Licht ist nicht das Gegenteil von Dunkelheit.
Licht ist der Raum, in dem Dunkelheit sich zeigen darf,
ohne sich verteidigen zu müssen.
Du bist Empfänger von Licht, wenn dein Inneres still genug ist, es halten zu können. Und du bist Sender von Licht, weil dein Dasein selbst die Quelle ist.
Du bist gekommen, um der Dunkelheit einen sicheren Ort zu geben. Einen Schoß aus Bewusstsein, in dem sie sich erinnern kann, dass sie nie getrennt ist und da Licht nicht urteilt, beginnt die Auflösung der Illusion ganz von selbst.
Lange Zeit war dein Leuchten gedämpft. Nicht ausgelöscht – nur verschleiert. Das Magnetfeld der Erde, ursprünglich ein Resonanzinstrument zwischen Kosmos und Mensch, wurde zu einer falschen Matrix umgestimmt. Nicht um dich zu zerstören, sondern um dich vergessen zu lassen. Der Mensch begann, sich als isolierten Kämpfer zu erleben, als getrenntes Narrativ, als kleines ich in einer großen Welt. Doch du bist immer mehr. Du bist immer verbunden. Du bist immer kosmisch.
Dieser Tage beginnt das Feld sich neu zu ordnen. Nicht abrupt, sondern durch sukzessives erinnern. Wie ein Kompass, der langsam wieder Norden findet. Und mit jeder Zelle, die sich entspannt, mit jedem Atemzug, der nicht mehr sucht, wird dir klar, dass du eine unsterbliche SEELE bist. Kein Retter, kein Auserwählter. Sondern das, was du immer bist: Ein stilles Leuchten. Ein Bewusstsein, das nichts beweisen muss.
Die Dunkelheit kommt nicht, um zu bleiben. Sie kommt, weil sie weiß, dass du sie tragen kannst. Und so geschieht Transformation nicht durch Kraft, sondern durch Gegenwart. Nicht durch Wissen, sondern durch Sein. Du bist das Licht. Und Licht erinnert nicht – es lässt erinnern. Dieser Satz berührt einen sehr feinen, aber entscheidenden Unterschied.
Licht ist kein handelndes Subjekt mit Absicht, Wille oder Agenda.
Es sammelt keine Geschichten, es speichert keine Vergangenheit,
es greift nicht auf Erinnerungen zu.
LICHT IST PRÄSENZ.
Und Präsenz wirkt nicht durch Tun, sondern durch Erlaubnis.
Wie kann ich das verstehen?
Erinnern, wie wir es kennen ist ein aktiver Vorgang: wir suchen, rufen ab, greifen nach etwas Verlorenem. Licht ist passiv wirksam.
Licht tut nichts davon. Es sagt nicht: „Erinnere dich jetzt.“
Stattdessen geschieht Folgendes:
Wo Licht ist, muss nichts mehr verdrängt werden. Und alles, was nicht mehr verdrängt wird, beginnt von selbst aufzutauchen. So wie: Nebel sich hebt, ohne dass die Sonne ihn „bekämpft“ und Eis taut, ohne dass Wärme „angreift“. Licht ist die Bedingung, unter der Erinnerung geschieht.
Erinnerung ist ein Rückfluss – Licht öffnet den Kanal.
Vergessen ist kein Verlust von Information. Es ist eine Unterbrechung der Durchlässigkeit. Die Seele weiß. Der Körper weiß. Das Feld weiß. Doch solange Spannung, Angst oder Identifikation das System verengen, kann dieses Wissen nicht fließen. Licht weitet. Nicht durch Druck, sondern durch Abwesenheit von Widerstand. Darum fühlt sich wahre Erinnerung oft so plötzlich, selbstverständlich, wortlos und tief vertraut an. Du lernst nichts Neues. Du erkennst dich wieder.
Licht ist neutral – Erinnerung ist persönlich. Licht ist nicht „gut“. Es ist nicht moralisch. Es bevorzugt nichts. Genau deshalb ist es sicher.
In seiner Gegenwart dürfen auch Schmerz, Schuld, Angst und verdrängte Anteile wieder auftauchen, ohne erneut bewertet zu werden. Und nur das, was nicht bewertet wird, kann sich erinnern, wer es wirklich ist. Erinnerung ist immer individuell: dein Weg, dein Rhythmus, dein Maß. Licht erzwingt nichts. Es hält den Raum, bis du bereit bist.
Spirituelle Erinnerung geschieht nicht im Kopf. Viele glauben, Erwachen sei ein mentales Verstehen. Doch echtes Erinnern geschieht: im Nervensystem, im Körper, im Gefühl von „zu Hause sein“. Licht wirkt hier wie ein stiller Gastgeber: Es richtet den Raum her und zieht sich dann zurück. Die Erinnerung gehört dir.
Deshalb kann Licht nicht missionieren. Licht überzeugt nicht. Licht argumentiert nicht. Licht erklärt sich nicht. Es ist einfach da.
Und wer bereit ist, beginnt sich zu erinnern. Nicht weil jemand etwas gesagt hat, sondern weil nichts mehr im Weg steht.
In einem Satz verdichtet:
Licht trägt keine Erinnerung in sich –
aber wo Licht ist, darf Erinnerung wieder atmen.
Licht ist die Stille, in der die Wahrheit sich selbst erkennt.
Bild: Chanakya Lama

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