2020-11-29

Tim Wiegelmann: Die Magie der Menschlichkeit



Quellen: https://www.thalia.de/shop/home/artik... (Seiten 20, 94) 

https://www.sueddeutsche.de/leben/psy...

Hallo, ich bin Tim, 16 Jahre alt und ich sitze im Rollstuhl. Zwar stehe ich noch ganz am Anfang meines Lebens und doch empfinde ich einen tiefliegenden Schmerz, wenn ich mir die Zustände unseres Miteinanders bewusst mache. Ich stelle mir die Frage, wie wir uns jemals so weit voneinander entfremden konnten und ob wir unser Bewusstsein für das, was es wirklich bedeutet, Mensch zu sein, völlig verloren haben. In unserer Welt scheint ein perfekt formatierter Lebenslauf oder ein guter Schulabschluss mehr zu bedeuten, als einen Menschen in seiner ganzen Einzigartigkeit wahrzunehmen. Menschen, die unter der Last ihres Alltags zusammenbrechen, bezeichnen wir als psychisch krank, anstatt ihnen zu zeigen, welch einzigartiger Mensch sie in Wirklichkeit sind. Bereits in der Schule werden unsere Kinder anhand ihrer Leistungen kategorisiert und wir denken uns sämtliche Methoden zur Lenkung ihres Verhaltens aus. Wenn sie sich weigern, unseren Anordnungen Folge zu leisten und sich unseren Vorstellungen anzupassen, stempeln wir sie als schwererziehbar oder verhaltensauffällig ab.

Dann sitze ich in tiefer Betroffenheit in meinem Zimmer und denke verzweifelt darüber nach, was hier wohl geschehen ist. Ich versuche herauszufinden, wann wir vergessen haben, uns in unserer ganzen Einzigartigkeit zu sehen und uns genauso, wie wir sind, wahrzunehmen und wertzuschätzen. Mit jedem weiteren Tag, den ich hier auf diesem Planeten verbringe, beginnt mir immer klarer zu werden, dass wir nichts vom Menschen und seinen eigentlichen Bedürfnissen verstehen. Immer noch glauben wir, dass der Mensch ein rationales Wesen ist, das all seine Handlungen danach ausrichtet, wie viel Nutzen oder Schaden sie ihm bringen.

Doch ich bin fest davon überzeugt, dass wir keine egoistischen Maschinen, sondern zutiefst gefühlvolle und verletzliche Menschen sind. Es gibt nichts, dass uns allen so sehr schmerzt, als nicht in unserer ganzen Einzigartigkeit gesehen zu werden. Ich glaube, dass wir Menschen niemals so klein und begrenzt sein können, wie es die Geschichten sind, die wir uns tagtäglich über uns erzählen. Ich glaube, dass wir Angst hätten, unsere wahre Größe zu erleben. Wir hätten Angst, einmal einem Menschen zu begegnen, der sich so völlig frei von alledem gemacht hat, was andere zu brauchen scheinen. Wir hätten Angst, einmal einem Menschen zu begegnen, der sich aus all den falschen Erzählungen über ihn befreit hat und ohne jeden Zwang anderen die Liebe schenken kann, die wirklich in ihm steckt. Denn es sind unsere Größe und Schönheit, nicht unsere Kleinheit und Schwäche, die uns am meisten Angst machen. Wir alle tragen etwas Wunderbares in uns, das nur auf seine Entfaltung wartet und wenn wir beginnen würden, wieder das Wunderbare in uns allen zu sehen, würden wir zum ersten Mal in seiner ganzen Schönheit erfahren, was es wirklich bedeutet, ein Mensch zu sein.

Wenn wir den Mut hätten, uns in unserer ganzen Einzigartigkeit zu sehen und gegenseitig unser Gefühl dafür stärken, was wir als Mensch zu vollbringen in der Lage sind, würden wir die prächtigste Pflanze des Menschseins zum Erblühen bringen. Wir würden zum ersten Mal wirklich erfahren können, was wahre Freude eigentlich bedeutet.

Ich glaube, wir sind alle hier, um dieser Welt etwas Wertvolles zu schenken und alles, was ich tue, soll von meiner Bemühung zeugen, diesem Planeten etwas Wertvolles zu schenken. Ob es mir gelingen wird, weiß ich nicht. Doch mein größter Wunsch ist es, mit euch gemeinsam an einer Welt zu arbeiten, in der auch noch unsere Enkelkinder überglücklich leben können.
Ich danke dir, dass du diesen Weg gemeinsam mit mir gehst.
Tim Wiegelmann Oktober 2020

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