2026-06-19

Otfried Weise: FREUDE, DIE SONNE DES HERZENS



FREUDE
Die Sonne des Herzens
Das Einzige, worauf es im Leben wirklich ankommt,
ist Freude zu erleben.

Nicht jene Freude,
die von äußeren Umständen abhängt,
nicht jene Freude,
die kommt und wieder vergeht,
wenn Wünsche erfüllt oder Erwartungen bestätigt werden.

Sondern jene grundlose Freude,
die einfach da ist.

Sie steigt auf
wie eine Quelle aus den Tiefen des Seins,
ohne Ursache,
ohne Forderung,
ohne Ziel.

Sie fließt aus einem übervollen Herzen,
das nichts festhalten muss,
weil es weiß,
dass seine Fülle unerschöpflich ist.

Diese Freude braucht keine Rechtfertigung.
Sie fragt nicht nach dem Warum.
Sie verlangt keinen Besitz,
keinen Erfolg,
keine Anerkennung.

Sie ist einfach.
Sie gehört zu dir,
wie das Licht zur Sonne gehört,
wie der Duft zur Blüte,
wie die Wärme zum Feuer.

Niemand hat sie dir gegeben,
und niemand kann sie dir nehmen.
Sie ist Teil deiner wahren Natur.
Sie ist die Sprache deiner Seele.

Sie lebt in deinem unsterblichen Lebenskern,
in jener Essenz,
die älter ist als Zeit
und weiter reicht als die Grenzen eines einzelnen Lebens.

Freude kann nicht gemessen werden.
Sie kann nicht beschrieben werden.
Sie kann nur erfahren werden.

Du spürst sie,
ohne an sie zu denken.
Du atmest sie ein,
du atmest sie aus.

Und während sie durch dich fließt,
beginnt sie ihre Herzensarbeit:
Sie segnet.
Sie heilt.
Sie erhellt.

Wie ein Leuchtfeuer breitet sie sich aus,
berührt Menschen,
ohne sie zu belehren,
öffnet Herzen,
ohne sie zu drängen.

Freude ist die Essenz des Glücks.
Das ist keine Tautologie.
Das ist erfahrene Wahrheit.

Wenn Freude gegenwärtig ist,
ist das Leben weit.

Die Seele erinnert sich an ihre Herkunft.

Der Mensch ist Ausdruck des Lichts.

Freude entsteht dadurch,
dass sie fließt.

Je mehr sie geteilt wird,
desto größer wird sie.

Sie nährt die Liebe.
Sie stärkt das Vertrauen.
Sie verwandelt Begegnung in Verbundenheit.
Sie ist das wahre Elixier.

Wenn ich Freude spüre,
gibt es nichts,
das ich mehr erleben möchte.

Ich bin erfüllt.
Und das genügt.

Quelle: Otfried Weise

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