Die Wahl eines neuen Lebens findet in Anwesenheit von spirituellen Führern und Meistern statt, die die Seele dabei unterstützen, vergangene Erfahrungen zu reflektieren und zukünftige Lektionen zu planen. Den Seelen werden oft mehrere „Szenarien” präsentiert – verschiedene Versionen des Lebens mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Intensitäten. Häufig wählen sie herausfordernde Inkarnationen, voller Schmerz, Krankheit oder Einsamkeit, weil sie wissen, dass diese das spirituelle Wachstum am meisten beschleunigen. Sie wählen auch die Umstände ihrer Geburt, ihre Familie, ihr Geschlecht und sogar den Zeitpunkt ihrer Ankunft, damit alles genau ihren Absichten entspricht.
Der Moment des Eintritts in den Körper ist kein einmaliger Vorgang. Die Seele nähert sich der Mutter während der Schwangerschaft und beobachtet in der Regel von außen die Umgebung und die Entwicklung des Fötus. Oft bleibt sie in der Nähe – „schwebt über dem Mutterleib” – und ist noch nicht vollständig mit dem physischen Körper verbunden. Das vollständige Eintreten erfolgt in der Regel gegen Ende der Schwangerschaft, kurz vor der Geburt oder im Moment des ersten Atemzugs des Neugeborenen. Einige Seelen beschreiben, wie sie „in den Körper fließen”, wenn sich der Geburtskanal öffnet, während andere sagen, dass sie „in einem Lichtstrom herabgestiegen” sind und sich mit dem Säugling vereinigt haben. Seelen vergleichen diesen Moment mit dem Eintritt in eine enge, schwere Hülle, als würden sie sich in eine physische Form zurückziehen, die sich im Vergleich zur Freiheit der Existenz außerhalb des Körpers sehr einschränkend anfühlt.
Das Eintreten in den Körper ist auch mit dem Verlust des Zugangs zum vollständigen spirituellen Gedächtnis verbunden. Die Seele stimmt einem „Schleier des Vergessens” zu, der die bewusste Nutzung des Wissens über frühere Leben und die spirituelle Realität verhindert. Dieser Zustand ist wichtig – er ermöglicht es der Seele, das Leben „wie zum ersten Mal” zu erleben, ohne den Einfluss der Vergangenheit. Nur so kann sie Emotionen, Entscheidungen und Reaktionen vollständig erleben – und wirklich lernen.
In den ersten Monaten des Lebens eines Kindes ist die Seele nicht immer vollständig im Körper präsent. Viele Seelen berichten, dass der Körper des Säuglings teilweise automatisch funktioniert, während sie selbst sich „allmählich nähern”, „sich an den Körper gewöhnen” oder „den Umgang mit diesem neuen Werkzeug, dem physischen Körper, üben”. Während dieser Zeit verlassen Seelen oft den Körper – vor allem im Schlaf – und besuchen andere spirituelle Bereiche. Sie können mit spirituellen Führern in Kontakt bleiben oder in den „Zwischenbereich“ zurückkehren, in dem sie vor der Geburt existierten. Die Seele bleibt durch die sogenannte silberne Schnur mit dem Körper verbunden – eine energetische Verbindung, die erst mit dem physischen Tod unterbrochen wird.
Berichte deuten auch darauf hin, dass eine Seele ihre Meinung ändern kann, bevor sie vollständig in den Körper eintritt. Wenn die Bedingungen auf der Erde nicht mehr mit dem vereinbarten Plan übereinstimmen – zum Beispiel, wenn die Eltern ihre Entscheidung ändern, eine Gefahr für das Leben des Kindes besteht oder die Seele sich noch nicht bereit fühlt –, kann sie sich zurückziehen. In solchen Fällen kommt es oft zu einer Fehlgeburt. Es gibt auch seltene Fälle von Seelenaustausch, bekannt als „Walk-ins”, bei denen eine Seele den Körper verlässt und eine andere eintritt, um das Leben fortzusetzen. Dies sind Ausnahmen und geschehen nur mit gegenseitigem Einverständnis.
Wichtig ist auch, dass viele Seelen bewusst eine schwierige Kindheit wählen – mit Armut, Liebesmangel oder Verlassenheit –, nicht weil sie dazu gezwungen werden, sondern weil sie darin große Chancen für ihr Wachstum sehen. Für die Seele hat jede Erfahrung ihren Wert, und die schwierigsten Bedingungen können zu den größten spirituellen Katalysatoren werden. Leiden, Ablehnung, Einsamkeit und Unsicherheit werden als intensive Lektionen gesehen, oft verbunden mit Vergebung, innerer Stärke, Unabhängigkeit oder bedingungsloser Liebe.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Prozess des Eintritts in einen Körper ein bewusstes, genau geplantes und spirituell tiefgreifendes Ereignis ist. Die Seele wählt das Leben nicht zufällig, sondern als eine Phase des Lernens und der Entwicklung, die ihren Bedürfnissen und ihrem karmischen Weg entspricht.
Der Eintritt in den Körper geschieht schrittweise und unter Achtung des freien Willens, und jedes Kind trägt einen Seelenplan in sich – auch wenn es diesen bei der Geburt vorübergehend vergisst.
[mascha: Ich kann Euch ein wundervolles Buch zu diesem Thema empfehlen, das sich auch genau mit diesem Thema beschäftigt, eins meiner Lieblingsbücher: "Die neun Schritte ins Leben - Der Initiationsweg zur Geburt" von Anne und Daniel Meurois-Givaudan erschienen im Heyne Verlag]

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