2019-06-28

Heike Kühnemund: Was wäre wenn?


Was wäre wenn alles ganz anders wäre, als es sich zeigt? Was wäre, wenn ich nichts mehr tun müsste, nicht mehr schauen müsste, was noch zu transformieren ist? Was wäre, wenn alles, wirklich alles eine Illusion ist???

Ich spüre sie, diese Fragen. Sie sind tief in mir. Sie rumoren. Sie lassen mir keine Ruhe. Sie stellen alles in mir auf den Kopf, was ich bisher als wahr meinte. Sie sind so vehement da, dass ich nicht umhin kann, mich ihnen zu widmen. Also los …

Was wäre denn nun??? Ich habe Jahre über Jahre „gearbeitet“, habe mich beobachtet, hinterfragt, mich geöfönet, angeschaut, jedes bisschen auf eine mögliche Ursache geprüft und so manches Mal etwas hinein gedichtet, wo gar nichts war. Ich habe gelernt, mich verletzlich gezeigt, habe mich bis auf das Innerste entblättert, bin „Berge hoch gekraxelt“, habe „Steine aus dem Weg geräumt“, bin tief getaucht und hoch geflogen … ich habe alles intensiv ausgekostet, das Dunkle, wie das Licht, die Angst wie die Liebe. Und nun???

Was ist Leben wirklich? Muss ich weiter tun, rennen, rattern, Ursachenforschung betreiben, Muster erkennen, ständig damit beschäftigt sein, zu hinterfragen und hinein zu fühlen? Oder darf ich endlich leben???

Mir ist in diesen Tagen, als ob alles sich irgendwie auflöst. Ich kann plötzlich nichts mehr mit all dem anfangen. Ich fühle mich, als ob mein bisheriges Leben zuende ist und ich mich frage, ob das alles sich jetzt wiederholt oder wie es denn nun weiter geht. Ich komme mir vor, als ob ich allein da stehe und überall, wo ich hinschaue, den Dingen „von einst begegne“ – nur – ich kann damit nichts mehr anfangen. Ich lese Überschriften und drifte ab … ich schaue von weitem, was die gängigen Seiten hergeben und schließe diese wieder … ich spüre, hier geht es für mich nicht weiter. Nur – was dann?

Ein anderes leeres Feld hüllt mich ein. Ich weiß, ich bin zwar noch da, doch kann ich gerade nicht so recht fühlen, als was, als wer, wofür …

Es scheint, als löse sich meine Identität auf und lässt einfach ein Menschenwesen zurück, das ist, wie es ist. Ohne Anhaftungen an bestimmt Vorgaben, ohne Identifikationen, ohne … ich bin die, oder die …

Hilfe, was bin ich dann? Was macht mich aus? Wo ist das alles hin?

Ich sehe: ein großes, weit geöffnetes Tor (mal wieder ). Die Türen stehen offen. Dahinter funkelt es. Es ist, als ob ein Sog mich hinein zieht und gleichzeitig etwas an mir festhält, damit ich ja nicht dort eintrete. Dieses, was mich festhält, nehme ich abseits dieses Bildes immer stärker in meinem realen Leben wahr. Da sind Systeme, die noch immer mit Krakenarmen nach mir greifen. Da sind Medien, die versuchen, mich einzufangen. Da sind Menschen, die ihre Ängste laut werden lassen und mein Feld stören, da sind aber auch manipulierte Felder, die z.B. das Wetter beeinflussen. Ich habe viele Jahre Wetter intensiv beobachtet und stelle mehr und mehr fest, das, was hier gerade geschieht, ist nichts natürliches. Und ich stelle fest, wenn es so ist wie heute, plötzlich nach den heißen sonnigen Tagen eine dicke Wolkendecke, dann habe ich ebenso plötzlich Atemprobleme und bekomme schwer Luft. Ich huste, was sehr tief geht. So plötzlich wie das kommt, ist es auch wieder weg (nur mal so als Beispiel, was gerade sein kann).

Doch zurück zu diesem Bild. Da ist also das Tor. Etwas zieht, etwas bremst. Ich dazwischen. Ich spüre, ich muss da hin, will da hin und bin schon auf dem Weg. Was mich erwartet, sehe ich allerdings nicht, noch nicht. Ich spüre nur weiter, dass da ein Feld ist, wo sich eben alles auflöst, neu sortiert, ja vielleicht sogar neu gebiert oder auch, wo ich mich einfach erinnere, weshalb ich hier bin. Dahin zieht es mich, ich möchte mich gern erinnern, klar sehen und fühlen und dann genau das leben.

Nur weiß ich noch nicht so recht, wie ich mit dem, was da grad ist, umgehen soll. Ich beobachte, dass es Momente gibt, wo die alten Zweifel hochkommen oder ich herum motze, weil eben scheinbar nichts weiter geht – alte Verhaltensweisen, ok.

Ich sehne mich einfach danach, im Frieden zu sein, nichts tun zu müssen, was gerade nicht dran ist, nicht ständig überlegen zu müssen, wie ich mich anpasse, Geld herein kommt oder ich alles so hinbekomme, dass mich das System in Ruhe lässt. Ich mag nicht auf „alte“ Weise ein Bussines aufbauen. All das hat noch nie funktioniert und wird es auch demnächst nicht. Denn natürliches Leben geht anders. Da sind diese Wellen. Lange ist es still. Dann geht mal wieder was. Dann folgt erneut Stille, um zu integrieren und neu geupdates zu werden. Dann kommt wieder eine aktive Phase … alles in einem natürlich fließendem Rhythmus. Dort geht es hin, das spüre ich. Allerdings ist jetzt einfach die Herausforderung, sich darauf schon einzulassen und alles, was einem vom Außen davon ablenken will, anzuschauen und keinen Raum zu geben. Echt krass in manchen Momenten und doch das einzig wahre Das ist es, was ich in mir als meine Wahrheit fühle und doch wühlen diese Fragen weiter in mir … und ich meine, sie haben einen Grund so herumzuwühlen. Sie wollen Aufmerksamkeit und Hinschauen und wollen, dass ich mich dem hingebe, was ist. Egal wie leer. Egal wie anders. Egal wie neu oder noch nicht sichtbar. Ich soll da sein, hier sein. Jetzt. Ob mit oder ohne Fragen, alles ist ok, wie es ist (höre ich gerade im Inneren) … na dann …

Wie siehst du das? Wie fühlst du dich in dieser Zeit? Geht es dir ähnlich?

Ich freue mich über jede Spende, die meine Blogarbeit wertschätzt, vielen Dank.

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