2026-07-12

Jenny Schiltz: Die Trümmer sich auflösender Zeitlinien


Seit der Sonnenwende erleben wir eine massive Konvergenz der Zeitlinien. Mehrere Zeitlinien haben begonnen, sich wieder ineinander zu falten. Einige verschmelzen, während andere sich gänzlich auflösen. Sie verschwinden jedoch nicht einfach still und leise, sondern bringen emotionale Nachwirkungen mit sich.

Menschen aus der Vergangenheit kommen uns in den Sinn, alte Erinnerungen tauchen unerwartet auf, und Trauer, die wir bereits als abgeschlossen empfunden hatten, verlangt plötzlich erneut nach Anerkennung. Orte, an denen wir gelebt haben, Beziehungen, aus denen wir herausgewachsen sind, Träume, die sich nie erfüllt haben, ja sogar Versionen von uns selbst, von denen wir dachten, wir hätten sie hinter uns gelassen, scheinen alle auf einmal an die Oberfläche zu steigen.

Jede Zeitlinie, selbst jene, die sich letztendlich auflösen, hat uns geprägt. Die Emotionen und Lektionen waren real, auch wenn wir uns ihrer nicht bewusst sind.

Viele Menschen fragen mich, welchen Zweck mehrere Zeitlinien haben. Am einfachsten lässt sich das so erklären: Stell dir vor, du erwirbst einen vierjährigen Hochschulabschluss – nur dass du ihn nicht in vier Jahren, sondern in einem einzigen Jahr absolvierst. Während du bewusst eine Zeitlinie lebst, erleben andere Aspekte von dir gleichzeitig andere. Jede Zeitlinie birgt ihre eigenen Lektionen, Erfahrungen und ihr eigenes emotionales Verständnis.

Dann kommt der Abschluss. Alles läuft zusammen. Das Gelernte integriert sich, die emotionale Weisheit vereint sich, und das, was über all diese Zeitlinien hinweg gewonnen wurde, steht dir zur Verfügung.

Ich glaube, genau da befinden wir uns gerade. Die Zusammenführung findet statt. Während sich diese Zeitlinien wieder miteinander verflechten, bringen sie die emotionalen Spuren und Lektionen mit, die sie in sich trugen. Das kann sich manchmal überwältigend anfühlen, weil nicht immer die Erinnerungen zurückkehren, sondern nur die Emotionen.

Ein Nebeneffekt ist, dass dies den Geist der Menschen unglaublich laut gemacht hat. Er denkt ständig nach, geht Gespräche noch einmal durch, spielt Entscheidungen immer wieder durch und fragt sich, ob etwas übersehen wurde, ob der falsche Weg eingeschlagen wurde oder ob man irgendwie schon weiter sein sollte, als man es ist. Es kann eine stille Enttäuschung geben, nicht nur über sich selbst, sondern über diesen gesamten Prozess.

Der Verstand hat Mühe mit zusammenbrechenden Zeitlinien. Er möchte die Kluft zwischen dem, woran sich unser Bewusstsein erinnert, und dem, was unsere Gefühlsfelder empfinden, überbrücken. Er sucht und sucht, und wenn keine Erinnerung gefunden wird, erfindet er eine Geschichte.

Jede Erfahrung, die wir gemacht haben, hatte einen Sinn; selbst die Zeitlinien, die sich nun auflösen, haben uns etwas über uns selbst gelehrt. Sie haben unsere Hoffnungen, unsere Ängste, unsere Anhaftungen offenbart und gezeigt, wo wir unwissentlich unsere Kraft abgegeben hatten.

Der Verstand möchte jeden Gedanken analysieren, herausfinden, woher er stammt, und eine Geschichte darüber konstruieren, warum wir uns so fühlen, wie wir uns fühlen. Aber die Geschichte ist nicht das Wichtigste; die EMOTION ist es.

Während diese Zeitlinien weiter verschmelzen, gib dein Bestes, dich nicht dabei zu verfangen, herauszufinden, aus welcher Zeitlinie eine Emotion stammt. Achte stattdessen auf die Grundemotion. Ist es Trauer? Enttäuschung? Angst? Erleichterung? Aufregung? Erlaube dir, sie zu erleben, bevor der Verstand herbeieilt, um sie zu erklären.

Wir müssen nicht jede Erinnerung noch einmal durchleben oder jede Zeitlinie verstehen, die sich auflöst. Wir müssen einfach zulassen, dass das, was an die Oberfläche kommt, durch uns hindurchfließt, anstatt zu einer weiteren Identität, einer weiteren Überzeugung oder einer weiteren Geschichte darüber zu werden, wer wir sind.

Je mehr wir bei der Emotion BLEIBEN können, ohne sofort eine Erklärung zu brauchen, desto leichter kann sie ihren Weg durch uns vollenden. Nicht alles, was an die Oberfläche kommt, verlangt danach, verstanden zu werden. Manchmal verlangt es einfach nur danach, gefühlt zu werden.

Wenn wir aufhören, alles verstehen zu wollen, schaffen wir Raum für unser System, um die Integration zu vollenden, die bereits im Gange ist.

Ich sende euch allen viel Liebe,

Jenny

Quelle: Jenny Schiltz

[übersetzt von max: Herzlichen Dank liebe Jenny💖Wir freuen uns über eure Unterstützung, Von Herzen Danken wir Euch💖]

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