Der Mensch hat keine Seele, er ist die Seele, woran könnten wir das erkennen?
Natürlich nicht nur einfach an dem, was wir mit unseren physischen Augen sehen können.
Nicht nur an seinem Gesicht, nicht nur an seinen Worten, nicht an der Spur, die er in dieser Welt hinterlässt.
Wir erkennen ihn vielmehr an jenem stillen Etwas, das sich jeder Messbarkeit entzieht, an einer Tiefe, die sich nicht erklären lässt, und er für einen kurzen Moment, den Eindruck erweckt, als wüsste er mehr, als dieses Leben ihn gelehrt haben kann. An einem Mitgefühl, das keiner Begründung bedarf, an der Fähigkeit, selbst in seiner dunkelsten Stunde, das Licht zu sehen.
Die Seele zeigt sich dort, wo ein Mensch über die Grenzen seines kleinen Ichs, der Persönlichkeit hinauswächst.
Wenn er liebt, obwohl er weiß, dass diese Liebe nicht erwidert wird, wenn er vergibt, obwohl er verletzt wurde, wenn er einem anderen die Hand reicht, ohne dafür etwas zurückzuerwarten, wenn er dem Ruf seines Innersten folgt, auch wenn er von der Außenwelt abgelehnt wird, denn die innere Stimme ist nichts anderes als die Mitteilung unseres innersten Wesenkerns.
Sie kommt häufig nicht in Worte gekleidet, manchmal ist sie nur ein Gefühl.
Ein Wissen ohne Begründung, eine leise Wahrnehmung, die aus der Stille des Herzens fließt, ein deutliches Ja oder Nein, das tiefer reicht als jedes Argument.
Deshalb gibt es Bereiche in unserem Innersten, über die wir besser schweigen.
Manche Wahrheiten verlieren ihre Kraft, sobald man versucht, sie vollständig zu erklären.
Die intuitiven Botschaften der Seele, die verborgenen Beweggründe, die stillen Einsichten unseres Herzens, sind zunächst weitgehend für uns selbst bestimmt. Wir dürfen sie bewahren wie eine Flamme, die nicht jedem Wind ausgesetzt werden darf.
Wir tragen sie im Herzen, denn die eigentliche Aufgabe einer inneren Erkenntnis ist nicht, dass wir sie verkünden, sondern dass wir sie leben. Denn eine Erkenntnis, die unser Handeln nicht verändert, bleibt nur ein Gedanke. Eine Wahrheit, die durch unser Leben hindurchwirkt, wird zu Erfahrung.
Wir tragen sie im Herzen, denn die eigentliche Aufgabe einer inneren Erkenntnis ist nicht, dass wir sie verkünden, sondern dass wir sie leben. Denn eine Erkenntnis, die unser Handeln nicht verändert, bleibt nur ein Gedanke. Eine Wahrheit, die durch unser Leben hindurchwirkt, wird zu Erfahrung.
Genau darin liegt der Unterschied zwischen dem Wissen über die Seele und dem Leben aus der Seele heraus.

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