dieser Liebe zu werden.

Klaus Praschak

Bild: printerest.de danke

Quelle: Klaus Praschak

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