2016-09-20

Europa plant erste Quarantäne-Einrichtung für außerirdisches Leben


London (Großbritannien) – Noch bevor in den 2020er Jahren erste Gesteinsproben vom Mars zurück zur Erde gebracht werden sollen, soll in Europa die weltweit erste Quarantäneeinrichtung für außerirdische Lebensformen entstehen.

„Wir haben tatsächlich einen Plan für den Fall, dass wir (auf dem Mars) Lebensformen vorfinden“, berichtet Professor Sara Russel vom Londoner Natural History Museum, die das derzeitige Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit der Bezeichnung EURO-CARE koordiniert, im „Horizon-Magazine“ der Europäischen Kommission.

Zwar seien die Chancen, dass im Rahmen einer zukünftigen Mission tatsächlich außerirdische Lebensformen auf dem Roten Planeten gefunden werden, sehr klein, aber „wir müssen uns natürlich auf eine solchen Fall vorbereiten“

Die Einrichtung müsse somit derart konzipiert werden, dass jegliche Möglichkeit, dass eine potentielle Lebensform ausbrechen und das irdische Ökosystem kontaminieren könnte, ausgeschlossen werden kann, so Russel.

Neben den technischen Fragen und Lösungen für eine solche Einrichtung diskutieren die Wissenschaftler und Ingenieure aber auch die Frage, was mit potentiellem Mars-Leben geschehen soll, sollte dieses im Innern der Proben tatsächlich gefunden werden: „Sterilisieren wir dann das Ganze oder schützen wir es, um es zu erforschen?“

Die Konzeptideen beschränken sich zudem nicht nur auf die Quarantäneeinheit selbst, sondern auch auf die Kapseln, die das Mars-Material zunächst zurück zur Erde bringen: „Wir müssen auch das Worst-Case-Szenario bedenken, dass die Landung dieser Kapseln nicht planmäßig und vielleicht sogar in einer Bruchlandung enden. Diese Kapseln müssen also unzerstörbar und so gebaut sein, dass auch im Falle eines solchen Crashs nichts unbeabsichtigt nach draußen gelangt, was im Innern der Kapsel eingesperrt ist.“

Eine derartige Kapsel werden derzeit von Thales Alenia Space UK Ltd., einem Partner von EURO-CARES entwickelt.

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