Die Reife einer Seele zeigt sich darin, dass sie nicht allein den eigenen Vorteil sucht, keine Feindschaft nährt und keinem Lebewesen Schaden wünscht. Stattdessen bemüht sie sich, ihren Mitgeschöpfen mit Mitgefühl und Liebe zu begegnen. Sie lebt aus einer inneren Verbundenheit heraus, folgt dem Wesen der Liebe und richtet sich nach der Wahrheit, die in ihr lebendig wird. Ihr sind Glaube, Erkenntnis und tätige Liebe zu allem Seienden zu eigen. Bescheidenheit, Demut und eine tiefe Achtung vor dem Leben zeichnen sie aus. Sie erkennt ihren Ursprung im Geist und sehnt sich danach, zu diesem Ursprung zurückzukehren und sich wieder mit Gott zu vereinen.
Das Ziel der Seele ist es, mit den Einsichten und Erfahrungen, die sie im Laufe ihrer Entwicklung gesammelt hat, in die universelle Gemeinschaft freier Geistseelen zurückzukehren – wie der verlorene Sohn, der den Weg nach Hause findet. Von dort aus kann sie dazu beitragen, die Verbindung zwischen der menschlichen und der geistigen Welt zu vertiefen. Solange die Seele auf der Erde lebt, bleibt ihr das Wesen des Gesetzes der Liebe oft noch teilweise verborgen. In der Welt der freien Geistseelen hingegen ist die Liebe zur tragenden Wirklichkeit geworden. Wer aus dieser geistigen Welt heraus wirkt, erkennt selbst die feinsten Abweichungen von ihrem Wesen.
Zu Beginn gleicht das Leben der Seele einer dunklen Linie, in der einzelne Lichtpunkte aufleuchten. Mit ihrer Entwicklung werden diese Punkte größer und heller. Die Dunkelheit verwandelt sich allmählich in einen leuchtenden Streifen, der immer mehr an Strahlkraft gewinnt, bis sich das Licht der Seele mit dem Licht Gottes vereint.
Unser Ursprung liegt in Gott, unser Leben reicht über das Vergängliche hinaus, und das Wissen, das sich uns erschließen kann, ist grenzenlos. Der Weg dorthin verlangt nicht nach äußerer Größe oder Macht, sondern nach der Entfaltung jener Liebe, die in unserem Innersten ihren Ursprung hat.
Sind wir Menschenseelen bereit, uns diesem großen geistigen Werk anzuvertrauen?
Klaus Praschak
Bild: printerest.de
Quelle: Klaus Praschak

Es gibt manchmal Worte, die man nicht aufhören kann zu lesen. Als ob sie eine Wirkungskraft hätten, die sonst schwer zu vorstellen ist. 💫💓💫
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