Keine Macht, die nicht durch innere Unreife genährt wird. Keine Kontrolle, die nicht dort entsteht, wo Menschen ihre Selbstregulation verloren haben. Das ist unbequem, weil es allen Seiten ihre moralische Unschuld nimmt. Es entzieht sowohl den Machtausübenden als auch den Widerständigen den Trost, „auf der richtigen Seite“ zu stehen. Das höhere Selbst kennt keine Lager. Es kennt nur Zusammenhänge.
Die Menschheit steht nicht vor dem Abgrund, weil sie zu wenig weiß, sondern weil sie zu wenig halten kann. Zu wenig Ambivalenz. Zu wenig Spannung. Zu wenig Nichtwissen. Stattdessen flüchten Menschen in Narrative, spirituelle wie politische, die ihnen sagen, wer schuld ist und was zu glauben ist. Das ist keine Befreiung, das ist Infantilisierung. Jede Bewegung, die einfache Wahrheiten anbietet, ist Teil des Problems. Jede Ideologie, die verspricht, „die Menschheit zu retten“, reproduziert genau das Muster, das sie vorgibt zu überwinden. Das höhere Selbst ist nicht nur ein mystisches Bewusstsein und erklärt nichts endgültig, doch es konfrontiert den Menschen damit, dass er nicht Opfer eines Systems ist, sondern Resonanzkörper. Dass Technik, Macht, Märkte und Strukturen nur so weit wirken, wie das menschliche Nervensystem sie unbewusst stützt. Dass Kontrolle dort entsteht, wo innere Leere nicht ausgehalten wird. Dass Beschleunigung dort herrscht, wo Stille Angst macht. Die Menschheit wird nicht an äußeren Kräften scheitern, sondern an ihrer Weigerung, erwachsen zu werden. Erwachsen heißt nicht moralisch besser, sondern reguliert, verkörpert, unterscheidungsfähig. Fähig, Nein zu sagen - und auch Ja, ohne sich zu verlieren. Das höhere Selbst ist ein integriertes Bewusstsein. Ein Bewusstsein, das aufhört, sich selbst zu belügen. Das aufhört, Rettung im Außen zu suchen. Das erkennt, dass jede echte Veränderung dort beginnt, wo ein Mensch nicht mehr reagiert, sondern anwesend ist. Wenn es also ums Überleben der Menschheit geht, dann nicht im biologischen Sinn allein. Sondern im Sinn der Frage, ob der Mensch fähig ist, Mensch zu bleiben, während alles lauter, schneller und fragmentierter wird. Es geschieht nicht durch ungefilterte Parolen, durch neue Feindbilder und auch nicht durch spirituelle Überhöhung. Sondern durch Menschen, die ihre innere Spaltung nicht mehr exportieren und es ist das Einzige, was wirklich trägt.
Der von mir, im gestrigen Text ,erwähnte Nullpunkt ist kein theoretischer Raum. Er ist ein existentieller Übergang. Er bezeichnet jenen Bereich, in dem alte Sicherheiten, Identitäten, Erklärungen und Selbstbilder ihre Tragfähigkeit verlieren, ohne dass das Neue schon verfügbar ist. Genau deshalb braucht es Mut. Weniger den Mut des Handelns, sondern mehr den Mut des Nicht-Ausweichens. Viele Menschen sprechen vom Nullpunkt, vom Dazwischen, vom leeren Raum, aber innerlich versuchen sie, ihn sofort wieder zu füllen: mit neuen Konzepten, neuen Erklärungen und neuen Sicherheiten. Doch dann wird der Schritt nicht wirklich vollzogen. Denn der eigentliche Nullpunkt ist der Moment, in dem man nichts mehr hinzufügt, nichts mehr kontrolliert und nichts mehr kompensiert. Hier entsteht Neues nicht durch Tun, sondern durch Zulassen. Und das ist für das gewohnte Ich beängstigend. Denn es verliert dort seine Steuerungsfunktion. Der Nullpunkt fühlt sich zunächst nicht wie Freiheit an, sondern wie Haltlosigkeit. Wie ein inneres Schweben ohne Geländer. Genau deshalb meiden ihn viele, nicht aus Mangel an Einsicht, sondern aus Mangel an Vertrauen. Mut heißt hier nicht, etwas zu riskieren, sondern sich nicht zurückzuziehen, wenn es still, leer oder unbestimmt wird. Nicht sofort zu flüchten in Aktivität, Erklärung oder Spiritualisierung. Sondern zu bleiben. Wach. Anwesend. Unverstellt und genau dort entstehen neue Möglichkeiten, als neue innere Ordnung. Eine andere Art von Wahrnehmung, Entscheidung und Beziehung. Was aus dem Nullpunkt hervorgeht, ist nicht gemacht, sondern es ist stimmig. Es trägt, weil es nicht aus Angst oder Mangel geboren wurde. Es lässt sich auch so sagen: Der Nullpunkt ist kein Ziel, sondern eine Schwächung des Alten, damit etwas Wahreres Raum bekommt. Und dieser Schritt lässt sich nicht denken, nicht planen und nicht absichern. Er lässt sich nur wagen und es werden diesen Pfad nicht viele gehen, denn er wird alles kosten, was nicht wesentlich ist.
Klaus Praschak
Bild: printerest.de danke

Ich denke das die Seele Entschieden hat in dieser Zeit diesen Weg zu gehen. Was mir auffällt das ist so ein bisschen wie ein Freiflug die Seele weiß . Wie es geht .Es ist schon eine Enorme Herausfordernde Aufgabe alles Abzuschütteln und zu sagen du bist ein Schöpferwesen ein Teil von diesen ganzen . Also bitte es ist dein . Unfassbar . Schritt für Schritt wieder den Mut zu haben das zu Verinnerlichen. Das ist ein Gewaltiger Schritt . Dieser Schritt ist so Normal das man es für etwas Außergewöhnliches hält.
AntwortenLöschenHat etwas mit der Illusion zu tun die gezeigt wurde. Die Meisterschaft der Begrenzung 😉 wieder rein in die Unendliche Schöpferkraft . Es ist Angerichtet.🥰